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MÄRKTE USA/Griechenland-Wahl belastet die Wall Street nur kurz

26.01.2015, 22:21 Uhr

Von Thomas Rossmann

Mit einem leichten Plus hat die Wall Street den ersten Handelstag der Woche beendet. Der Ausgang der Parlamentswahl in Griechenland belastete den Markt dabei nur kurzzeitig. Es gibt zwar Befürchtungen, dass Griechenland nach dem Sieg des Linksbündnisses Syriza die Unterstützung der internationalen Geldgeber verliert oder sogar die Eurozone verlässt, doch das Thema drückte nur im frühen Handelsverlauf auf das Sentiment.

Was in Griechenland passiert ist interessant und man sollte auch weiter ein Auge darauf haben, doch ist es ein recht kleines Land", merkte Analyst Tom Wright von JMP Securities in New York an. Die Investoren rechnen nicht mit negativen Auswirkungen auf die anderen europäischen Staaten. Zudem habe das in der Vorwoche beschlossene Wertpapierkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) die Sorgen um ein mögliches Auseinanderbrechen der Eurozone deutlich verringert.

Leichte Sorgen machte dagegen der die US-Ostküste bedrohende Schneesturm. Die Börsenbetreiber NYSE und Nasdaq haben entsprechende Maßnahmen getroffen um einen sicheren Handel am Dienstag zu gewährleisten, hieß es von den beiden Unternehmen. Dagegen hat das US-Schatzamt eine Reihe von geplanten Auktionen vorsorglich verlegt, so das am Dienstag keine Neumissionen stattfinden. Und United Technolgies zieht wegen des drohenden Blizzards die Veröffentlichung der Quartalszahlen von Dienstag vor und wird diese bereits am Montag nach der Schlussglocke bekannt geben.

Der Dow-Jones-Index erhöhte sich um 6 Punkte auf 17.679 Punkte. Der S&P-500 gewann 0,3 Prozent auf 2.057 Punkte. Für den Nasdaq-Composite ging es um 0,3 Prozent auf 4.772 Punkte nach oben. Umgesetzt wurden insgesamt 796 (Freitag: 785) Millionen Aktien. Den 2.161 (1.411) Kursgewinnern standen 989 (1.728) -verlierer gegenüber, während 103 (124) Titel unverändert schlossen. Wichtige Konjunkturdaten standen am Montag nicht auf der Agenda.

Die Blicke der Investoren richten sich zunehmend auf die US-Berichtssaison, die in dieser Woche weiter Fahrt aufnimmt. Nach der Schlussglocke geben unter anderem Microsoft und Texas Instruments ihre Zahlen bekannt, im Wochenverlauf folgen unter anderem noch Pfizer, Yahoo!, Apple, AT&T, Facebook, Google und Amazon. Bislang sei die Berichtssaison noch nicht überzeugend verlaufen, hieß es aus dem Handel. Hier wecke die jüngste starke Aufwertung des US-Dollar Zweifel an den Ertragsaussichten der heimischen Unternehmen.

Die "sicheren Häfen" Anleihen und Gold waren zu Wochenbeginn dagegen nicht gesucht. Am US-Anleihemarkt gaben die Notierungen leicht nach. Für die Rendite zehnjähriger Anleihen ging es um 2 Basispunkte auf 1,83 Prozent nach oben. Die Auswirkungen der Griechenland-Wahl dürften angesichts der in der Vorwoche beschlossenen Maßnahmen der EZB weniger belasten als noch im Vorfeld befürchtet, hieß es zur Begründung.

Beim Gold kam es zu leichten Gewinnmitnahmen und der Preis für die Feinunze fiel deutlicher unter die Marke von 1.300 Dollar. Zum US-Settlement mussten 1.279 Dollar bezahlt werden, ein Minus von 0,1 Prozent. "Mit dem erwarteten Sieg der Syriza in Griechenland haben die Investoren nun vereinzelt Gewinne eingestrichen", so ein Teilnehmer. Zudem habe der Goldpreis in Dollar seit Jahresbeginn bereits um 9 Prozent und in Euro um 18 Prozent zugelegt, hieß es weiter.

Der Euro steckte seinen "Griechenland-Schreck" recht schnell wieder weg. Zunächst schickte das Ergebnis die Gemeinschaftswährung knapp unter die Marke von 1,11 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Doch im Anschluss machte der Euro kontinuierlich Boden gut und notierte im späten US-Handel bei 1,1265 Dollar. "Die Erholung des Euro zu Wochenbeginn zeigt, dass die Devise deutlich überverkauft ist", sagte Stratege Simon Smith von FxPro. Doch die Aufwärtsbewegung könnte nach Ansicht von Devisen-Analyst Lennon Sweeting von USForex nur von kurzer Dauer sein. Denn mit den anstehenden Verhandlungen zwischen den Geldgebern und Griechenland dürfte der Euro von erhöhter Volatilität geprägt sein.

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Die Ölpreise profitierten nur kurz von Aussagen des Opec-Generalsekretärs El-Badri. Dieser soll gesagt haben, dass er zu Gesprächen mit jenen Förderländern bereit sei, die nicht der Opec angehören. "Dies könnte dazu führen, dass sich Angebot und Nachfrage mittelfristig einpendeln", so ein Händler. Doch im Verlauf drehten die Notierungen wieder ins Minus und gaben damit den dritten Handelstag in Folge nach. Zur Begründung wurde auf das weiter herrschende Überangebot verwiesen. Der Preis für ein Fass der Sorte WTI sank zum US-Settlement um 1,0 Prozent auf 45,15 Dollar. Für Brentöl ging es um 1,3 Prozent auf 48,16 Dollar nach unten.

Die Aktie von IBM war zwischenzeitlich der größte Gewinner im Dow-Jones-Index, beflügelt von einem unbestätigten Medienbericht, wonach der Konzern 26 Prozent seiner Belegschaft abbauen will. Dies wurde allerdings im Verlauf von dem Unternehmen dementiert. Die Aktie gewann 0,3 Prozent.

Google und Kabelnetzbetreiber Cablevision wollen das mobile Telefonieren revolutionieren. Google will sich mit einem neuen Dienst nicht mehr an einen einzelnen Mobilfunkanbieter binden, stattdessen sollen Smartphones mobile Verbindungen der Netzbetreiber Sprint und T-Mobile US sowie WLAN-Hotspots durchforsten. Das beste Signal werde dann für die Übertragung von Anrufen, Texten oder anderer Daten genutzt, hieß es von Insidern.

Google übt damit gehörig Druck auf die Mobilfunkbranche aus, die sowieso schon unter einem zunehmend harten Preiskampf leidet. Für die Google-Aktie ging es um 1,0 Prozent nach unten. Mit einer Übernahme standen AT&T im Blick. Der Telekommunikationsanbieter kauft Nextel Mexico für 1,875 Milliarden US-Dollar. AT&T gaben um 0,6 Prozent nach.

In der zweiten Reihe legten DR Horton um 5,5 Prozent zu. Das auf Eigenheime spezialisierte Bauunternehmen hat überraschend gute Quartalszahlen vorgelegt und einen optimistischen Ausblick gegeben. Die Aktien von United Parcel Service litten unter negativen Analysten-Kommentaren. So haben Barclays und die Credit Suisse der Aktie die Kaufempfehlung entzogen. Für die Papiere ging es um 0,6 Prozent nach unten.

HCA Holdings gewannen 6,4 Prozent. Die Aktie des Besitzers und Betreibers von Krankenhäusern in den USA und Großbritannien ersetzt am Montag nach dem Ende des Handels im S&P-500 die Aktie von Safeway.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 17.678,70 0,03 6,10
S&P-500 2.057,09 0,26 5,27
Nasdaq-Comp. 4.771,76 0,29 13,88
Nasdaq-100 4.275,72 -0,06 -2,43

Kupon Laufzeit Notierung Änderung Rendite Änderung
5/8% 2-year 100 6/32 dn 2/32 0,523% +2,4 Bp
7/8% 3-year 99 31/32 dn 2/32 0,886% +2,4 Bp
1 5/8% 5-year 101 10/32 dn 4/32 1,350% +2,7 Bp
2 1/8% 7-year 103 5/32 dn 4/32 1,641% +1,9 Bp
2 1/4% 10-year 103 24/32 dn 5/32 1,830% +1,6 Bp
3% 30-year 112 24/32 dn 8/32 2,401% +0,6 Bp

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.17 Uhr Fr, 17.55 Uhr
EUR/USD 1,1265 0,49% 1,1209 1,1273
EUR/JPY 133,41 0,72% 132,46 132,72
EUR/CHF 1,0169 3,07% 0,9866 0,9849
USD/JPY 118,48 0,27% 118,16 117,77
GBP/USD 1,5095 0,47% 1,5024 1,5027
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Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@wsj.com

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January 26, 2015 16:21 ET (21:21 GMT)

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