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MÄRKTE EUROPA/Kräftige Erholung - DAX wieder über 9.000er-Marke

28.10.2014, 18:18 Uhr

Von Michael Denzin

Kräftig erholt von den Vortagesverlusten sind Europas Börsen am Dienstag aus dem Handel gegangen. Der DAX übersprang dabei locker die Marke von 9.000 Punkten und machte damit den Abverkauf vom Wochenbeginn wieder wett. Fast alle Branchen schlossen deutlich im Plus. Positive Impulse gab es durch Quartalsberichte - vor allem in den USA. IG-Marktstratege Stan Shamu verwies darauf, dass bereits 43 Prozent der im S&P-500 vertretenen Unternehmen ihre Quartalszahlen vorgelegt haben, 79 Prozent von ihnen übertrafen dabei die Gewinnerwartungen, 60 Prozent überzeugten beim Umsatz.

Gute US-Vorlagen am Nachmittag sorgten daher für stabile Kurse auch in Europa. Zudem stützte ein überraschender Sprung in der Zuversicht der US-Verbraucher auf ein Siebenjahreshoch. Der DAX kletterte um 1,9 Prozent auf 9.068 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legte um 1,2 Prozent auf 3.036 Zähler zu.

Trotz der aktuellen Kursgewinne läuft die Berichtssaison in Europa aber nicht so rund wie jene in den USA. Gerade im Finanzsektor belasten horrende Rückstellungen die Kurse. Auch hat der schwache Ifo-Geschäftsklimaindex des Vortages gezeigt, wie viele Wachstumsrisiken für Deutschland und die Eurozone bestehen.

Anleger blicken nun mit Spannung auf die Sitzung der US-Notenbank, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht werden. Der Markt nimmt an, dass die Federal Reserve ihre Anleihekäufe beenden wird, auch wenn es zuletzt zum konkreten Zeitpunkt unterschiedliche Aussagen gab. Offen ist, ob US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen den Märkten nach Ende des Anleihekaufprogramms Leitzinsen nahe Null für "geraume Zeit" in Aussicht stellen wird. Sollte dieser Passus fehlen, könnte der Dollar steigen und die Aktienkurse an den Börsen unter Druck bringen. Der Euro ging bei 1,2743 Dollar etwas höher aus dem europäischen Geschäft - gestützt von schwachen US-Aufträgen für langlebige Industriegüter.

Im DAX sprangen Deutsche Telekom um 3,7 Prozent nach oben. Ein überraschend starker Kundenzuwachs der US-Tochter befeuerte den Kurs der Mutter. Für Deutsche Börse ging es nach Quartalszahlen um 2,8 Prozent höher. Die Erträge lagen zwar leicht unter Erwartung, der Umsatz überzeugte aber. Positiv wurden auch die stark gestiegenen Handelsaktivitäten im Oktober und der anstehende Vorstandswechsel aufgenommen.

Nach einer Hochstufung durch Goldman Sachs stieg das K+S-Papier um 2,2 Prozent. Bei den deutschen Versorgerwerten kam es zu einer Aufholjagd nach den vorangegangenen Verlusten: So stiegen RWE 3,3 Prozent und E.ON um 2,3 Prozent. Auch BASF erholten sich nach guten Geschäftszahlen des US-Konkurrenten DuPont und legten 2,6 Prozent zu, Bayer stiegen um 2,3 Prozent.

Die Titel der schweizerischen UBS sprangen nach Zahlenausweis der Großbank um 5,8 Prozent. Die hohen Kosten für Rechtsstreitigkeiten von 1,8 Milliarden Franken belasteten den Gewinn zwar stärker als erwartet, positiv ragte aber der Mittelzufluss in die Vermögensverwaltung hervor. Er übertraf mit 14,4 Milliarden Franken die Schätzung von knapp 11 Milliarden Franken deutlich.

Bei Lloyds Banking haben hohe Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten den Gewinn dagegen beinahe "aufgezehrt". Die Bank hatte dafür im dritten Quartal 900 Millionen Pfund Sterling zurückgestellt. "Mit so viel hatte wohl kaum ein Analyst gerechnet", sagte ein Händler. Die Aktien fielen um 2,4 Prozent.

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Noch übler sah die Lage bei Standard Chartered aus, die unter einem schwächeren Wachstum in China litten. Die Aktien brachen um 8,8 Prozent ein. Jefferies-Analyst Joseph Dickerson fand kaum Positives in den Daten: Nahezu jeder Baustein in der Gewinn- und Verlustrechnung sei schwächer als erwartet ausgefallen und der Ausblick zudem düster.

Den Sanofi-Papieren erging es noch schlechter, sie brachen um 10,6 Prozent ein. Der Blockbuster "Lantus" gegen Diabetes enttäuschte schwer. "Der Wettbewerb auf dem Wachstumsmarkt Nordamerika ist deutlich härter geworden und Sanofi musste beim Preis große Abstriche machen", sagte ein Händler. Sanofi sehe nun einen "stabilen" Markt für Diabetesprodukte, was weit unter den prozentual zweistelligen Wachstumsprognosen der Analysten lag.

Genau gegenläufig lief es bei Novartis: "Vor allem Glivec hat die Erwartungen klar übertroffen", sagte ein Händler mit Blick auf das umsatzstärkste Medikament der Schweizer. Hier stieg der Absatz im dritten Quartal um rund 10 Prozent, während Analysten mit einer Stagnation gerechnet hatten. Die Aktien stiegen um 1,8 Prozent.

GEA-Aktien im MDAX stiegen nach guten Quartalszahlen um 2,2 Prozent. Die DZ-Bank sprach von einer guten Entwicklung des Segments Farm Technologies dank einer guten Produktpalette. DMG Mori Seiki schlossen trotz ordentlicher Zahlen 4,4 Prozent tiefer. Independent Research bemängelte eine schwächere Entwicklung im Bereich Werkzeugmaschinen. Nach enttäuschenden Geschäftszahlen fielen Aixtron im TecDAX um 2,3 Prozent. Die Ertragswende nehme mehr Zeit in Anspruch als angenommen, sagte die DZ-Bank.

Europäische Schlussstände von Dienstag, den 28. Oktober 2014:

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.039,09 +40,25 +1,3% -2,2%
Stoxx-50 2.924,74 +24,47 +0,8% +0,2%
Stoxx-600 328,47 +3,37 +1,0% +0,1%
XETRA-DAX 9.068,19 +165,58 +1,9% -5,1%
FTSE-100 London 6.402,17 +38,71 +0,6% -5,1%
CAC-40 Paris 4.112,67 +15,93 +0,4% -4,3%
AEX Amsterdam 401,26 +6,21 +1,6% -0,1%
ATHEX-20 Athen Feiertag
BEL-20 Brüssel 3.110,32 +47,69 +1,6% +6,4%
BUX Budapest 17.037,95 -91,80 -1,5% -8,2%
OMXH-25 Helsinki 2.885,18 +53,10 +1,9% +1,8%
ISE NAT. 30 Istanbul 97.685,26 +568,08 +0,6% +18,5%
OMXC-20 Kopenhagen 724,18 -11,80 -1,6% +17,7%
PSI 20 Lissabon 5.128,20 +112,31 +2,2% -20,1%
IBEX-35 Madrid 10.394,80 +199,60 +2,0% +4,8%
FTSE-MIB Mailand 19.476,62 +447,95 +2,4% +2,7%
RTS Moskau 1.051,03 +11,53 +1,1% -27,1%
OBX Oslo 529,89 +7,71 +1,5% +5,2%
PX Prag Feiertag
OMXS-30 Stockholm 1.380,83 +20,50 +1,5% +3,6%
WIG-20 Warschau 2.456,73 +19,01 +0,8% +2,3%
ATX Wien 2.182,11 +15,84 +1,0% -14,3%
SMI Zürich 8.630,41 +109,93 +1,3% +5,2%

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8.25 Uhr Mo, 17.44 Uhr
EUR/USD 1,2745 0,27% 1,2710 1,2713
EUR/JPY 137,74 0,50% 137,05 136,84
EUR/CHF 1,2063 0,04% 1,2058 1,2056
USD/JPY 108,07 0,21% 107,84 107,63
GBP/USD 1,6161 0,28% 1,6116 1,6134
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Kontakt zum Autor: Maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/flf

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October 28, 2014 13:18 ET (17:18 GMT)

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