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MÄRKTE EUROPA/Rendite auf Jahreshoch - Aktien tiefrot

05.05.2015, 18:25 Uhr

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einer Achterbahnfahrt sind die europäischen Aktienmärkte am Dienstag im späten Geschäft regelrecht abgestürzt. Der DAX verlor 2,5 Prozent auf 11.328 Punkte. Damit schloss der deutsche Leitindex mehr als 420 Punkte unter seinem Tageshoch. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 2,3 Prozent. Gedrückt wurde die Stimmung von weiter steigenden Zinsen und einem schwachen Dollar.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg erstmals seit Januar auf über 0,5 Prozent und markierte mit 0,53 Prozent ein neues Jahreshoch. Gegenüber den Tiefstständen vor zwei Wochen hat sie sich nun verzehnfacht. Mit dem steigenden Ölpreis lösten sich die Deflationsszenarien weiter auf. "Es ist nicht auszuschließen, dass sich der Zinsanstieg zu einem Anleihen-Crash entwickelt", sagte Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest. Aber auch für die Aktien sei das Szenario ungünstig: "Der Druck, auf Aktien umzusteigen, sinkt", so der Marktanalyst mit Blick auf große Kapitalanleger wie die Versicherungen.

Auslöser für die Marktturbulenzen waren zum einen widersprüchliche US-Konjunkturdaten und zum anderen kräftig steigende Ölpreise. Nach der Nordsee-Sorte Brent hat sich nun auch die US-Sorte WTI auf mehr als 60 Dollar je Barrel verteuert. Saudi-Arabien hatte die Ölpreise für Kunden in den USA und Europa angehoben. Zugleich haben Regierungsgegner in Libyen einen Ölexporthafen lahmgelegt.

In den USA ist das Außenhandelsdefizit im März viel stärker gestiegen als erwartet, was die Stimmung belastete. Allerdings hat sich diese unter den Einkaufsmanagern für das nicht verarbeitende Gewerbe zuletzt verbessert. Der Euro stieg wieder auf 1,12 Dollar nach einen Tagestief bei 1,1066.

Die hohe Schwankungsanfälligkeit dürfte die Märkte weiter begleiten", sagte Achim Matzke, Marktanalyst der Commerzbank. Die Unsicherheit werde auch vom Fortgang der Berichtssaison geschürt. Zudem stehen für die zweite Wochenhälfte wichtige Ereignisse auf der Agenda, so die Parlamentswahlen in Großbritannien und der US-Arbeitsmarktbericht für April oder auch Zahlungsverpflichtungen Griechenlands. Die Börse in Athen brach um 3,9 Prozent ein.

Auf der Seite der europäischen Aktien hat sich das Bild vom Vormittag um 180 Grad gedreht. Während fast alle Branchen ins Minus abtauchten, zogen die Kurse der Rohstoff- und Ölaktien an. Ölaktien stiegen mit einem Plus von 0,5 Prozent am stärksten.

Ansonsten hielt die Bilanzsaison die Börse in Atem. Die schweizerische Großbank UBS hat im ersten Quartal von soliden Ergebnissen im Investmentbanking und in der Vermögensverwaltung profitiert. Das Institut übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Die überraschend hohen Erträge aus dem Wealth Management haben laut einem Händler die Erträge der UBS im ersten Quartal in die Höhe getrieben. Die Börse honoriert die guten Zahlen, die Aktie legte um 3,8 Prozent zu.

Infineon und Adidas konnten sich trotz guter Quartalszahlen dem Abgabedruck nicht entziehen, sie verloren beide über 2 Prozent. Lufthansa gaben um 2,2 Prozent nach, nachdem Deutschlands größte Fluglinie die Prognose für die Treibstoffkosten nach oben genommen hatte. Im MDAX zogen Symrise gegen den Trend um 1,2 Prozent an. Der Zukauf der Diana-Gruppe, solides organisches Wachstum und günstige Wechselkurse haben dem Duft- und Aromenhersteller zu einem starken ersten Quartal verholfen.

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Daneben verloren E.ON 3,8 Prozent, nachdem die Analysten der Societe Generale die Aktie auf "Halten" zurückgenommen hatten. Noch stärker erwischte es Fresenius mit einem Minus von 4,0 Prozent, auch andere Pharmawerte litten unter aggressiven Gewinnmitnahmen. Der Gesundheitssektor büßte 2,8 Prozent ein.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.546,56 -86,38 -2,4% +12,7%
Stoxx-50 3.401,48 -42,57 -1,2% +13,2%
Stoxx-600 391,01 -5,81 -1,5% +14,2%
XETRA-DAX 11.327,68 -292,17 -2,5% +15,5%
FTSE-100 London 6.927,58 -58,37 -0,8% +5,5%
CAC-40 Paris 4.974,07 -107,90 -2,1% +16,4%
AEX Amsterdam 482,61 -8,56 -1,7% +13,7%
ATHEX-20 Athen 237,18 -9,74 -3,9% -10,5%
BEL-20 Brüssel 3.600,20 -72,32 -2,0% +9,6%
BUX Budapest 22.588,62 +34,59 +0,2% +35,8%
OMXH-25 Helsinki 3.288,51 -83,19 -2,5% +10,1%
ISE NAT. 30 Istanbul 102.387,00 -2665,43 -2,5% -3,5%
OMXC-20 Kopenhagen 958,19 -16,80 -1,7% +28,7%
PSI 20 Lissabon 6.203,15 -149,45 -2,4% +26,2%
IBEX-35 Madrid 11.115,60 -313,50 -2,7% +8,1%
FTSE-MIB Mailand 22.576,35 -640,82 -2,8% +18,7%
RTS Moskau 1.072,93 +43,62 +4,2% +35,7%
OBX Oslo 586,88 +0,43 +0,1% +12,1%
PX Prag 1.025,40 -3,62 -0,4% +8,3%
OMXS-30 Stockholm 1.595,48 -38,62 -2,4% +8,9%
WIG-20 Warschau 2.507,95 -15,14 -0,6% +8,3%
ATX Wien 2.583,93 -30,16 -1,2% +19,6%
SMI Zürich 9.024,38 -71,44 -0,8% +0,5%

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8.30 Uhr Mo, 17.54 Uhr
EUR/USD 1,1187 0,75% 1,1104 1,1146
EUR/JPY 134,07 0,50% 133,41 134,01
EUR/CHF 1,0357 -0,45% 1,0404 1,0430
USD/JPY 119,82 -0,27% 120,14 120,27
GBP/USD 1,5187 0,54% 1,5105 1,5108
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Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com

DJG/hru/flf

END) Dow Jones Newswires

May 05, 2015 12:25 ET (16:25 GMT)

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