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BMW zeigt vorerst kein Auto mit Brennstoffzelle

16.12.2014, 17:11 Uhr

Von Hendrik Varnholt

BMW überlässt beim Thema Brennstoffzellen-Auto einstweilen der Konkurrenz das Feld: Der weltgrößte Premium-Autohersteller will auch auf den nächsten Automessen in Detroit und Genf kein Konzept für ein solches Fahrzeug vorstellen. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag auf Anfrage. Er zog damit Aussagen von BMW USA zurück. Die amerikanische Konzerngesellschaft hatte zuvor in einer Mitteilung angekündigt, BMW werde auf der Detroit Motor Show Mitte Januar zum ersten Mal das Konzept für einen Brennstoffzellen-Antrieb und dessen mögliche Integration in ein Fahrzeug vorstellen.

In der öffentlichen Wahrnehmung droht BMW damit in Sachen Brennstoffzelle den Anschluss zu verlieren: Daimler hat längst Testwagen mit Brennstoffzelle auf die Straße gebracht. Auch der Volkswagen-Konzern stellte jüngst mehrere Testautos vor, die mit der Technik fahren. BMW entwickelt den Brennstoffzellenantrieb zwar auch in einer Kooperation mit Toyota. Bislang nutzen aber nur die Japaner die Technik in ihrem Serienfahrzeug Mirai.

Wann BMW selbst einen Brennstoffzellen-Antrieb vorstellt, ließ der Konzernsprecher am Dienstag offen. Er sprach nur von einer Vorstellung "in Kürze". Die Präsentation komme aber erst für die Zeit nach dem Genfer Autosalon infrage. Die Messe am Genfer See endet Mitte März.

Der Sprecher kündigte zudem an, es werde sich bei dem dann präsentierten Antriebskonzept um eine Technik mit einem "sehr innovativen Ansatz" handeln. BMWs erstes Brennstoffzellen-Auto wird aber offenbar anders als jüngst spekuliert kein i5. Ein solches Modell sei "nicht in Planung", sagte der Unternehmenssprecher. Beobachter hatten einen i5 mit Brennstoffzelle für eine wahrscheinliche Erweiterung der i-Modellreihe gehalten, die bislang aus dem rein elektrischen i3 und dem Hybrid-Sportwagen i8 besteht.

Autos mit Brennstoffzelle wandeln Wasserstoff in Strom um. Ein Elektromotor bewegt letztlich das Fahrzeug. Gegenüber Autos mit Batteriespeicher sollen Brennstoffzellen-Fahrzeuge höhere Reichweiten bieten. Zudem lassen sich Autos wesentlich schneller mit Wasserstoff betanken als mit elektrischer Energie aufladen.

BMW setzt gleichwohl stärker auf sogenannte Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge, die zusätzlich zum Verbrennungsmotor mit einem über das Stromnetz aufladbaren Akku ausgestattet sind. Bis zum Jahr 2020 will der Hersteller nach eigenen Angaben praktisch in jeder Modellreihe eine Fahrzeugvariante mit einer Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor anbieten. Für das Jahr 2016 plant BMW eine Plug-In-Hybrid-Variante des 3er.

Andere Premium-Autohersteller gehen ähnlich vor: Daimler hat schon ein Fahrzeug der eigenen S-Klasse mit der Plug-In-Hybrid-Antriebstechnik vorgestellt. Audi bietet den A3 in einer entsprechenden Variante an. Ziel der Hersteller ist es, mit neuartigen Antriebskonzepten den durchschnittlichen Kohlendioxidausstoß der eigenen Neuwagen drastisch zu senken. Dazu zwingen die Unternehmen gesetzliche Vorgaben unter anderem in der Europäischen Union.

Kontakt zum Autor: hendrik.varnholt@wsj.com

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