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Metro-Großaktionär Haniel kann für 1 Milliarde zukaufen

29.08.2014, 12:01 Uhr

Von Natali Schwab

Der Familienkonzern Haniel, Großaktionär des Handelskonzerns Metro, will sein Portfolio verbreitern und sucht nun verstärkt nach neuen Geschäftsbereichen. Rund eine Milliarde Euro stehen den Duisburgern dabei zur Verfügung. Der Löwenanteil stammt dabei mit 698 Millionen aus dem Verkauf der Beteiligung an dem Pharmagroßhändler Celesio an den US-Konzern McKesson.

Wir sind jetzt auf der Suche nach zukunftsfähigen Geschäftsmodellen, die die Diversifikation und das nachhaltige Wachstum unseres Unternehmens unterstützen sollen", sagte Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow bei der Vorlage des Halbjahresberichts. In diesem Zeitraum hat der lange Zeit hochverschuldete Konzern die Nettoverschuldung um eine halbe Milliarde auf nun 1,1 Milliarden Euro senken können.

Dabei wurden auch Haniel-Anleihen mit einem Nominalwert von 382 Millionen Euro zurückgekauft. Zudem wurden für rund 1,2 Milliarden Euro übergangsweise risikoarme Finanzanlagen gekauft, die für künftige Investitionen zur Verfügung stehen sollen. Damit sei die Haniel-Holding "faktisch schuldenfrei", so Gemkow.

Haniel hatte sich lange Zeit auf Beteiligungen aus dem Handel konzentriert. Mit dem Verkauf der Celesio-Beteiligung ist der Anteil an Metro mit 30,01 Prozent nun das größte Klumpenrisiko im Konzern, vor allem, weil es bei dem Handelskonzern aktuell alles andere als gut läuft. Die kleinere Beteiligungen CWS-Boco, ELG oder der ebenfalls börsennotierte Büroausstatter Takkt können das nicht ausgleichen.

Nach welchen Investments er suche, sagte Gemkow nicht. Im Frühjahr hatte er jedoch angegeben, nicht mehr in börsennotierte Gesellschaften investieren zu wollen. Auch Start-ups kämen nicht in Frage. Gedacht sei eher an mittelständische Unternehmen.

Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz der Haniel-Gruppe um sieben Prozent auf knapp über zwei Milliarden Euro. Besonders der Edelstahlschrotthändler ELG habe zu der positiven Entwicklung beigetragen. Auch Takkt profitierte von einer höheren Nachfrage, vor allem in den USA. CWS-boco - ein Unternehmen für Waschraumhygiene - erreichte durch Wachstum im Servicegeschäft einen leicht höheren Umsatz, wie Haniel berichtete.

Operativ erhöhte Haniel das Ergebnis um rund 30 Prozent auf 116 Millionen Euro. Dank des Verkaufs der Celesio-Beteiligung stieg das Nettoergebnis von 84 auf 564 Millionen Euro. Die Anleiherückkäufe werden dabei das Zinsergebnis der Holding in den kommenden Jahren deutlich entlasten, haben jedoch das Finanzergebnis negativ beeinflusst, das sich um fast 40 Millionen auf minus 139 Millionen Euro verschlechterte. Auch das Beteiligungsergebnis war negativ - mit 97 Millionen Euro. Maßgeblich dafür war das schlechte Ergebnis aus der Metro-Beteiligung, die einen Verlust von ebenfalls 97 Millionen Euro beisteuerte.

Kontakt zum Autor: natali.schwab@wsj.com

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