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Dienstag, 02. September 2014

Börse

ALCOA

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Stand: 10:19 Uhr | Börsenschluss: in 6:23 Std.

MÄRKTE USA/Portugal-Krise schwappt an die Wall Street

10.07.2014, 17:23 Uhr

Von Thomas Rossmann

Das Schreckgespenst einer möglichen neuen Bankenkrise geht am Donnerstag um und sorgt auch an der Wall Street für nachgebende Kurse. Die Ereignisse in Portugal ziehen die ganze Aufmerksamkeit der US-Investoren auf sich. Händler fragen sich sorgenvoll, ob die Bankenkrise eine Fortsetzung finden könnte. Denn was in den vergangenen Tagen noch wie ein isoliertes Problem wirkte, entpuppt sich nun als ansteckende Krankheit. Die dramatischen Kursverluste an der Börse in Lissabon bei gleichzeitig deutlich anziehenden Renditen portugiesischer Staatsanleihen ziehen die Börsen in Europa nach unten und schwappen auch auf die andere Seite des Atlantiks über.

Auslöser der Ängste ist die verschobene Rückzahlung von Geldmarktpapieren des portugiesischen Konglomerats Espirito Santo International. Dazu gesellen sich noch schwache Industriedaten aus Frankreich und Italien sowie enttäuschende Konjunkturzahlen aus China und Japan.

Der Dow-Jones-Index büßt bis zum Mittag New Yorker Zeit 0,5 Prozent auf 16.896 Punkte ein, kann sich damit von seinem Tagestief zur Eröffnung bei 16.805 Punkten wieder etwas erholen. Für den S&P-500 geht es um 0,5 Prozent nach unten, der Nasdaq-Composite reduziert sich um 0,6 Prozent. Dass die wöchentlichen Daten der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA deutlich besser als erwartet ausgefallen sind, wird zwar wohlwollend zur Kenntnis genommen, stützt den Aktienmarkt aber nicht.

Investoren sollten Portugal nicht als Ausrede für fallende Kurse verwenden", sagt Marktstratege Keith McCullough von Hedgeye Risk Management. Er spricht von einer globalen Neubewertung von Risiken. Teilnehmer verweisen auf die steigenden Spannungen im Nahen Osten, wo Israel eine Bodenoffensive vorbereitet, um dem Raketenbeschuss der radikalislamischen Hamas Herr zu werden.

Die globalen Risiken treiben derweil die US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit anderthalb Monaten, die Renditen fallen in die Nähe ihrer Jahrestiefs. Zehnjährige US-Notes rentieren mit 2,51 Prozent und damit vier Basispunkte unter Vortagesschlussniveau. Der Goldpreis legt deutlich zu und springt klar über die Marke von 1.330 Dollar. Aktuell kostet die Feinunze 1.338 Dollar und damit zehn Dollar mehr als im späten US-Handel am Mittwoch. Im Tagestief am Vortag war die Feinunze deutlich unter der Marke von 1.320 Dollar gehandelt worden.

Neben dem steigenden Sicherheitsbedürfnis angesichts der sich zuspitzenden Krise im Nahen Osten und den Finanzproblemen in Portugal verweisen Analysten vor allem auf das am Vorabend veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank als fundamentale Stütze des Goldpreises.

Der Ölpreis für ein Barrel der US-Sorte WTI sinkt leicht auf 102,07 Dollar nach einem Vortagesschluss von 102,29 Dollar. Der Euro gibt zwischenzeitlich aufgebaute Aufschläge wieder ab und fällt im Zuge der Portugal-Probleme mit 1,3601 Dollar auf das Niveau des Vortages zurück.

Am Aktienmarkt steigen Zumiez-Aktien um 7,5 Prozent. Der Einzelhändler hat den Ausblick auf das zweite Quartal erhöht, nachdem die flächenbereinigten Umsätze im Juni um 3,1 Prozent gestiegen waren. Die Fluggesellschaft United Continental hat im zweiten Quartal Kapazitäten abgebaut und höhere Einnahmen je Sitzmeile erzielt. Die Aktie legt um 7,4 Prozent zu.

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Lumber Liquidators brechen dagegen um 22,2 Prozent ein, der Einzelhändler für Bodenbeläge hat seinen Ausblick kassiert. Potbelly kommen mit einem Abschlag von 23,8 Prozent ebenfalls deutlich unter die Räder. Die Imbisskette hat mit Umsätzen unter Markterwartung aufgewartet. Besser als der Markt entwickelt sich die Alcoa-Aktie, die lediglich 0,1 Prozent verliert. Nach den überzeugenden Quartalszahlen vom Dienstag haben die Analysten von Morgan Stanley eine Kaufempfehlung für die Aktie ausgesprochen.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 16.895,90 -0,53 -89,71
S&P-500 1.963,36 -0,48 -9,47
Nasdaq-Comp. 4.391,71 -0,62 -27,32
Nasdaq-100 3.875,50 -0,45 -17,42

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8.45 Uhr Mi, 17.40 Uhr
EUR/USD 1,3601 -0,31% 1,3643 1,3632
EUR/JPY 137,75 -0,59% 138,56 138,63
EUR/CHF 1,2142 -0,11% 1,2155 1,2154
USD/JPY 101,27 -0,27% 101,55 101,68
GBP/USD 1,7117 -0,09% 1,7132 1,7132
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Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@wsj.com

DJG/DJN/ros/flf

END) Dow Jones Newswires

July 10, 2014 11:23 ET (15:23 GMT)

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