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MÄRKTE EUROPA/Starke US-Daten lösen Ausverkauf am Rentenmarkt aus

22.04.2015, 18:23 Uhr

Von Benjamin Krieger

FRANKFURT (Dow Jones)--Überraschend gute Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt haben am Mittwoch einen Ausverkauf am Euro-Rentenmarkt losgetreten und auch Aktien belastet. An der Terminbörse Eurex brachen Kontrakte auf Bundesanleihen bei hohen Umsätzen regelrecht ein. Nach Ansicht von Analysten könnte die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA Investoren wieder verstärkt an den US-Bondmarkt locken - und sich von Euro-Anleihen verabschieden lassen.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, die sich umgekehrt zum Kurs entwickelt, schoss am Nachmittag von 0,094 Prozent auf 0,166 Prozent nach oben. Das ist der höchste Stand seit zwei Wochen. Die scharfe Kurskorrektur wurde von hohen Börsenumsätzen begleitet. So waren vier Stunden vor Handelsschluss an der Derivatebörse Eurex schon mehr Bund-Kontrakte gehandelt worden als börsentäglich in den vergangenen vier Wochen.

In den USA stieg die Zahl der Hausverkäufe im März um 6,1 Prozent und der durchschnittliche Verkaufspreis sogar um 7,8 Prozent. Nach Aussage von Andreas Paciorek von cmc markets ist das der stärkste Anstieg der Hausverkäufe seit zwei Jahren. Mit Blick auf die Aktienmärkte sprach der Analyst von einer "steigenden Bereitschaft der Marktteilnehmer, Gewinne mitzunehmen".

Auch Europas Aktienkurse wurden am Nachmittag von den guten US-Hausverkäufen und der damit gestiegenen Wahrscheinlichkeit höherer Zinsen belastet. Der DAX verlor 0,6 Prozent auf 11.867 Punkte, der Euro-Stoxx-50 rettete ein kleines Plus von 0,1 Prozent auf 3.724 Punkte ins Ziel. Allerdings zeigten sich die Märkte uneinheitlich: Während die Leitindizes in Frankfurt, London, Helsinki, Brüssel und Madrid nachgaben, meldeten die Börse in Paris, Zürich, Mailand und Amsterdam Kursgewinne.

Im Devisenhandel gingen die Impulse vom britischen Pfund aus, das zu Dollar und Euro kräftig aufwertete. Die Bank of England hat bei ihrer Sitzung am 9. April einmütig beschlossen hat, den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,50 Prozent zu belassen. Alle neun Ratsmitglieder fassten diesen Beschluss, wie aus dem am Vormittag veröffentlichten, "Minutes" genannten Protokoll der Sitzung hervorgeht.

Die Minutes decken sich mit unserer Einschätzung, dass die Zinsen zum Jahreswechsel erhöht werden dürften, wenn sich die Konjunktur weiter gut entwickelt", sagte Philip Shaw von Investec. Davon profitiere das Pfund, auch wenn die Kursgewinne gegen Dollar und Euro doch "überraschend hoch" gewesen seien.

Unter Druck geriet der Schweizer Franken. Die Schweizerische Nationalbank hat den Kreis der Girokonto-Inhaber, die nicht dem Negativzins unterworfen sind, deutlich verkleinert. Künftig müssen staatsnahe Betriebe mit Girokonten bei der SNB ebenfalls den Negativzins zahlen, unter anderem die Pensionskasse des Bundes. Das drückte auf den Franken-Kurs, der Euro stieg von 1,0290 bis auf 1,0370 Franken

Der Euro gab zum US-Dollar leicht nach. Die guten Daten vom US-Immobilienmarkt ließen den Greenback am Nachmittag zu Euro und Yen leicht aufwerten. Der Euro kostete im späten europäischen Devisenhandel etwa 1,0725 Dollar, nachdem er am Mittag noch am Sprung über 1,08 Dollar gescheitert war.

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An den Aktienbörsen sorgten vor allem Quartalsberichte für Kursbewegungen. So verlor die Aktie des Luxusgüter-Konzerns Kering 3,9 Prozent, nachdem der Umsatz im ersten Quartal leicht zurückgegangen ist. Bei der Tochter Gucci brach der Umsatz sogar um 8 Prozent ein. Die Kering-Tochter Puma hat dagegen den Absatz im ersten Quartal um 13 Prozent gesteigert, was den Kurs um 5,1 Prozent zulegen ließ.

An der Börse in Zürich stiegen Roche um 1,8 Prozent. Der Pharmariese mit einem Börsenwert von fast 200 Milliarden Franken hat im ersten Quartal 11,8 Milliarden Franken umgesetzt, rund 300 Millionen Franken mehr als erwartet.

Volvo bekommt mit dem CEO von Scania, Martin Lundstedt, einen neuen Chef. Diese Nachricht sowie überraschend hohe Gewinnmargen im Lkw-Geschäft im ersten Quartal ließen den Volvo-Kurs um mehr als 15 Prozent nach oben schnellen.

Tesco weiteten in London die Kursverluste der vergangenen Tage aus und fielen um 5,1 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Anfang Februar. Für das am 28. Februar zu Ende gegangenen Bilanzjahr hat der Einzelhändler seine Immobilien bewertet und darauf 7 Milliarden Pfund abgeschrieben, weit mehr als erwartet.

Der europäische Technologiesektor war mit einem Plus von 1,8 Prozent mit Abstand stärkster Sektor. Bereits am Dienstag hatte er den Aufschwung angeführt, befeuert von guten Ergebnissen von SAP. Am Mittwoch kam der Hauptimpuls von ASML mit einem Plus von fast 11 Prozent. Der Halbleiterausrüster hat von einem Kunden in den USA einen Großauftrag über 15 Lithographiesysteme erhalten. Die Rabobank hat die ASML-Aktie daraufhin von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft. STMicroelectronics verteuerten sich um 3,3 Prozent. Auch die Kurse der Fusionskandidaten Nokia und Alcatel-Lucent zogen an und stützten den Sektor.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.724,49 +5,11 +0,1% +18,4%
Stoxx-50 3.546,12 +1,71 +0,0% +18,0%
Stoxx-600 408,99 -0,13 -0,0% +19,4%
XETRA-DAX 11.867,37 -72,21 -0,6% +21,0%
FTSE-100 London 7.028,24 -34,69 -0,5% +7,0%
CAC-40 Paris 5.211,09 +18,45 +0,4% +22,0%
AEX Amsterdam 505,72 +1,91 +0,4% +19,1%
ATHEX-20 Athen 214,24 +5,93 +2,8% -19,1%
BEL-20 Bruessel 3.794,29 -34,07 -0,9% +15,5%
BUX Budapest 21.955,29 +51,92 +0,2% +32,0%
OMXH-25 Helsinki 3.562,58 -57,37 -1,6% +19,2%
ISE NAT. 30 Istanbul 102.089,18 -800,23 -0,8% -3,8%
OMXC-20 Kopenhagen 998,22 -3,45 -0,3% +34,1%
PSI 20 Lissabon 6.075,22 -61,12 -1,0% +25,3%
IBEX-35 Madrid 11.399,20 -23,10 -0,2% +10,9%
FTSE-MIB Mailand 23.315,40 +75,14 +0,3% +22,6%
RTS Moskau 1.004,00 -3,69 -0,4% +27,0%
OBX Oslo 585,07 -9,11 -1,5% +11,7%
PX Prag 1.042,74 -14,05 -1,3% +10,1%
OMXS-30 Stockholm 1.706,25 +11,53 +0,7% +16,5%
WIG-20 Warschau 2.520,38 +10,88 +0,4% +8,8%
ATX Wien 2.617,29 -14,97 -0,6% +21,2%
SMI Zuerich 9.358,09 +58,66 +0,6% +4,2%

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8.21 Uhr Di, 17.30 Uhr
EUR/USD 1,0722 -0,15% 1,0738 1,0755
EUR/JPY 128,53 0,14% 128,35 128,56
EUR/CHF 1,0375 1,21% 1,0251 1,0253
USD/JPY 119,87 0,27% 119,56 119,50
GBP/USD 1,5024 0,59% 1,4936 1,4942

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Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com

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April 22, 2015 12:23 ET (16:23 GMT)

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