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MÄRKTE USA/Wall Street setzt auf positiven Arbeitsmarkt zu Ostern

02.04.2015, 22:12 Uhr

Von Florian Faust

NEW YORK (Dow Jones)--Nach einer zweitägigen Durststrecke hat sich die Wall Street am Donnerstag im Fahrwasser positiver Daten mit moderaten Aufschlägen ins lange Osterwochenende verabschiedet. Damit verbuchte der US-Aktienmarkt für die verkürzte Woche ein knappes Plus. Das ständige Auf und Ab 2015 bei Aktien füge sich ein in die Annahme, dass die Kursaufschläge 2015 nach einer sechsjährigen Rally bescheidener ausfallen würden, hieß es. "Die bestehenden Gelegenheiten in diesem Bullenmarkt dürften nicht so kräftig wie in den vergangenen sechs Jahren ausfallen. Aber Aktien sind noch immer etwas attraktiver als die Alternativen wie zum Beispiel Bargeld, das nichts abwirft, oder festverzinsliche Papiere, die kaum etwas abwerfen", sagte Investmentstratege Hank Smith von Haverford Trust.

Der Dow-Jones-Index legte um 0,4 Prozent auf 17.763 Punkte zu, S&P-500 und Nasdaq-Composite stiegen um 0,4 bzw. 0,1 Prozent. Umgesetzt wurden 717 (Mittwoch: 802) Millionen Aktien. 2.007 (1.656) Tagesgewinnern standen an der NYSE 1.140 (1.481) -verlierer gegenüber, 108 (114) Titel schlossen unverändert. Am letzten Handelstag vor Ostern drehte sich alles um den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht für März, der allerdings erst am Karfreitag veröffentlicht wird. Börsianer können darauf erst am Montag handeln, weil die Wall Street am Freitag geschlossen bleibt. Die aktuelle Datenlage war keine große Hilfe, denn ein klares Bild zu Konjunktur und Arbeitsmarkt ergab sich nicht. Hatte der Arbeitsmarktbericht des privaten Dienstleisters ADP am Vortag noch enttäuscht, fielen die frischen Daten dafür umso überzeugender aus. Denn die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war in der Vorwoche in die Nähe eines 16-Jahrestiefs gesunken. Volkswirte hatten mit einen derartigen Rückgang nicht gerechnet.

Ein rosiges Bild lieferte derweil die US-Industrie, die im Februar überraschend mehr Aufträge ergattern konnte, obwohl Volkswirte mit einem Rückgang gerechnet hatten. Dank gesunkener Einfuhren haben die USA im Februar zudem das niedrigste Handelsbilanzdefizit seit Oktober 2009 verbucht. Der prognostizierte Fehlbetrag hatte deutlich höher gelegen. Als ein Zeichen nachlassender Konsumneigung wollten Marktbeobachter die gefallenen Importe nicht verstanden wissen, denn ein Faktor für die Entwicklung war das gesunkene Handelsdefizit bei Öl- und Gasprodukten, das zuletzt 2002 auf diesem Niveau rangiert hatte.

Auf die Frage nach dem Termin einer ersten Zinsanhebung durch die US-Notenbank lieferten die aktuellen Daten keine hinreichenden Antworten. Diese könnte der Arbeitsmarktbericht am Freitag offenbaren, glauben Analysten. Wer dabei auf US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen gehofft hatte, wurde enttäuscht. Denn die oberste Geldwächterin der USA sprach am Donnerstag über wachsende Ungleichheiten in der Gesellschaft und auch bei den Löhnen. Zur aktuellen Geldpolitik verlor sie in ihrer Rede aber kein Wort.

Am Devisenmarkt machte der Euro einen deutlichen Satz über die Marke von 1,08 Dollar und marschierte in Richtung 1,09 Dollar. Händler sprachen allerdings eher von einer Dollar-Schwäche. Nach der Dollar-Rally in diesem Jahr hätten Anleger die schwachen US-Daten des Vortages zum Ausstieg genutzt. Im späten Geschäft notierte der Euro bei 1,0885 Dollar nach einem Stand von 1,0720 Dollar am Vorabend.

Die Ölpreise zeigten sich weiter hoch volatil. Nach der Vortagesrally ging es mit den Preisen für Brent und WTI wieder deutlich nach unten. Das Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,9 Prozent auf 49,14 Dollar. Für Brent, das globaler gehandelt wird, ging es gar um 3,8 Prozent auf 54,95 Dollar nach unten. Belastet wurden die Ölpreise von der Aussicht auf eine drastische Ausweitung der iranischen Rohölexporte, denn bei den Verhandlungen über das Atomprogramm des Opec-Mitglieds in Lausanne hat es eine grundsätzliche Einigung gegeben. Irans Außenminister Mohammed Dschwad Sarif erklärte, die Sanktionen würden aufgehoben und sein Land werde "an den internationalen Ölmarkt zurückkehren". Damit könnte das globale Überangebot an Rohöl eine neue Dimension erlangen. Dass laut Baker Hughes die Zahl der aktiven Bohrlöcher in den USA in der Vorwoche erneut gesunken war, bremste die Talfahrt bei WTI etwas.

Der Goldpreis fiel mit den guten US-Daten des Tages zunächst klar unter die Marke von 1.200 Dollar, mit dem schwächelnden Dollar setzte dann eine Erholung ein. Zuletzt kostete die Feinunze 1.202 Dollar nach 1.204 am Vorabend. Am US-Rentenmarkt gaben die Notierungen mit den guten Wochendaten vom Arbeitsmarkt ihre Gewinne wieder vollständig ab und drehten nach einer zweitägigen Rally kräftig ins Minus. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg im späten Handel um knapp vier Basispunkte auf 1,90 Prozent.

Unten den Einzelaktien gaben Google 1,5 Prozent nach. Laut Kreisen gerät der Suchmaschinenbetreiber endgültig ins Fadenkreuz europäischer Wettbewerbshüter. Diese sollen in den kommenden Wochen eine Kartellklage vorbereiten. Micron büßten 1,5 Prozent ein. Der Hersteller von Speicherelemente verschreckte mit einem enttäuschenden Ausblick. CarMax zogen um 9,3 Prozent an, nachdem der Gebrauchtwagenhändler im vierten Quartal einen Gewinnsprung um 44 Prozent verbucht hatte. Die Titel des Modekonzerns Perry Ellis erholten sich von ihren zwischenzeitlich deutlichen Verlusten und stiegen um 0,4 Prozent. Das Unternehmen meldete steigende Fehlbeträge. Die Aktie von McDonald's litt mit einem Abschlag von 0,5 Prozent weiter unter den deutlichen Lohnsteigerungen, die der Schnellrestaurantbetreiber an seine Beschäftigten zahlen muss.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 17.763,24 0,37 65,06
S&P-500 2.066,96 0,35 7,27
Nasdaq-Comp. 4.886,94 0,14 6,71
Nasdaq-100 4.316,01 0,11 4,75

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 7.45 Uhr Mi, 17.14 Uhr
EUR/USD 1,0881 0,84% 1,0790 1,0772
EUR/JPY 130,28 1,03% 128,95 128,88
EUR/CHF 1,0440 0,38% 1,0401 1,0412
USD/JPY 119,73 0,18% 119,52 119,65
GBP/USD 1,4823 -0,12% 1,4840 1,4823

Kupon Laufzeit Notierung Änderung Rendite Änderung
1/2% 2-jähr. 99 29/32 unv. 0,544% unv.
1% 3-jähr. 100 13/32 unv. 0,857% unv.
1 3/8% 5-jähr. 100 04/32 -03/32 1,346% +2,0 BP
1 3/4% 7-jähr. 100 14/32 -06/32 1,683% +2,8 BP
2% 10-jähr. 100 27/32 -11/32 1,905% +3,9 BP
2 1/2% 30-jähr. 99 16/32 -32/32 2,524% +4,9 BP
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Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf

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April 02, 2015 16:12 ET (20:12 GMT)

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