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MÄRKTE EUROPA/Starker Ifo-Index zieht Europas Aktien nach oben

24.11.2014, 18:03 Uhr

Von Michael Denzin

Weiter zugelegt haben zum Wochenstart Europas Aktienmärkte. Ein besser als erwarteter ifo-Index aus Deutschland weckte neue Konjunkturhoffnungen. Bereits am Freitag hatten die überraschende Zinssenkung in China und Signale einer baldigen weiteren Lockerung der EZB-Geldpolitik für eine Kursrally gesorgt. Für den DAX ging es um 0,5 Prozent auf 9.786 Punkte nach oben, der Euro-Stoxx-50 kletterte um 0,5 Prozent auf 3.212 Punkte nach oben.

Der Anstieg des Ifo-Index überraschte den Markt: Er legte auf 104,7 im November nach 103,2 im Vormonat zu. "Wegen sinkender Aufträge und schwacher Exporte hatte man schlechtere Daten erwartet", sagte ein Händler. Nach den jüngsten Einkaufsmanager-Indizes für Deutschland und die Eurozone hatte man mit fallender Aktivität gerechnet.

Die Commerzbank geht nun davon aus, dass die deutsche Wirtschaft Anfang nächsten Jahres wieder stärker zu wachsen beginnt. Erstens habe der Euro kräftig abgewertet und die daraus resultierenden Wettbewerbsvorteile dürften das Wachstum 2015 um gut einen halben Prozentpunkt anschieben. Zweitens reduziere der deutlich gefallene Ölpreis die deutsche Importrechnung um einen Betrag von 0,7 Prozent des BIP. Drittens schiebe der für Deutschland viel zu niedrige EZB-Leitzins hierzulande immer mehr zinssensitive Ausgaben an.

Der Euro erholte sich von einem kurzen "Ifo-Schreck" und setzte sich nach oben von der Marke von 1,24 Dollar ab, nachdem er am Freitag 1,5 Cent zum Dollar verloren hatte. Am Ende des europäischen Handels stand er bei 1,2428 Dollar.

Tagessieger waren die Aktien konjunkturzyklischer Sektoren: Der Banken-Index stieg um 0,8 Prozent, bei Auto-Werten ginge es um 1,3 Prozent nach oben. Im DAX legten die Titel der Deutschen Bank um 2 Prozent zu. Hier trieb zudem die Erwartung eines baldigen Anleihekaufprogramms durch die EZB.

Bei den Autowerten sorgte der starke Kursgewinn bei Peugeot-Citroen für Käufe. Der französische Automobil-Konzern profitierte weiterhin von der Ankündigung von Restrukturierungsmaßnahmen, die Aktien sprangen um 3,7 Prozent. Daimler stiegen um 1,3 Prozent und BMW um 1,4 Prozent. Auch Auto-Zulieferer waren gefragt: Continental stiegen um 1,6 Prozent und Industrieroboter-Hersteller Kuka im MDAX um 5,5 Prozent.

Auch Hochstufungen durch Investmentbanken sorgten wieder für frische Käufe: So verbesserten sich die Aktien der Deutschen Börse nach einer Kaufempfehlung der Citigroup um 2,3 Prozent und standen damit an der DAX-Spitze. Auch die Aktien der London Stock Exchange wurden von den Analysten auf "Buy" erhöht und legten um 3,3 Prozent zu.

Deutschen Telekom kletterten um 1,1 Prozent auf den höchsten Stand seit 13 Jahren, nachdem Barclays sie auf "Übergewichten" erhöht hat. Metro legten um 3,6 Prozent zu. Den Auslöser dafür gab die australische Investmentbank Macquarie mit ihrer Hochstufung auf "Outperform".

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Etwas dem Gesamtmarkt hinterher liefen die Aktien der Versorger RWE und E.ON. Hier belastete die Unsicherheit, wie die konkreten Pläne zur Reduzierung der CO2-Emissionen der fossilen Kraftwerke ausfallen werden. Stephan Wulf von Warburg Research ist jedoch optimistisch: "Wenn das Resultat ist, dass Versorger Kraftwerke vom Netz nehmen müssen, obwohl sie noch Erträge bringen, dann werden sicherlich Schadensersatzforderungen seitens der Versorger gestellt werden". RWE büßten 0,6 Prozent ein und E.ON fielen um 0,1 Prozent.

In Europa brachen die Aktien von Ölfeld-Ausrüster Petrofac nach einer Gewinnwarnung um über 26 Prozent ein. Der Nettogewinn im laufenden Jahr soll nun am unteren Ende der bisherigen Erwartungen liegen. Zudem soll der Gewinn im kommenden Jahr weiter fallen. Das Unternehmen leidet unter dem starken Rückgang des Ölpreises - allein seit Juni verlor dieser rund 30 Prozent.

Aktien des britischen Versicherers Aviva fielen nach dem Kauf von Friends Life um 5,4 Prozent. Die Transaktion hat ein Volumen von 5,6 Milliarden Pfund und erwischte die Anleger auf dem falschen Fuß. Jefferies sprach sogar von einem "Schock": Die Akquisition stehe im Widerspruch zu den Verschlankungen der Unternehmensstruktur bei Aviva. Friends Life stiegen dagegen um 5,9 Prozent.

Im SDAX brach der Kurs von Schaltbau um über 8 Prozent ein. Der Verkehrstechnik-Konzern sorgte mit einer überraschenden Gewinnwarnung für Enttäuschung.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.211,70 +17,48 +0,5% +3,3%
Stoxx-50 3.069,29 +0,07 +0,0% +5,1%
Stoxx-600 345,72 +0,48 +0,1% +5,3%
XETRA-DAX 9.785,54 +52,99 +0,5% +2,4%
FTSE-100 London 6.729,79 -20,97 -0,3% -0,3%
CAC-40 Paris 4.368,44 +21,21 +0,5% +1,7%
AEX Amsterdam 422,91 -0,55 -0,1% +5,3%
ATHEX-20 Athen 321,31 -1,50 -0,5% -16,5%
BEL-20 Bruessel 3.243,85 +8,62 +0,3% +10,9%
BUX Budapest 17.362,67 -82,45 -0,5% -6,5%
OMXH-25 Helsinki 3.064,21 +40,25 +1,3% +8,1%
ISE NAT. 30 Istanbul 102.717,54 -161,90 -0,2% +24,6%
OMXC-20 Kopenhagen 757,04 +5,33 +0,7% +23,0%
PSI 20 Lissabon 5.322,98 +10,72 +0,2% -18,7%
IBEX-35 Madrid 10.642,50 +121,70 +1,2% +7,3%
FTSE-MIB Mailand 19.925,82 -28,69 -0,1% +5,1%
RTS Moskau 1.076,16 +17,36 +1,6% -25,4%
OBX Oslo 555,69 +0,42 +0,1% +10,3%
PX Prag 981,31 +1,12 +0,1% -0,8%
OMXS-30 Stockholm 1.456,59 +9,07 +0,6% +9,3%
WIG-20 Warschau 2.410,65 -7,61 -0,3% +0,4%
ATX Wien 2.290,53 +12,89 +0,6% -10,1%
SMI Zuerich 9.058,51 -22,04 -0,2% +10,4%


DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.50 Uhr Fr, 17.39 Uhr
EUR/USD 1,2428 0,20% 1,2403 1,2405
EUR/JPY 147,15 0,65% 146,19 145,91
EUR/CHF 1,2026 -0,01% 1,2027 1,2018
USD/JPY 118,41 0,45% 117,88 117,60
GBP/USD 1,5700 0,22% 1,5665 1,5675
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November 24, 2014 12:03 ET (17:03 GMT)

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