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MÄRKTE EUROPA/Entspannung um Griechenland treibt Aktienmärkte an

18.02.2015, 18:14 Uhr

Von Michael Denzin

Die Entspannung um Griechenland sorgte zur Wochenmitte für marktbreite Käufe an den europäischen Aktienmärkten. Das hochverschuldete Land will im Streit mit seinen Euro-Partnern nun offenbar bis Donnerstag eine Verlängerung des Kreditprogramms beantragen. Es bleibt aber abzuwarten, ob die Initiative in Brüssel auf Akzeptanz trifft. Das erste Treffen der Eurozone-Finanzminister war am Montag gescheitert. Der DAX stieg um 0,6 Prozent auf 10.961 Punkte und nähert sich damit wieder der Marke von 11.000 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 legte um 0,8 Prozent auf 3.466 Zähler zu. In Athen stieg der Leitindex um 1,1 Prozent.

Im Fokus der Märkte steht allerdings auch, was die Europäische Zentralbank (EZB) zu Griechenland sagt. Hier geht es um die entscheidende Verlängerung der ELA-Nothilfen für griechische Banken. Die Zentralbank tagt hierzu am Mittwoch und Donnerstag. Nach Einschätzung der Deutschen Bank könnte die EZB Griechenland ein Ultimatum setzen, was den Druck nochmals erhöhen würde. Am Freitag wäre der letzte Tag, an dem noch ein Kompromiss erreicht werden könnte.

Den Euro focht diese Debatte indes nicht großartig an: Er kam allerdings von seinem Tageshoch bei 1,1416 Dollar etwas zurück und ging bei 1,1343 Dollar um. Die guten US-Immobilien-Daten sorgten für Dollar-Käufe, hieß es zur Begründung. Die Commerzbank hob zudem hervor, dass der Markt entweder im Vergleich zu Montag kein erhöhtes Grexit-Risiko sehe oder zu dem Schluss gekommen sei, dass ein Grexit nicht marktrelevant sei. "Und wenn das alle glauben, dann ist das wohl auch so. Zumindest auf kurze bis mittlere Sicht", sagte Analyst Ulrich Leuchtmann.

Auch der Bankensektor Europas schien keine Probleme in einem Austritt der Griechen zu sehen: Er legte um 1,9 Prozent zu. Stützend wirkten auch sehr gute Quartalszahlen der Credit Agricole, deren Aktien um fast 8 Prozent in die Höhe sprangen. Societe Generale wertete die Geschäftszahlen positiv: Der Vorsteuergewinn sei 16 Prozent über den Erwartungen ausgefallen, zudem habe es geringere Berichtigungen auf das Kreditportfolio gegeben. Auch die Dividende von 0,35 Euro liege über der Prognose. Im DAX kletterten Commerzbank um 1,9 Prozent und Deutsche Bank um 1,8 Prozent. Selbst griechische Institute erholten sich um bis zu 7 Prozent.

Am Abend richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auch auf das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank von Ende Januar. Im Handel erhofft man sich Hinweise über die weitere US-Zinspolitik. Laut Chris Weston vom Broker IG ist die Zinskurve in den USA in den vergangenen elf Sitzungen um 30 Basispunkte steiler geworden. Dies weise auf einen ersten Zinsschritt in den USA im September hin.

Daneben blickte der Markt auf die Quartalszahlen europäischer Unternehmen: Abschreibungen auf Assets und bei Beteiligungsverkäufen haben das Nettoergebnis des französischen Baukonzerns Lafarge im vierten Quartal in den roten Bereich gedrückt. Operativ sei es aber deutlich besser gelaufen als erwartet, hieß es im Handel. "Die Aussagen zum Ausblick sind bullish", so Robert Gardiner von Davy Research. Lafarge stiegen um 1,9 Prozent.

Eni legten um 3,4 Prozent zu. Das bereinigte EBIT des italienischen Ölkonzerns war laut Jefferies mit 25 Prozent deutlich über den Konsensschätzungen ausgefallen.

Für die Aktien von Bierbrauer Carlsberg ging es nach Quartalszahlen 1,7 Prozent abwärts. Für den bisherigen CEO Jorgen Buhl Rasmussen rückt der Niederländer Cees t'Hart auf den Chefposten. Doch selbst mit einem neuen CEO aus Holland steige für Carlsberg nicht die Wahrscheinlichkeit einer Fusion mit Heineken: "Die Aktivitäten von Heineken und Carlsberg überlappen sich zu stark", sagte Gerard Rijk von SNS Securities.

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Im DAX legten fast alle Titel deutlich zu. K+S stiegen mit einem Plus von 3,3 Prozent auf 28,81 Euro an die DAX-Spitze. Hier trieb eine positive Studie zum Sektor der Agrochemie von KeplerCheuvreux. Die Analysten hätten sich dabei zuversichtlicher zu den Aussichten der Branche geäußert, als es bisher am Markt Konsens sei, hieß es dazu im Handel. Zudem wurde das Kursziel deutlich auf 40 nach 30 Euro erhöht.

Für die Autohersteller ging es nach den guten Zulassungszahlen für Europa vom Vortag weiter nach oben: VW stiegen um 2,3 Prozent, Daimler um 1,4 Prozent und BMW um 1,9 Prozent. Infineon profitierten von der jüngsten Rally der US-Technologiewerte und stiegen um 2,7 Prozent.

Schlusslicht waren erneut die deutschen Versorger: Die Commerzbank hat laut Angaben aus dem Handel E.ON und RWE zum "Reduzieren" empfohlen und bei RWE das Kursziel auf 22 nach 26 Euro gesenkt. RWE verloren 0,9 Prozent und E.ON 1 Prozent.

Im MDAX reduzierten sich Südzucker um 1,3 Prozent nach einer Gewinnwarnung ihrer Beteiligung CropEnergies. Deren Aktien fielen fast 7 Prozent, waren aber am Morgen schon bis zu 20 Prozent eingebrochen. Der Fall der Ölpreise hat auch die Bioethanolpreise auf Allzeit-Tief gedrückt. Die Südzucker-Tochter muss daher sogar die Produktion bei ihrer britischen Tochtergesellschaft Ensus UK auf Eis legen.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.465,80 +27,36 +0,8% +10,2%
Stoxx-50 3.306,63 +18,69 +0,6% +10,1%
Stoxx-600 380,37 +3,35 +0,9% +11,0%
XETRA-DAX 10.961,00 +65,38 +0,6% +11,8%
FTSE-100 London 6.898,08 -0,05 -0,0% +5,1%
CAC-40 Paris 4.799,03 +45,04 +0,9% +12,3%
AEX Amsterdam 467,32 +3,90 +0,8% +10,1%
ATHEX-20 Athen 250,73 +2,68 +1,1% -5,3%
BEL-20 Bruessel 3.595,82 +22,23 +0,6% +9,5%
BUX Budapest 18.082,27 +169,16 +0,9% +8,7%
OMXH-25 Helsinki 3.389,67 +25,82 +0,8% +13,4%
ISE NAT. 30 Istanbul 105.447,85 +1372,49 +1,3% -0,7%
OMXC-20 Kopenhagen 830,03 +14,43 +1,8% +11,5%
PSI 20 Lissabon 5.415,95 +70,35 +1,3% +14,3%
IBEX-35 Madrid 10.805,30 +107,30 +1,0% +5,1%
FTSE-MIB Mailand 21.659,33 +393,08 +1,8% +13,9%
RTS Moskau 929,35 +34,74 +3,9% +17,5%
OBX Oslo 564,25 +3,58 +0,6% +7,7%
PX Prag 1.006,88 -0,87 -0,1% +6,4%
OMXS-30 Stockholm 1.652,15 +21,15 +1,3% +12,8%
WIG-20 Warschau 2.346,71 -13,60 -0,6% +1,3%
ATX Wien 2.427,76 +24,97 +1,0% +12,4%
SMI Zuerich 8.800,71 +52,88 +0,6% -2,0%

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8.30 Uhr Di, 17.48 Uhr
EUR/USD 1,1343 -0,44% 1,1393 1,1393
EUR/JPY 135,20 -0,38% 135,72 135,61
EUR/CHF 1,0715 0,33% 1,0680 1,0654
USD/JPY 119,20 0,07% 119,11 119,04
GBP/USD 1,5430 0,56% 1,5344 1,5341
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February 18, 2015 12:14 ET (17:14 GMT)

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