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Montag, 22. Dezember 2014

Börse

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MÄRKTE EUROPA/Ölpreis, China und TLTRO setzen Börsen zu

12.12.2014, 10:51 Uhr

Von MICHAEL DENZIN

Mit roten Vorzeichen zeigen sich die Börsen in Europa am Freitag im frühen Handel. Nach der kleinen Kurserholung am Donnerstag geht es vor dem Wochenende wieder bergab. "Die Wall Street hat im späten Handel der Mut verlassen", sagt ein Händler. Für Misstimmung und Verunsicherung sorgt dort wie auch anderswo der Absturz des Preises für US-Öl auf unter 60 Dollar - zum ersten Mal seit 5 Jahren. Zudem trüben schwächere Wirtschaftsdaten aus China und die Enttäuschung über den Langfristender der EZB vom Vortag die Stimmung der Anleger. Der DAX fällt um 1,0 Prozent auf 9.765 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 1,0 Prozent auf 3.128 Zähler. Beide zeigen sich damit von den Tagestiefs stärker erholt.

Wie erwartet lasten die in den Indizes schwer gewichteten Ölaktien auf den Kursen. Der Öl- und Gassektor rutscht um 2,1 Prozent ab, der Rohstoffsektor verliert nach enttäuschend ausgefallenen Konjunkturdaten des Großabnehmers China sogar 2,5 Prozent. Händler warten nun mit Spannung auf den Monatsbericht der Internationale Energieagentur (IEA) zum Ölmarkt.

In China hat die Industrieproduktion im November mit einem Wachstum von 7,2 Prozent die Konsensprognose von 7,5 Prozent verfehlt. "Der dritte monatliche Rückgang der Zementproduktion in Folge ist kein gutes Zeichen für das produzierende Gewerbe", kommentiert Heino Ruland von Ruland Research. In der Folge machen Konjunktursorgen wieder die Runde und sorgen dafür, dass die Anleger vor dem Wochenende auf Nummer sicher gehen und verkaufen.

Bei den Konjunkturdaten in Europa steht nun die Industrieproduktion auf der Agenda. Erwartet wird hier ein Anstieg von 0,2 Prozent zum Vormonat bzw 0,8 Prozent zum Vorjahr. Neue Inflationsdaten aus Italien und Spanien zeigen derweil, dass die Preisentwicklung weiter gedämpft bleibt.

Auch Griechenland und Russland stellen Belastungsfaktoren dar. Angesichts drohender Neuwahlen mit einem möglichen Sieg der eurokritisch eingestellten und wenig kompromissbereiten Linken ist der Aktienmarkt in Athen in den vergangenen drei Tagen um über 20 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig schnellten die Renditen kräftig nach oben. Am Freitag deutet sich eine erste kleine Erholung an, der Index steigt um 1,8 Prozent. In Moskau ist der dollardenominierte RTS-Index auf den niedrigsten Stand seit April 2009 gefallen vor dem Hintergrund der fortgesetzten Rubel- und Ölpreisschwäche.

Für Fragezeichen in Europa sorgt weiter die geringe Inanspruchnahme des zielgerichteten Refinanzierungsgeschäfts der EZB (TLTRO) vom Vortag. Spannend werde nun am späten Vormittag zu sehen, wie viel die Banken von den vor drei Jahren in Anspruch genommenen Tendern der EZB zurückzahlen, um einen Eindruck zu bekommen, wie groß der Nettoeffekt des neuen TLTRO war. "Keiner weiß so recht, wann er mit einem Anleihekaufprogramm durch die EZB rechnen kann", sagt ein Marktteilnehmer. Der Euro erholt sich von seinem Rücksetzer am Vortag und klettert auf 1,2372 und steigt wieder auf 1,2448 Dollar.

Kräftig abwärts um 3,4 Prozent geht es am deutschen Aktienmarkt bei BASF. Die Aktie des Chemieriesen ist von Morgan Stanley auf "Equalweight" abgestuft worden. Die hohe Gewichtung von BASF im Index belastet auch den DAX.

Stahlwerte leiden unter den schwachen Daten aus China. So fallen Salzgitter und Klöckner je um 3,5 Prozent, für ThyssenKrupp und ArcelorMittal geht es um 2,4 Prozent nach unten.

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Commerzbank geben um 2,5 Prozent nach. Die Bank steht offenbar kurz davor, den Streit mit den US-Behörden wegen Geldwäschevorwürfen und Verletzung von Sanktionen beizulegen mit der Zahlung von voraussichtlich mehr als 1 Milliarde Dollar. Analyst Philipp Häßler von der equinet Bank schätzt, dass die Commerzbank in den vergangenen Quartalen Rückstellungen von 400 Millionen Dollar aufgebaut hat. Die Belastung für die Gewinn- und Verlustrechnung schätzt er daher unter dem Strich auf 400 Millionen Euro.

SAP leiden unter einer Abstufung auf "Hold" nach "Buy" durch Kepler Cheuvreux und fallen über 1,9 Prozent.

Im MDAX legen Aurubis 1,9 Prozent zu. Das Unternehmen hat gute Zahlen gemeldet, aber überraschend die Dividende um fast 10 Prozent gesenkt. Händler erklären das Kursplus damit, dass der Kupferverarbeiter nicht als klassischer Dividendentitel betrachtet werde. Bei Hugo Boss geht es um 3,4 Prozent abwärts. Der Großaktionär Permira steigt weiter nach und nach aus dem Unternehmen aus und platziert dazu 4,9 Millionen Aktien.

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EUR/JPY 147,25 -0,1% 147,46 147,87
EUR/CHF 1,2007 -0,0% 1,2009 1,2013
USD/JPY 118,54 -0,2% 118,82 119,36
GBP/USD 1,5707 -0,2% 1,5731 1,5706
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