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MÄRKTE USA/Starker Arbeitsmarktbericht schickt Dow auf Rekordhoch

05.12.2014, 17:04 Uhr

Von Thomas Rossmann

Einen Paukenschlag hat der US-Arbeitsmarkt zum Wochenausklang geliefert. Im November wurden 321.000 neue Stellen geschaffen, deutlich mehr als die von den Ökonomen erwarteten 230.000. Der Dow-Jones-Index markierte in der Folge bei 17.965 Punkten ein neues Allzeithoch. Doch von einem Kursfeuerwerk ist die Wall Street weit entfernt. Vielmehr machen sich die Investoren jetzt Sorgen, welche Auswirkungen der starke Arbeitsmarktbericht auf die Zinspolitik der US-Notenbank haben könnte. Denn diese könnte nun die Zinsen möglicherweise früher als bislang erwartet anheben.

Der Dow-Jones-Index verbessert sich um 0,3 Prozent auf 17.944 Punkte. Für den S&P-500 geht es um 0,1 Prozent nach oben und der Nasdaq-Composite erhöht sich um 0,2 Prozent.

Außerdem wurden die Angaben für den Vormonat spürbar nach oben revidiert: So wurden im Oktober nun 243.000 Stellen geschaffen, nachdem zunächst ein Anstieg um 214.000 gemeldet wurde. Die US-Wirtschaft hat nun zehn Monate in Folge mehr als 200.000 Jobs geschaffen, die längste derartige Serie seit über 30 Jahren.

Sollten wir noch zwei oder drei so starke Arbeitsmarktberichte haben, dann steigt die Chance, dass die Fed die Zinsen früher erhöhen wird als viele bislang dachten", sagt Gary Pollack, Chef des Anleihenhandels bei der Deutschen Bank in New York. "Dieser Bericht hat Angst auf dem Anleihenmarkt ausgelöst, die Renditen sind gestiegen."

So ist die Rendite zweijähriger Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit drei Jahren geklettert. Nicht ganz so dramatisch fallen die Veränderungen am langen Ende des Marktes aus, auch wenn die Renditen hier ebenfalls zulegen. Die Rendite für zehnjährige Papiere steigt um sieben Basispunkte auf 2,31 Prozent. "Der starke und breite Stellenzuwachs kombiniert mit positiven Revisionen und steigenden Stundenlöhnen hat den Anleihenmarkt ziemlich hart getroffen", so Analyst Christopher Sullivan von der United Nations Federal Credit Union.

Bisher hat die US-Notenbank mit der ersten Zinserhöhung nach der globalen Finanzkrise gezögert, weil der Aufschwung an vielen Amerikanern vorbeigegangen war. Seit 2008 liegt der Leitzins nahe null Prozent, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Im Oktober hat die Federal Reserve ihr Programm massiver Staatsanleihekäufe auslaufen lassen. Sollte der Aufschwung am Arbeitsmarkt aber mit dieser Dynamik weitergehen, dürfte Mitte 2015 die erste Zinserhöhung der Fed folgen.

Starke Auswirkungen hat der Arbeitsmarktbericht auch am Devisenmarkt. Von den Daten profitiert der Dollar, weil die Erwartungen an steigende US-Leitzinsen zunehmen. Er steigt erstmals seit über sieben Jahren auf mehr als 121 Yen, und der Euro fällt auf 1,2304 Dollar und damit an die Tiefs vom Donnerstag zurück.

Am Aktienmarkt legen Gap um 0,7 Prozent zu. Der Mode-Einzelhändler hat am späten Donnerstag ein unerwartet starkes flächenbereinigtes Umsatzwachstum von 6 Prozent im November ausgewiesen. Schlechter sieht es bei American Eagle Outfitters aus. Hier geht es nach einer enttäuschenden Prognose um über Prozent abwärts.

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Die Alcoa-Aktie zeigt sich kaum verändert. Der Konzern hat einen neuen Prozess zur Fertigung von Aluminiumblechen für die Autoindustrie entwickelt. Damit könnte sich die großangelegte Investition des Zulieferers letztlich rechnen. Autobauer greifen zunehmend auf Aluminium zurück, um mit leichteren Fahrzeugen neue, besonders strikte Spritsparvorgaben einzuhalten.

Der Ölpreis gibt weiter nach. Das Barrel der Sorte WTI fällt auf 65,40 Dollar, zwei Dollar weniger als zum Settlement am Vortag. Hier drücken weiter Aussagen von Saudi-Arabien vom Donnerstag. Das Land senkt ab Januar die Ölpreise für Asien und die USA. Analyst Daniel Ang von Singapores Phillip Futures sagt, andere Opec-Länder dürften dem Beispiel folgen.

Auch der Goldpreis fällt zurück und rutscht wieder unter die wichtige Marke von 1.200 Dollar. Mit der Erwartung einer strafferen Geldpolitik der US-Notenbank wird das Edelmetall weniger attraktiv. Einen Großteil der Tagesverluste hat Gold inzwischen aber wieder aufgeholt. Die Feinunze notiert bei 1.195 Dollar, nachdem sie vor den Daten noch bei 1.205 Dollar gestanden hatte.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 17.944,25 0,25 44,15
S&P-500 2.073,87 0,09 1,95
Nasdaq-Comp. 4.779,24 0,21 9,81
Nasdaq-100 4.312,09 0,00 0,16

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.38 Uhr Do, 17.27 Uhr
EUR/USD 1,2304 -0,59% 1,2377 1,2445
EUR/JPY 149,48 0,55% 148,65 148,60
EUR/CHF 1,2025 0,00% 1,2025 1,2023
USD/JPY 121,49 1,15% 120,10 119,42
GBP/USD 1,5597 -0,37% 1,5655 1,5721
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Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@wsj.com

DJG/DJN/ros/raz

END) Dow Jones Newswires

December 05, 2014 11:04 ET (16:04 GMT)

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