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MÄRKTE EUROPA/Schwache Erholung - BES-Aktie fällt weiter

11.07.2014, 18:39 Uhr

Von Thomas Leppert

Wenig überzeugend ist die Erholungsbewegung am Freitag an den Börsen in Europa ausgefallen. Nachdem die Aktienkurse in Südeuropa - vor allem in Portugal - am Mittag noch deutlich im Plus notierten, schmolzen die Gewinne im späteren Handelsverlauf dahin. Weiter war die in Schwierigkeiten befindliche Banco Espirito Santo in Portugal eines der Hauptthemen an der Börse. Die von der Bank ausgehenden systemischen Risiken für den Bankensektor werden zwar als beherrschbar eingestuft, nachdem zwischenzeitlich die Angst vor einer neuen Bankenkrise die Runde machte; dennoch setzte die Aktie ihre rapide Talfahrt fort.

Die Aktie, die am Donnerstag nach einem Kurseinbruch von 17 Prozent vom Handel ausgesetzt wurde, wurde ab dem Mittag wieder gehandelt. Nach anfänglichen kräftigen Ausschlägen in beide Richtungen schloss sie am Ende mit 5,5 Prozent im Minus. Auch Portugal Telecom gaben um weitere 1,6 Prozent nach. Das Unternehmen ist angesichts einer Investition über knapp 1 Milliarde Euro in Schuldtitel des Espirito-Santo-Konglomerats indirekt ebenfalls von der Krise betroffen. Der PSI-20, der Aktienindex in Portugal, beendete den Tag zwar 0,6 Prozent fester, hatte aber zuvor schon deutlich höher gelegen.

Das sorgte an den anderen Plätzen für Verunsicherung, so dass auch dort anfangs gesehene höhere Kursgewinne wieder verlorengingen. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,2 Prozent fester bei 3.157 Punkten. Auf die Woche gesehen verlor er aber 3,5 Prozent, nachdem bereits zu Wochenbeginn sich eintrübende Konjunkturdaten für Verkäufe gesorgt hatten. Der DAX rettete nach einem kleinen Schlussspurt ein Plus von 0,1 Prozent ins Wochenende. Der Euro kam parallel zu den Börsen von seinem Tageshoch über 1,3620 am Mittag auf zuletzt knapp unter 1,36 Dollar zurück.

Leichte Entspannung zeigte sich beim vermeintlich sicheren Hafen Gold. Mit 1.336 Dollar handelte die Feinunze wieder unter dem Viermonatshoch vom Vortag von fast 1.345 Dollar. Die in Krisenzeiten oft gesuchten Bundesanleihen schlossen kaum verändert, die Rendite der zehnjährigen Anleihen liegt bei unverändert 1,20 Prozent. Die Renditen Portugals und Spaniens kamen unterdessen nach den jüngsten Anstiegen wieder etwas zurück.

An den Aktienmärkten machten abseits von Portugal Fusions- und Übernahmespekulationen die Runde. In London ging es für die Aktie von Imperial Tobacco um 3 Prozent nach oben. Der britische Tabakkonzern wird als Profiteur der Konsolidierung im Rauchwarensektor gesehen. In den USA wollen Reynolds und Lorillard zusammengehen. Imperial Tobacco könnte nach eigener Aussage einige Marken und Unternehmensteile aus dem Zusammenschluss zu übernehmen.

In Deutschland profitierten Rheinmetall mit plus 2 Prozent von Berichten, der Mischkonzern sei an Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) interessiert. Sollte die Übernahme gelingen, würde dies Synergien freisetzen, hieß es im Handel. Dazu könnte ein weiterer Kurstreiber kommen: "Mit KMW im Boot hätte Rheinmetall die kritische Masse, um den Konzern in eine Automotive- und eine Rüstungssparte aufzuspalten - das könnte die Bewertung der Aktie stark nach oben treiben", zeigte sich ein Marktteilnehmer optimistisch. KMW befindet sich aktuell in Gesprächen über ein Zusammengehen mit der französischen Nexter.

Symrise stiegen um 2,7 Prozent. Händler verwiesen hier auf Spekulationen, der japanische Duftstoffhersteller Ajinomoto könne an dem Wettbewerber interessiert sein. MTU Aero Engines wiederum profitierten von der Beteiligung an einem Triebwerksprogramm von General Electric für die neue Boeing 777X. Die Aktie schloss 2 Prozent fester.

Schlusslicht im DAX waren HeidelCement nach einer Herunterstufung durch die Analysten von Natixis auf "Reduzieren". Der Kurs verlor 2,7 Prozent.

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Europäische Schlussindizes am Freitag, 11. Juli:

Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.157,05 +6,46 +0,2% +1,5%
Stoxx-50 2.987,33 +2,63 +0,1% +2,3%
Stoxx-600 336,91 +0,54 +0,2% +2,6%
XETRA-DAX 9.666,34 +7,21 +0,1% +1,2%
FTSE-100 London 6.690,17 +17,80 +0,3% -0,9%
CAC-40 Paris 4.316,50 +15,24 +0,4% +0,5%
AEX Amsterdam 403,61 +0,22 +0,1% +0,5%
ATHEX-20 Athen 372,32 +1,82 +0,5% -3,3%
BEL-20 Bruessel 3.089,07 -8,12 -0,3% +5,7%
BUX Budapest 17.902,46 +48,35 +0,3% -3,6%
OMXH-25 Helsinki 2.875,23 -4,68 -0,2% +1,4%
ISE NAT. 30 Istanbul 97.595,08 +1064,88 +1,1% +18,4%
OMXC-20 Kopenhagen 729,43 +3,30 +0,5% +18,5%
PSI 20 Lissabon 6.105,24 +37,63 +0,6% -6,3%
IBEX-35 Madrid 10.538,80 +5,20 +0,0% +6,3%
FTSE-MIB Mailand 20.614,86 +126,11 +0,6% +8,7%
RTS Moskau 1.383,18 -0,52 -0,0% -4,1%
OBX Oslo 556,76 +1,98 +0,4% +10,6%
PX Prag 960,54 +17,14 +1,8% -2,9%
OMXS-30 Stockholm 1.362,35 +4,53 +0,3% +2,2%
WIG-20 Warschau 2.372,05 +30,87 +1,3% -1,2%
ATX Wien 2.379,29 +12,93 +0,5% -6,6%
SMI Zuerich 8.468,52 -5,71 -0,1% +3,2%


DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 7.56 Uhr Do, 17.45 Uhr
EUR/USD 1,3602 0,02% 1,3599 1,3601
EUR/JPY 137,79 0,04% 137,73 137,74
EUR/CHF 1,2137 -0,07% 1,2146 1,2140
USD/JPY 101,31 0,03% 101,28 101,27
GBP/USD 1,7108 -0,13% 1,7131 1,7125

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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

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July 11, 2014 12:39 ET (16:39 GMT)

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