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MÄRKTE EUROPA/Gewinnmitnahmen bei Aktien - Jahrestief im Euro

20.08.2014, 18:10 Uhr

Von MICHAEL DENZIN

Gewinnmitnahmen nach dem guten Lauf der vergangenen Tage haben die Kurse an Europas Börsen am Mittwoch leicht nach unten gezogen. Vor dem mit Spannung erwarteten Sitzungsprotokoll der US-Notenbank am Abend hielten sich Anleger zurück. Die britische Notenbank hat ihres bereits am Vormittag vorgelegt. Zwei Mitglieder forderten dort sofortige Zinserhöhungen und trieben das britische Pfund damit nach oben. Der Euro fiel umgekehrt zeitweise auf ein neues Jahrestief.

Nun wird mit Argusaugen auf die Aussagen der Fed gewartet, die geopolitischen Krisenherde Irak und Ukraine traten demgegenüber in den Hintergrund. Anleger erhoffen sich nun klare Hinweise auf den genauen Zeitpunkt der ersten Zinserhöhungen seit langem in den USA. Der DAX verlor 0,2 Prozent auf 9.315 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab 0,2 Prozent nach auf 3.084 Zähler.

Auch beim Protokoll der US-Notenbank liegt der Fokus darauf, inwieweit sich die geldpolitischen "Falken" in dem Gremium durchsetzen konnten. Die National-Bank spricht von einem Riss, der durch die US-Notenbank laufe: Noch seien diejenigen, die sich gegen schnellere Zinserhöhungen aussprächen, deutlich in der Mehrheit.

Sollte das US-Protokoll ähnlich deutliche Meinungen wie das der Bank of England enthalten, erwarten Händler weiteren Druck auf den Euro. Er fiel bereits am Mittag nach den Aussagen der Briten mit 1,3275 Dollar auf ein neues Jahrestief. Die Stärke des Dollar scheint derzeit ungebremst: Auch zum Yen stieg er so hoch wie seit vier Monaten nicht mehr. Grund ist die Annahme der Marktteilnehmer, dass die US-Notenbank die Zinsen bald anhebt, die Bank of Japan oder die EZB sich das aber angesichts der wirtschaftlichen Lage nicht trauen.

An den europäischen Aktienmärkten dominierten leichte Minuszeichen. Die meisten Branchen schlossen mit Abschlägen von deutlich weniger als 1 Prozent. Kursgewinne gab es dagegen wieder bei den defensiven Titeln. Versorger legten im Schnitt 0,6 Prozent und Pharma-Werte 0,4 Prozent zu. Auch die Rohstoff-Branche erholte sich von ihren Vortagsverlusten und gewann 0,8 Prozent.

Im DAX fielen Infineon um 1,4 Prozent. Hier belastete ein Pressebericht, wonach der Chiphersteller rund 2 Milliarden Dollar für die Übernahme einer US-Firma ausgeben will. Analysten haben dazu bislang keine einheitliche Meinung. Das Bankhaus Lampe weist auf Probleme hin, die durch die Integration eines US-Herstellers und die andersartige Unternehmenskultur entstehen könnten. Die Baader Bank verspricht sich dagegen mehr Nähe zu US-Kunden.

Siemens stiegen um 0,2 Prozent nach einer Kaufempfehlung durch Goldman Sachs. Nach einer Hochstufung auf "Hold" durch die Société Générale legten E.ON um 0,7 Prozent zu. Henkel fielen mit dem schwachen Sektor für Haushaltsgüter um 1,4 Prozent.

Im Blick standen die Bierbrauer mit ihren Quartalszahlen. So ist Carlsberg deutlich hinter den guten Quartalszahlen und dem optimistischen Ausblick des Konkurrenten Heineken zurückgeblieben und hat überdies seinen Ausblick gesenkt. "Carlsberg hat als Marktführer auf dem wichtigen Markt Russland Marktanteile an die drei großen Konkurrenten Efes, AB InBev und Heineken verloren", sagte ein Händler. Carlsberg-Aktien verloren 3,6 Prozent, während Heineken um 8,3 Prozent nach oben sprangen.

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Die Papiere von Glencore stiegen nach soliden Halbjahreszahlen 0,4 Prozent. "Bessere Zahlen querbeet im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013", sagte Yuen Low von Shore Capital dazu. Positiv seien zudem die um 11 Prozent erhöhte Dividende und das 1 Milliarde Dollar schwere Aktienrückkaufprogramm.

Gelassen wurde an der Börse die 300 Millionen Dollar teure Strafe für die Bank Standard Chartered in den USA wegen eines Verstoßes gegen das Geldwäschegesetz gesehen. "Das ging gestern schon als Gerücht durch den Markt und Rückstellungen hat der Finanzkonzern in ausreichender Höhe getätigt", sagte ein Händler. Die Standard-Aktie kletterte um 0,3 Prozent.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.083,50 -7,61 -0,2% -0,8%
Stoxx-50 2.977,53 -1,26 -0,0% +2,0%
Stoxx-600 335,30 -0,19 -0,1% +2,1%
XETRA-DAX 9.314,57 -19,71 -0,2% -2,5%
FTSE-100 London 6.755,48 -23,83 -0,4% +0,1%
CAC-40 Paris 4.240,79 -13,66 -0,3% -1,3%
AEX Amsterdam 403,32 +0,01 +0,0% +0,4%
ATHEX-20 Athen 361,96 +3,82 +1,1% -5,9%
BEL-20 Bruessel 3.146,33 -17,59 -0,6% +7,6%
OMXH-25 Helsinki 2.925,88 +11,69 +0,4% +3,2%
ISE NAT. 30 Istanbul 96.797,34 -571,64 -0,6% +17,4%
OMXC-20 Kopenhagen 736,06 +0,38 +0,1% +19,6%
PSI 20 Lissabon 5.697,25 -7,75 -0,1% -13,3%
IBEX-35 Madrid 10.420,90 +34,40 +0,3% +5,1%
FTSE-MIB Mailand 19.605,97 -38,40 -0,2% +3,4%
RTS Moskau 1.257,41 +5,72 +0,5% -12,8%
OBX Oslo 554,23 +2,65 +0,5% +10,1%
PX Prag 976,52 -6,18 -0,6% -1,3%
OMXS-30 Stockholm 1.373,50 -3,12 -0,2% +3,0%
WIG-20 Warschau 2.451,06 +3,07 +0,1% +2,1%
ATX Wien 2.274,24 -14,77 -0,6% -10,7%
SMI Zuerich 8.527,91 +2,53 +0,0% +4,0%

DEVISEN zuletzt +/- % Mi., 10.07 Uhr Di, 17.35 Uhr
EUR/USD 1,3282 -0,10% 1,3295 1,3315
EUR/JPY 137,29 0,00% 137,29 136,98
EUR/CHF 1,2107 0,03% 1,2104 1,2107
USD/JPY 103,36 0,09% 103,27 102,87
GBP/USD 1,6633 0,06% 1,6623 1,6621

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August 20, 2014 12:10 ET (16:10 GMT)

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