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Montag, 18. Dezember 2017

Börse

Fonds sind nicht kompliziert, aber einiges sollte man wissen - wie sie funktionieren, welche Fondstypen es gibt, wo die Risiken liegen und anderes mehr. Hier finden Sie verständliche, klare Antworten.

Was ist ein Geldmarktfonds?

Geldmarktfonds sind Sondervermögen, die bis zu 100 % ihres Kapitals in Bankguthaben, Tagesgeld und kurzfristige Termineinlagen, sowie andere Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit bzw. regelmäßiger Zinsanpassung investieren dürfen.

Aufgrund der kurzen Restlaufzeit der im Fondsvermögen enthaltenen Schuldtitel weisen Geldmarktfonds praktisch keine Kursrisiken auf. Ihre Rendite wird fast ausschließlich von der Höhe des kurzfristigen Zinsniveaus beeinflusst. Bleibt dies konstant, steigt ihr Wert praktisch kontinuierlich an, allerdings mit einer sehr geringen Steigerungsrate.

Geldmarktfonds sind insbesondere zur Anlage von Geldern geeignet, die für möglicherweise in näherer Zukunft anstehende Ausgaben jederzeit kurzfristig zur Verfügung stehen sollen. Dabei kann es sich beispielsweise um den Kauf eines neuen Autos, die demnächst geplante Weltreise oder Reparaturen am Eigenheim handeln. Wurden entsprechende Mittel früher auf dem Sparbuch geparkt, haben Geldmarktfonds - zumindest bei aufgeklärten Anlegern - die Funktion als "Liquiditätsspeicher" inzwischen weitgehend übernommen.

Aufgrund der hohen Anlagesummen können die Manager von Geldmarktfonds mit den Banken, bei denen sie das Fondsvermögen investieren, verhältnismäßig gute Konditionen vereinbaren. Die Erträge von Geldmarktfonds liegen dadurch auch nach Abzug der vom Management einbehaltenen Gebühren in der Regel noch über dem, was Privatanleger bei individuell ausgehandelten Termingeld- oder Sparbuchanlagen erzielen können. Im Gegensatz zu vielen anderen Fondstypen fällt bei Geldmarktfonds meist kein Ausgabeaufschlag an.

Eng verwandt mit Geldmarktfonds sind geldmarktnahe Fonds. Sie investieren mindestens 51 % ihres Vermögens in Anleihen mit kurzer Restlaufzeit, den Rest in Festgeld oder Geldmarktpapiere. Aufgrund der im Durchschnitt etwas längeren Restlaufzeit der in ihnen enthaltenen Titel, reagieren geldmarktnahe Fonds geringfügig stärker auf Veränderungen des kurzfristigen Zinsniveaus, wobei Wertschwankungen allerdings auch bei ihnen äußerst gering ausfallen.

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