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MÄRKTE USA/BoJ-Geldpspritze treibt Wall Street auf Rekordhochs

31.10.2014, 21:15 Uhr

Von Thomas Rossmann

Die Bank of Japan (BoJ) hat zum Wochenausklang für steigende Kurse an der Wall Street gesorgt. Hatte die Fed mit ihrem allgemein erwarteten Ausstieg aus dem Wertpapierkaufprogramm nur für wenig Aufregung an den Börsen gesorgt, legten die Kurse nach den überraschenden zusätzlichen Stimulierungsmaßnahmen der japanischen Notenbank kräftig zu. Sowohl der Dow-Jones-Index als auch der S&P-500 gingen auf Rekordschlussständen aus der Sitzung. Im Verlauf hatte der Dow-Jones-Index bei 17.396 Punkten neues Allzeithoch markiert, der S&P-500 verfehlte ein neues Rekordhoch nur um einen Punkt.

Die BoJ handelte, nachdem ihr Inflationsziel von 2 Prozent zunehmend außer Reichweite geraten ist. Sie will vor allem mehr japanische Regierungsanleihen kaufen und bei Aktien- und Immobilienfonds zulegen. Auch der staatliche Pensionsfonds erhöht die Aktienquote, sowohl von japanischen als auch ausländischen Aktien. "Die globalen Finanzmärkte sind in steigendem Maße abhängig von geldpolitischen Lockerungen und dies ist ein weiterer Fall, der dies untermauert", sagte Marktstrategin Savita Subramanian von Bank of America-Merrill Lynch.

Der Dow-Jones-Index kletterte um 1,1 Prozent auf 17.390 Punkte. Der S&P-500 gewann 1,2 Prozent auf 2.018 Punkte. Für den Nasdaq-Composite ging es um 1,4 Prozent auf 4.631 Punkte nach oben. Der Umsatz erhöhte sich auf 1,04 (Donnerstag: 0,77) Milliarden Aktien. Den 2.449 (2.005) Kursgewinnern standen dabei 744 (1.161) -verlierer gegenüber, während 81 (103) Titel unverändert schlossen.

Die US-Konjunkturdaten traten mit den Meldungen aus Japan etwas in den Hintergrund. So sind die persönlichen Einkommen im September weniger stark gestiegen als prognostiziert, gleichzeitig ermäßigten sich die persönlichen Ausgaben etwas deutlicher als befürchtet. Wettgemacht wurden die schwachen Daten zum Konsumverhalten von einem klar über den Erwartungen gebliebenen Einkaufsmanagerindex aus Chicago für Oktober. Auch die von der Universität Michigan ermittelte Verbraucherstimmung wurde in zweiter Veröffentlichung nach oben revidiert.

Unter den Einzelwerten reduzierten sich Starbucks um 2,3 Prozent. Die Kaffeehauskette hat im abgelaufenen Quartal bei Gewinn und Umsatz für Enttäuschung gesorgt. Anders sieht es bei dem Sportkamerabauer GoPro aus. Das Unternehmen hat die Analystenprognosen übertroffen, was die Aktie um 12,9 Prozent nach oben trieb. Die Apple-Aktie verbesserte sich um 1,0 Prozent, nachdem sie im frühen Handel bei 108,04 Dollar ein neues Allzeithoch markiert hatte.

Groupon verbesserten sich trotz schwacher Zahlen um 22 Prozent. Der Gutscheinvermittler ist im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht und hat zudem einen schwachen Ausblick für das laufende Quartal gegeben. Ein möglicher Verkauf in Südkorea schien allerdings bei den Anlegern auf Wohlwollen zu stoßen. Die Groupon-Aktie hat zudem seit Jahresbeginn bereits mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.

Die Ölwerte Exxon Mobil und Chevron legten nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen um 2,4 bzw. 2,3 Prozent zu. Die beiden Konzerne haben den scharfen Rückgang des Ölpreises wesentlich besser weggesteckt als die Konkurrenten in Europa. Während die US-Konzerne dank eines starken Raffineriegeschäfts und der guten Wirtschaft in der Heimat deutlich mehr verdienten, brachen die Gewinne bei BP oder Statoil drastisch ein.

Am Devisenmarkt litt nach der verkündeten Yen-Schwemme der Notenbank der Wechselkurs der japanischen Währung. Der US-Dollar kletterte in der Spitze bis auf 112,48 Yen, den höchsten Stand seit Ende 2007. Der Euro kam ebenfalls unter die Räder, konnte sich allerdings im Verlauf wieder etwas erholen. Er notierte im späten US-Handel bei 1,2531 Dollar - im Tagestief war er mit 1,2486 Dollar auf das tiefste Niveau seit August 2012 gefallen.

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Es gibt momentan keinen Grund, den Euro zu kaufen", so eine Devisen-Expertin. "Die US-Notenbank ist wesentlich 'falkenhafter', als viele Teilnehmer erwartet hatten", ergänzte sie. In der Eurozone bestätigte sich dagegen, dass die Inflation möglicherweise noch nicht den Boden gefunden hat. "Damit erhöht sich der Druck auf die EZB, zu handeln", so die Teilnehmerin weiter.

Mit dem festen Dollar geriet vor allem der Goldpreis weiter unter Druck. Der Preis für die Feinunze fiel zum Settlement mit 1.171,60 Dollar auf den tiefsten Stand seit vier Jahren. Für die Woche steht ein Minus von gut fünf Prozent zu Buche. Mit dem Fall durch die Marken von 1.200 und 1.180 Dollar habe sich der Verkaufsdruck noch verstärkt, hieß es von der Commerzbank.

Ausgelöst hatte die jüngste scharfe Abwärtsbewegung beim Gold die US-Notenbank mit dem angekündigten Ende der Liquiditätsflut. Zudem signalisierte Yellen eine baldige Zinswende im kommenden Jahr. Für das Edelmetall, das keinerlei Rendite abwirft, ein klarer Belastungsfaktor.

Unter dem festen Dollar litt auch der Ölpreis. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich zum Settlement um 0,7 Prozent auf 80,54 Dollar. Im Tagestief war der Preis allerdings auch schon bis auf 79,55 Dollar nach unten gerutscht.

Mit der deutlich gestiegenen Risikofreude der Investoren ging es mit den US-Staatsanleihen abwärts. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg um drei Basispunkte auf 2,33 Prozent, nachdem zwischenzeitlich der höchste Stand seit drei Wochen erreicht worden war. "Die Entscheidung der BoJ hat zu leichten Umschichtungen in risikoreichere Anlagen geführt", so Anthony Cronin von der Societe General. "Einige Liquiditäts-Pipelines sind noch weit offen, auch wenn die Fed ihre geschlossen hat".

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 17.390,32 1,13 194,90
S&P-500 2.018,03 1,17 23,38
Nasdaq-Comp. 4.630,74 1,41 64,60
Nasdaq-100 4.158,21 1,40 57,57

Kupon Laufzeit Notierung Änderung Rendite Änderung
3/8% 2-year 99 24/32 dn 1/32 0,497% +2,0 Bp
7/8% 3-year 99 27/32 dn 2/32 0,923% +2,7 Bp
1 3/4% 5-year 99 15/32 dn 5/32 1,613% +3,3 Bp
2% 7-year 99 23/32 dn 6/32 2,046% +3,0 Bp
2 3/8% 10-year 100 11/32 dn 9/32 2,335% +2,9 Bp
3 1/8% 30-year 101 9/32 dn 14/32 3,058% +2,2 Bp

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.05 Uhr Do, 18.01 Uhr
EUR/USD 1,2531 -0,25% 1,2563 1,2619
EUR/JPY 140,72 0,66% 139,79 137,50
EUR/CHF 1,2057 -0,06% 1,2064 1,2054
USD/JPY 112,29 0,91% 111,28 108,96
GBP/USD 1,5996 0,18% 1,5967 1,6025
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Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@wsj.com

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October 31, 2014 16:15 ET (20:15 GMT)

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