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MÄRKTE USA/Wall Street holt Tagesverluste fast komplett auf

29.09.2014, 22:17 Uhr

Von Florian Faust

Nach der Rally zum Wochenschluss ist die Wall Street mit leichten Abschlägen in die neue Woche gestartet. Die Indizes machten den Löwenanteil ihrer zu Handelsbeginn verzeichneten Verluste im Sitzungsverlauf wieder wett. "Es gibt keine Schlagzeile, die richtig ins Auge springt. Aber die Rally am vergangenen Freitag fiel recht deutlich aus", versuchte Aktienstratege Steven Rees von J.P. Morgan Private Bank die Stimmung am Aktienmarkt einzufangen. Der Dow-Jones-Index verlor 0,3 Prozent auf 17.071 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite gaben 0,3 bzw. 0,1 Prozent ab. Umgesetzt wurden 0,65 (Freitag: 0,63) Milliarden Aktien. 1.308 (2.307) Kursgewinnern standen an der NYSE 1.842 (851) -verlierer gegenüber, unverändert schlossen 107 (101) Titel.

Marktbeobachter führten die Erholung von den Tagestiefs unter anderem auf "taubenhafte" Äußerungen aus dem Kreise der Federal Reserve zurück. Charles Evans, Präsident der US-Notenbankfiliale in Chicago, erteilte Forderungen nach einer früheren Zinsanhebung eine Absage und plädierte stattdessen für eine spätere Zinswende in den USA. Positiv entwickelte sich derweil der private Konsum. Die Ausgaben der US-Verbraucher hatten im August wie erwartet deutlich zugelegt. Beobachter werteten dies als Indiz, dass die stärkere Konsumneigung das US-Wachstum im dritten Quartal stützen dürfte. Gleichzeitig blieb die Teuerung niedrig. Der von der US-Notenbank favorisierte Kernindex als Preismaß stieg zum Vormonat nur moderat und verharrte auf Jahressicht unter dem Inflationsziel der Fed.

Trotz der Aktienerholung im Verlauf beobachteten Teilnehmer einen massiven Abzug aus riskanteren Anlagen. Der politische Konflikt in Hongkong sorgte für Unsicherheit und verstärkte die ohnehin vorhandenen Wachstumssorgen in China. Die Demokratiebewegung fordert freie Wahlen in der Sonderverwaltungszone; wie Peking weiter darauf reagieren wird, blieb ungewiss. Nicht gut kamen auch die jüngsten Umfrageergebnisse aus Brasilien an, wo Präsidentin Dilma Rousseff Boden gut gemacht hatte. "Wir beobachten einen Rückzug aus risikoreicheren Anlagen wegen globaler Wachstumssorgen", sagte RBS-Marktstratege John Briggs.

Auch andere Faktoren drückten etwas auf die Stimmung. Der unentwegt steigende Dollar wird in Amerika allmählich mit Sorge gesehen. Im späten US-Geschäft notierte der Euro bei 1,2690 Dollar und damit in etwa auf dem Niveau des späten Freitagshandels. Die europäische Währung rangierte damit nahe am Jahrestief von 1,2664 Dollar. Vor allem zu Währungen aus Schwellenländern neigte der Greenback zur Stärke. Gestützt wurde der Dollar von den Ausgaben der US-Verbraucher. Im übrigen herrschte Unsicherheit vor zwei wichtigen Terminen in dieser Woche: Dem Ergebnis der EZB-Sitzung am Donnerstag und dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.

Der Anleihemarkt spiegelte die Suche nach Sicherheit besser wider. Die Dollarstärke lockte Anleger. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel um vier Basispunkte auf 2,49 Prozent und damit auf das niedrigste Niveau seit Anfang September. Vor allem die Unruhen in Hongkong trieben die Kurse am US-Rentenmarkt für Staatspapiere. Der Goldpreis erholte sich belastet vom festen Dollar jedoch kaum, er stand bei 1.216 Dollar je Feinunze. Zum Wochenschluss hatte die Feinunze im Tief knapp über 1.213 Dollar notiert.

Im Schlepptau steigender Erdgaspreise legte auch Rohöl zu. Ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 94,57 Dollar an. In den nächsten zwei Wochen wird eine Kaltwetterfront über dem Mittleren Westen der USA erwartet. Der Winter stehe vor der Tür, hieß es am Energiemarkt.

Am Aktienmarkt büßten Apple 0,6 Prozent ein. Die EU-Kommission zweifelt an der Rechtmäßigkeit des Steuersparmodells des Technologiekonzerns in Irland. Am Dienstag soll es hierzu einen Bericht aus Brüssel geben. Kein Traum war der Aufschlag bei Dreamworks Animation von 26 Prozent. Einem Medienbericht zufolge hat die japanische SoftBank Interesse am Animationsfilmstudio.

Athlon Energy schossen ebenfalls in die Höhe - um 24,9 Prozent. Encana Corp übernimmt die Gesellschaft für 5,93 Milliarden Dollar, deren Aktien legten um 2,2 Prozent zu. Mit einem Plus von 87,1 Prozent zeigten sich Ambit Biosciences noch auffälliger, Daiichi Sankyo kauft das Unternehmen für 315 Millionen Dollar. Nachdem Anleger die Verpflichtung des Ex-Pimco-Chefs Bill Gross am vergangenen Freitag bei Janus Capital Group gefeiert hatten, wurden nun Gewinne mitgenommen. Das Papier büßte 7,5 Prozent ein.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 17.071,22 -0,25 -41,93
S&P-500 1.977,80 -0,25 -5,05
Nasdaq-Comp. 4.505,85 -0,14 -6,34
Nasdaq-100 4.047,18 -0,16 -6,54

Kupon Laufzeit Notierung Änderung Rendite Änderung
1/2% 2-jähr. 99 27/32 + 1/32 0,579% -0,8 BP
7/8% 3-jähr. 99 28/32 + 2/32 1,046% -2,1 BP
1 5/8% 5-jähr. 99 28/32 + 4/32 1,773% -3,0 BP
2% 7-jähr. 99 14/32 + 8/32 2,212% -3,9 BP
2 3/8% 10-jähr. 98 31/32 +12/32 2,491% -4,2 BP
3 1/8% 30-jähr. 98 29/32 +21/32 3,181% -3,5 BP

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.16 Uhr Fr, 17.25 Uhr
EUR/USD 1,2690 0,06% 1,2682 1,2697
EUR/JPY 138,91 -0,06% 139,00 138,70
EUR/CHF 1,2072 0,03% 1,2069 1,2070
USD/JPY 109,45 -0,14% 109,60 109,24
GBP/USD 1,6244 0,07% 1,6233 1,6252
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September 29, 2014 16:17 ET (20:17 GMT)

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