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Freitag, 01. August 2014

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MÄRKTE USA/Nervosität an Wall Street vor Start der Bilanzsaison

08.07.2014, 17:09 Uhr

Von Claudia Nehrbaß

Kurz vor Beginn der Quartalssaisonbeginn bekommen die Anleger an den US-Börsen kalte Füße. Gewinnmitnahmen bestimmen am Dienstag das Bild an der Wall Street, ehe der Aluminiumkonzern Alcoa nach Börsenschluss mit seinem Zahlenausweis den inoffiziellen Startschuss zur Bilanzsaison gibt.

Der Dow-Jones-Index rutscht im frühen Handel unter die Marke von 17.000 Punkten, die er in der vergangenen Woche erstmals überwunden hatte. Bis zum Mittag Ortszeit verliert der Index 0,6 Prozent auf 16.923 Punkte. Der S&P-500 gibt ebenfalls um 0,6 Prozent nach und der Nasdaq-Composite um 1,4 Prozent. Zur Ernüchterung unter den Konjunkturoptimisten trägt der im Juni gefallene Geschäftsklimaindex für kleinere Unternehmen bei.

Was Alcoa angeht, scheinen die Investoren dagegen zuversichtlich gestimmt. Die Aktie liegt leicht im Plus. Ansonsten suchen Anleger aber nach Antworten auf die Frage, ob sich die Unternehmen gegenüber dem ersten Quartal erholen konnten bzw. inwieweit sich die konjunkturelle Aufhellung in den Unternehmenszahlen spiegelt, meint IG-Marktanalyst David Madden. "Mit der Aufhellung am Arbeitsmarkt könnten sich auch die Unternehmenszahlen verbessern", glaubt Analyst Todd Salamone von Schaeffer's Investment Research. Da die Gewinnerwartungen des Marktes nach unten korrigiert worden seien, sieht Analyst Joao Monteiro von Valutradesso wenig Enttäuschungspotenzial in der beginnenden Berichtsperiode.

Einen weiteren Grund zur Vorsicht machen Händler in dem am Mittwoch anstehenden Sitzungsprotokoll der US-Notenbank aus, steht doch die Geldpolitik der USA ganz entscheidend hinter der Börsenrally der jüngsten Zeit. Da sich im Tagesverlauf mit den Fed-Gouverneuren Jeffrey Lacker aus dem Bezirk Richmond und Narayana Kocherlakota aus Minneapolis gleich zwei Vertreter der Federal Reserve zu Wort melden, könnte die US-Geldpolitik durchaus bereits am Dienstag Impulse beisteuern.

Am Ölmarkt scheint derweil die Schlacht geschlagen und die Gewalteskalation im Irak ausgestanden. Denn am Dienstag fällt der Ölpreis für die europäische Referenzsorte Brent den siebten Tag in Folge und damit auf ein Niveau, das zuletzt vor vier Wochen vor Beginn des Irakkonflikts zu beobachten gewesen ist. Befürchtungen, die Gewalt im Irak könnte die Ölausfuhren bremsen, erwiesen sich bislang als unbegründet. Zudem will Libyen nach langer Unterbrechung die Ölexporte wieder aufnehmen. Im Schlepptau verbilligt sich Leichtöl der US-Sorte WTI auf 103,35 nach einem Vortagesschluss von 103,53 Dollar pro Fass. Mitte Juni hatte das Barrel noch knapp 107 Dollar gekostet.

Der Goldpreis hat am Dienstag nur kurz von den wieder aufgeflammten Kämpfen in der Ukraine profitiert. Mit 1.316 Dollar kostet die Feinunze wieder ungefähr so viel wie am Montag im späten US-Handel.

Am Rentenmarkt ziehen die Notierungen unterdessen an, gestützt von einer schwachen Industrieproduktion in Großbritannien. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fällt um fünf Basispunkte auf 2,57 Prozent. Im Tagesverlauf emittiert das US-Schatzamt dreijährige Notes im Volumen von 27 Milliarden Dollar.

Am Devisenmarkt erholt sich der Euro von einem kurzen Rücksetzer zum Dollar. Mit 1,3612 Dollar ist die Gemeinschaftswährung nicht mehr weit von ihrem Tageshoch bei 1,3619 Dollar entfernt.

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Unter den Einzelwerten legen Wal-Mart um 0,5 Prozent zu, obwohl sich der Einzelhandelsriese negativ zum Geschäftsverlauf geäußert hat. Ford-Aktien geben um 1,1 Prozent nach. Der Automobilkonzern hat in den USA 92.000 Fahrzeuge wegen Problemen mit den Lenkstangen zurückgerufen. Der Kurs von AbbVie fällt um 2,4 Prozent. Der Pharmakonzern hat sein Übernahmeangebot für die irische Shire aufgestockt. Mit dem nunmehr vierten Gebot könnte AbbVie die bisher widerwilligen Iren endlich wenigstens an den Verhandlungstisch zwingen, meint Bernstein. Das letzte Wort dürfte damit aber noch nicht gesprochen sein, so die Analysten.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 16.922,77 -0,60 -101,44
S&P-500 1.965,44 -0,62 -12,21
Nasdaq-Comp. 4.391,16 -1,36 -60,37
Nasdaq-100 3.865,79 -1,15 -44,92

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8.25 Uhr Mo, 17.45 Uhr
EUR/USD 1,3613 0,10% 1,3600 1,3604
EUR/JPY 138,25 -0,16% 138,48 138,55
EUR/CHF 1,2150 -0,03% 1,2154 1,2156
USD/JPY 101,56 -0,26% 101,83 101,85
GBP/USD 1,7118 -0,07% 1,7131 1,7128
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln/flf

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July 08, 2014 11:09 ET (15:09 GMT)

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