Spiegel Online manager magazin online

Mittwoch, 20. August 2014

Börse

KLOECKNER

10,10 Aktueller Kurs
-1,17% / -0,12 Differenz zum Vortag
10,20 Eröffnung
10,28 Tageshoch
10,02 Tagestief

Stand: 16:19 Uhr | Börsenschluss: in 0:55 Std.

Anzeige

MÄRKTE EUROPA/Kräftige Erholungsrally nach Ukraine-Schreck

18.08.2014, 18:25 Uhr

Von MICHAEL DENZIN

Deutlich erholt vom Ukraine-Schreck sind Europas Börsen am Montag aus dem Handel gegangen. Für Beruhigung sorgte, dass weder Russland noch die Ukraine von einem angeblichen Angriff der ukrainischen Armee auf einen russischen Militärkonvoi wissen wollte. Berichte darüber hatten am Freitag einen Ausverkauf in Gang gesetzt. Zur Entspannung trugen die Treffen von Außenpolitikern beider Seiten und der EU bei. Angeblich wurde über den russischen Hilfskonvoi eine Einigung erzielt, nicht aber über eine Waffenruhe.

Russlands Außenminister Lawrow bietet aber weitere Gespräche dazu an. Dies reichte, um Europas Börsen auf Erholungskurs zu schicken. Auch aus den USA kamen gute Nachrichten: Dort sprang der Technologie-Index Nasdaq auf ein neues Jahreshoch. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,3 Prozent auf 3.073 Punkte, der DAX stieg um 1,7 Prozent auf 9.245 Zähler.

Händler schließen dennoch neuerliche Schwächeanfälle in Europa nicht aus: "Die Nervosität hier ist weitaus höher als in den entfernteren USA", sagte ein Händler. Beunruhigende Nachrichten aus der Krisenregion könnten jederzeit wieder zu Verkäufen führen. Dazu komme der immer noch andauernde Kapitalabzug internationaler Anleger aus Europa, der diese Bewegungen verstärke.

Die Kurserholung zog sich quer durch alle Branchen: An der Spitze standen die Autowerte mit 2 Prozent Plus und Technologietitel mit 1,9 Prozent Aufschlag. Bei den Technologiewerten waren besonders Netzwerkausrüster wie Alcatel-Lucent und Ericsson mit Kursgewinnen von 3 und 2 Prozent gesucht. Im DAX profitierten SAP davon mit 2 Prozent.

Bei den Autos legten BMW und Daimler je 2,1 Prozent zu. Für Frankreichs Hersteller Renault und Peugeot-Citroen ging es bis zu 2,5 Prozent aufwärts. Die Aktien des Autozulieferers Continental stellten sogar den DAX-Gewinner und stiegen 3,3 Prozent.

Auch andere konjunkturzyklische Sektoren wie Chemie, Stahl und Bau gewannen deutlich. Bei den Chemiewerten stiegen BASF und Bayer um bis zu 2,2 Prozent. Bei den Bauwerten standen Lafarge mit 3,1 Prozent an der Spitze.

Stahlwerte profitierten zudem von Hoffnungen auf eine Bodenbildung bei den Stahlpreisen. ArcelorMittal legten 2,9 Prozent zu und Stahlhändler Klöckner im MDAX um 3,1 Prozent. ThyssenKrupp erhielten zudem gute Analystenkommentare und kletterten um 2,6 Prozent. Hier hatte die Deutsche Bank das Kursziel auf 20 nach 19 Euro erhöht. Von der Credit Suisse hieß es zudem, der Umbau des Stahlkochers sei die "interessanteste strukturelle Turnaround-Story" in dieser Branche. Das Kursziel sehen die Analysten bei 25 Euro.

Für TUI ging es um 2,1 Prozent aufwärts. Der Konzernchef will die Firma verschlanken und mehr als 100 der rund 650 Tochterfirmen zum Verkauf stellen. Im TecDax sprangen Nordex um 7,8 Prozent. Hier hatte sich der Vorstandschef positiv zum Wachstum geäußert.

Anzeige
Bei United Internet honorierte die Börsen den Einstieg bei Rocket Internet mit 3,8 Prozent Plus. Rocket kopiert erfolgreiche E-Commerce-Geschäftsmodelle - meist aus den USA - und baut sie in anderen Märkten auf. Das bekannteste Geschöpf dieser Startup-Schmiede ist der Online-Schuhhändler Zalando. Er bereitet sich ebenfalls auf einen Börsengang in diesem Jahr vor.

===

Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.073,45 +39,93 +1,3% -1,1%
Stoxx-50 2.964,25 +35,60 +1,2% +1,5%
Stoxx-600 333,60 +3,88 +1,2% +1,6%
XETRA-DAX 9.245,33 +152,73 +1,7% -3,2%
FTSE-100 London 6.741,25 +52,17 +0,8% -0,1%
CAC-40 Paris 4.230,65 +56,29 +1,3% -1,5%
AEX Amsterdam 399,91 +4,56 +1,2% -0,5%
ATHEX-20 Athen 350,12 -9,50 -2,6% -9,0%
BEL-20 Bruessel 3.146,67 +40,22 +1,3% +7,6%
BUX Budapest 17.670,58 +164,49 +0,9% -4,8%
OMXH-25 Helsinki 2.878,07 +28,98 +1,0% +1,5%
ISE NAT. 30 Istanbul 94.778,90 +897,12 +1,0% +15,0%
OMXC-20 Kopenhagen 727,40 +8,82 +1,2% +18,2%
PSI 20 Lissabon 5.523,34 +131,01 +2,4% -13,8%
IBEX-35 Madrid 10.353,40 +131,20 +1,3% +4,4%
FTSE-MIB Mailand 19.639,90 +158,94 +0,8% +3,5%
RTS Moskau 1.243,56 +11,22 +0,9% -13,8%
OBX Oslo 550,06 +1,03 +0,2% +9,2%
PX Prag 984,68 +0,78 +0,1% -0,4%
OMXS-30 Stockholm 1.369,32 +16,35 +1,2% +2,7%
WIG-20 Warschau 2.448,73 +32,97 +1,4% +2,0%
ATX Wien 2.281,96 +11,66 +0,5% -10,4%
SMI Zuerich 8.453,59 +86,86 +1,0% +3,1%

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.41 Uhr Fr, 17.33 Uhr
EUR/USD 1,3362 -0,19% 1,3387 1,3397
EUR/JPY 137,05 -0,02% 137,07 137,03
EUR/CHF 1,2111 0,03% 1,2107 1,2096
USD/JPY 102,56 0,15% 102,41 102,26
GBP/USD 1,6721 -0,04% 1,6728 1,6691

===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/cln

END) Dow Jones Newswires

August 18, 2014 12:25 ET (16:25 GMT)

Copyright (c) 2014 Dow Jones & Company, Inc.