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Montag, 27. April 2015

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MÄRKTE USA/US-Börsen zwischen Hoffen und Bangen

14.04.2015, 22:16 Uhr

Von Steffen Gosenheimer

NEW YORK (Dow Jones)--Im Spannungsfeld gemischt ausgefallener US-Unternehmensergebnisse und leicht enttäuschender Konjunktursignale haben die US-Aktienmärkte am Dienstag keine klare Richtung gefunden. Zwar fielen die Geschäftsergebnisse der beiden Banken J.P. Morgan (JPM) und Wells Fargo besser als erwartet aus, doch dominierte unter den Akteuren wie schon am Montag die Sorge vor einer enttäuschenden Quartalsberichtssaison, vor allem angesichts des starken Anstiegs des Dollars in den vergangenen Wochen. "Schon in den vergangenen Tagen haben wie einen allgemeinen Risikoabbau beobachtet", kommentierte Handelsexperte Brian Fenske von ITG.

Hinzu kamen am Dienstag als Bremser etwas unter Erwarten ausgefallene US-Einzelhandelsumsätze im März. Sie sprechen zwar einerseits für eine eher später als früher kommende Zinserhöhung in den USA, andererseits bergen sie Konjunkturrisiken. In die gleiche Kerbe schlugen gesenkte Wachstumsprognosen des IWF für die USA und ein auf ein Neunmonatstief gesunkener Optimismus bei kleinen US-Unternehmen. Die ebenfalls gemeldeten Erzeugerpreisdaten deckten sich zwar mit den Marktprognosen, allerdings blieb die Inflation niedrig und deutlich unter dem von der US-Notenbank angestrebten Niveau; ebenfalls ein Zeichen für eine eher flaue Konjunktur.

Nach anfänglich behaupteten Kursen gaben die Indizes an Wall Street im Verlauf etwas nach, berappelten sich dann aber im Zuge einer leicht aufwärts gerichteten Seitwärtsbewegung wieder. Am Ende schaffte der Dow-Jones-Index ein Plus von 0,3 Prozent auf 18.036 Punkte. Der S&P-500-Index legte um 0,2 Prozent zu, die Nasdaq-Indizes büßten dagegen 0,2 bzw. 0,3 Prozent ein.

Der Umsatz stieg auf 691 (Montag: 670) Millionen Aktien. 1.970 (1.178) Tagesgewinnern standen an der NYSE 1.181 (1.951) -verlierer gegenüber. 104 (117) Titel schlossen unverändert.

Stützend für den Dow war das Plus bei J.P. Morgan nach erfreulich ausgefallenen Geschäftszahlen. Die größte Bank in den USA steigerte Gewinn und Einnahmen stärker als vom Markt erwartet. Die Aktie legte um 1,6 Prozent zu. Der positive Geschäftsausweis stützte den Gesamtmarkt aber kaum, weil sich daran noch kein Trend festmachen lässt, wie es im Handel hieß. Außerdem lieferten Aufschläge von 2,2 bzw 1,5 Prozent bei Chevron und Exxon angesichts erneut gestiegener Ölpreise dem Dow Unterstützung.

Bei den Geschäftszahlen von Wells Fargo fiel der Gewinn zwar besser aus als erwartet, allerdings war er erstmals seit 18 Monaten wieder rückläufig. Zudem ging die Marge bei dem ehemaligen Postkutschenunternehmen weiter zurück. Der Kurs gab um 0,7 Prozent nach. Johnson & Johnson schlossen unverändert, nach einem über den Erwartungen ausgefallenen Gewinn und einem rückläufigen Umsatz. Wegen des festen Dollar, der das Geschäft besonders in Europa belastet, senkte das Unternehmen aber seinen Ausblick.

Mit Blick auf die Berichtsperiode gilt das Augenmerk der Marktakteure vor allem den Auswirkungen des stärkeren Dollar. "Anders als das schlechte Wetter, das die USA im abgelaufenen Quartal heimgesucht hat, dürfte die Dollarstärke anhalten oder gar noch zunehmen", warnte Marktstratege Craig Erlam von Oanda. Sollte es Anzeichen geben, dass sich die Lage im zweiten Quartal nicht bessere, dürften die aktuellen Bewertungen am Aktienmarkt kaum zu halten sein, äußerte sich auch Investmentstrategin Rebecca O'Keeffe von Interactive Investor skeptisch. Intel schlossen unmittelbar vor Bekanntgabe der mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen 0,8 Prozent schwächer, zogen nachbörslich dann nach Bekanntwerden erster Daten zunächst um rund 2 Prozent an.

Avon schossen um 14,2 Prozent nach oben, nachdem bekannt wurde, dass das Kosmetikunternehmen strategische Optionen erwägt, wie den Verkauf seines mit Problemen kämpfenden Nordamerikageschäfts. Zuvor hatte Avon seine für Mai geplante Investorenveranstaltung in den Herbst verschoben. Im vergangenen Jahr hatte sich der Wert der Avon-Aktie angesichts vergeblicher Bemühungen um einen Turnaround halbiert.

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Ein enttäuschender Ausblick drückte den Aktienkurs der Eisenbahngesellschaft Norfolk Southern um 4,2 Prozent und ein überraschendes Übernahmeangebot für 130 Dollar je Aktie bzw insgesamt 6,4 Milliarden Dollar der italienischen Unternehmer-Familie Agnelli, trieb den Kurs des US-Rückversicherers PartnerRe um knapp 9 Prozent auf 129,25 Dollar nach oben.

Sehr stark reagierte der Dollar auf die Einzelhandelsdaten bzw. die damit verbundenen Zinserhöhungsspekulationen. Er fiel von 1,0510 je Euro auf in der Spitze 1,0700 und kostete zuletzt 1,06510. Das ging auch am Goldpreis nicht spurlos vorüber. Der Preis für die Feinunze Gold stieg auf 1.192 Dollar von zuvor 1.185 Dollar, vor allem weil der niedrigere Dollar das Edelmetall für Käufer aus dem Nicht-Dollarraum günstiger macht.

Die Ölpreise zogen bereits den vierten Tag in Folge an. Das Fass der US-Sorte WTI kostete zum Settlement 53,29 Dollar, 2,7 Prozent mehr als am Vortag. Auch hier wirkte der schwächere Dollar preistreibend. Zudem hatte der iranische Ölminister die Opec-Staaten dazu aufgerufen, beim Treffen im Juni die Erdölförderung um 5 Prozent zu drosseln und der Bundesstaat Nord-Dakota hatte den zweiten Monat in Folge einen Förderrückgang beobachtet. Nord-Dakota gilt als eine der Schlüsselregione für die Schieferölproduktion in den USA, die maßgeblich zum preisbelastenden Ölüberangebot beigetragen hat.

Am Rentenmarkt zogen die Notierungen an, gaben aber zum Ende einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Auch hier sei eine eher später kommende Zinsanhebung gespielt worden, hieß es.

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Index Schlussstand Bewegung % Bewegung abs.
Dow Jones Industrial 18.036,70 +0,3% +59,66
S&P-500 2.095,84 +0,2% +3,41
Nasdaq-Composite 4.977,29 -0,2% -10,96
Nasdaq-100 4.397,64 -0,3% -11,56

Kupon Laufzeit Notierung Änderung Rendite Änderung
1/2% 2 Jahre 99 31/32 +2/32 0,516% -2,0 Bp
3/4% 3 Jahre 99 22/32 +3/32 0,858% -3,7 Bp
1 3/8% 5 Jahre 100 5/32 +6/32 1,339% -4,1 Bp
1 3/4% 7 Jahre 100 16/32 +9/32 1,671% -4,3 Bp
2% 10 Jahre 100 28/32 +10/32 1,904% -3,4 Bp
2 1/2% 30 Jahre 99 2/32 +24/32 2,544% -3,7 Bp

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 08.22 Uhr Mo, 17.38 Uhr
EUR/USD 1,0649 1,10% 1,0533 1,0589
EUR/JPY 127,21 0,79% 126,21 127,39
EUR/CHF 1,0358 0,46% 1,0310 1,0348
USD/JPY 119,48 -0,29% 119,82 120,32
GBP/USD 1,4777 0,76% 1,4665 1,4661
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos

END) Dow Jones Newswires

April 14, 2015 16:16 ET (20:16 GMT)

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