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Japanische Autozulieferer müssen in China 150 Mio Euro Strafe zahlen

20.08.2014, 08:07 Uhr

Von Colum Murphy

SCHANGHAI--Die chinesischen Behörden haben Strafen gegen japanische Autozulieferer wegen Kartellvergehen verhängt. Zwölf japanische Firmen müssen wegen Preismanipulationen insgesamt 1,24 Milliarden Yuan zahlen, umgerechnet gut 150 Millionen Euro.

Unter den betroffenen Unternehmen sind Hitachi, NSK, NTN und Sumitomo, wie die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) mitteilte. Sie sollen Preise von Autoteilen abgesprochen haben.

Seit Inkrafttreten des neuen Kartellgesetzes 2008 hat China eine Reihe ausländischer Konzerne mehrerer Branchen ins Visier genommen.

Insbesondere Autohersteller sind auf dem lukrativen chinesischen Markt unter Druck geraten. Chinas Staatsmedien hatten sie beschuldigt, durch ihre Dominanz auf dem Markt über die Maßen gut zu verdienen, indem sie den Kunden zu viel Geld abknöpfen und den Verkauf von Ersatzteilen kontrollieren.

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Die Strafen für die Japaner könnten einen Hinweis darauf geben, was die Premiumhersteller Audi, BMW und Mercedes-Benz werden zahlen müssen. Gegen die drei Unternehmen laufen Untersuchungen der NDRC. Zuletzt meldeten lokale Behörden, dass Mercedes-Benz in einer chinesischen Region die Preise für Ersatzteile manipuliert habe.

Von Audi hieß es, man wolle die Untersuchung der NDRC gegen das Unternehmen nicht kommentieren, solange sie nicht abgeschlossen sei. BMW teilte mit, der Konzern befolge chinesische Gesetze. Daimler wollte keinen Kommentar abgeben.

Die Behörden können den Firmen Strafen von bis zu 10 Prozent des Umsatzes des vergangenen Jahres in dem Land auferlegen.

Es sei sehr wahrscheinlich, dass die deutschen Autohersteller die größtmögliche Summe zahlen müssten, sagte Yale Zhang, Chef der Beratungsfirma Automotive Foresight. Es hänge aber viel vom Verhandlungegeschick der Unternehmen ab. Alle drei hatten bereits angekündigt, die Preise für Ersatzteile zu senken.

Wenn die chinesischen Behörden der Ansicht sind, dass die Autohersteller in einer ehrlichen Art und Weise mit dem Problem umgehen, könnte die Strafe auch gering ausfallen", so Zhang. Aber selbst 2 Prozent vom Umsatz wäre für Audi noch eine stattliche Summe. Audi berichtet seine Ergebnisse in China aber nicht separat.

Bei den japanischen Konzernen muss NSK, einer der weltgrößten Hersteller von Kugellagern, 174,9 Millionen Yuan zahlen. Der Konzern sagte, er habe mit den Behörden zusammengearbeitet. Er entschuldigte sich bei seinen Aktionären und Kunden. Damit ist NSK glimpflich davongekommen. Die Strafe macht weniger als 2 Prozent des China-Umsatzes im abgelaufenen Geschäftsjahr aus.

Mitarbeit: Rose Yu, Liyan Qi und Ilka Kopplin.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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August 20, 2014 02:07 ET (06:07 GMT)

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