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Dienstag, 29. Juli 2014

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MÄRKTE EUROPA/Konjunktursorgen drücken Automobilwerte

28.07.2014, 18:36 Uhr

Von Michael Denzin

Weiter abwärts ist es am Montag mit Europas Aktienmärkten gegangen. Erneut drückten Konjunktursorgen und setzten den Abverkauf vom vergangenen Freitag nahtlos fort. Händler sahen einen globalen Rückzug aus konjunkturzyklischen Werten durch Langfristinvestoren. Die Sorgen seien unter anderem durch den schwachen Ifo-Index in der vergangenen Woche entfacht worden. Dazu kam nun die Angst vor wirtschaftlichen Folgen durch neue Sanktionen gegen Russland. Umgekehrt trieben Portfolioumschichtungen aus Aktien die Rentenmärkte. Der Bund-Future näherte sich bis auf 4 Ticks einem neuen Allzeithoch. Der DAX fiel wegen seiner Exportabhängigkeit um 0,5 Prozent auf 9.598 Punkte, der Euro-Stoxx-50 büßte 0,1 Prozent ein.

In Deutschland drückten vor allem Sorgen im Vorfeld des Beschlusses verschärfter Wirtschaftssanktionen gegen Russland am Dienstag die Stimmung. Durch diese "dürfte die deutsche Exportwirtschaft, aber nicht nur die, stärker in Mitleidenschaft gezogen werden", sagte Dirk Gojny von der National Bank. Schon das ifo-Institut hatte bei der Veröffentlichung des Index darauf hingewiesen, dass ihn die Folgen der Ukraine-Krise belastet hätten.

Passend dazu hatte Goldman Sachs am späten Freitagabend ihre Empfehlung für die weltweiten Aktienmärkte auf Sicht von drei Monaten auf "Neutral" gesenkt. Ein Teil der Verkäufe am Montag dürfte daher auf Goldman-Kunden zurückgegangen sein. Der Euro erholte sich leicht auf 1,3443 Dollar, er war aber schon am Freitag zum US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit 21 Monaten gefallen. Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank wertete dies jedoch als Dollar-Stärke, nicht als Euro-Schwäche. Der Greenback profitiere von steigenden Zinsen vor allem bei längerfristigen US-Staatsanleihen. Damit werde die Zinsdifferenz zwischen US-Anleihen gegenüber deutschen Pendants größer.

Am Aktienmarkt stellten Exportwerte und konjunkturzyklische Titel aus den Sektoren Fluglinien, Logistik und Automobilhersteller die Hauptverlierer. Letztere erwischte es besonders hart: Der Branchenindex war mit minus 2 Prozent der mit Abstand schwächste in Europa. Bei Daimler und VW äußerten sich Händler besorgt: "Beide Titel haben ihre langjährigen Aufwärtstrends gebrochen, was für weitere Verkäufe sorgen könnte", sagte ein Händler. Nur bei BMW sei der Trend noch intakt. Besonders bei Daimler sei dies dramatisch, da der Konzern vergangene Woche sehr gute Geschäftszahlen vorgelegt hätte. Daimler fielen um 3,2 Prozent, VW und BMW um je 2,2 Prozent.

Unter den Luftfahrtwerten ermäßigten sich Air France-KLM um 1,7 Prozent und Lufthansa um 0,7 Prozent. In London verteuerten sich Ryanair gegen den Trend um 2,6 Prozent. Der irische Billigflieger hat in den Monaten April bis Juni deutlich mehr verdient als erwartet und zahlt eine Sonderdividende an die Aktionäre. Im Logistiksegment gaben Deutsche Post 2,4 Prozent und PostNL 1,7 Prozent nach.

Merck-Aktien ragten mit 1,3 Prozent Plus im DAX hervor. Das Unternehmen will in China in das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten einsteigen. Auch M&A und Unternehmensumbau waren wieder ein Thema: So will die britische Reckitt Benckiser das Pharmageschäft ausgliedern und separat an die Börse bringen. Die Aktie gehörte mit 2,7 Prozent Plus zu den höchsten Gewinnern in Europa.

Bei Danone soll der US-Pharmakonzern Hospira Kreisen zufolge Kaufinteresse am Nahrungsmittelergänzungsgeschäft haben. Damit gibt es neben Nestle und Fresenius nun drei Interessenten. Der zu erwartende Verkaufserlös soll nach Aussage eines Händlers nunmehr auf 5 von bisher 4 Milliarden Dollar gestiegen sein. Die Aktien legten 0,9 Prozent zu.

Wincor-Nixdorf im MDAX verschreckte dagegen mit schwachen Geschäftszahlen und einem gesenkten Umsatzziel. Die Aktien fielen um 4,5 Prozent. In der Spitze war der Kurs sogar um 10 Prozent eingebrochen. Im TecDAX sanken Freenet um 6,1 Prozent. Die Citigroup hatte sie auf "Neutral" gesenkt.

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Anlagenbauer GEA hat im zweiten Quartal die Erwartungen von Analysten erfüllt und hielt an den Zielen für 2014 fest. Die Aktien legten 0,8 Prozent zu.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.171,55 -3,44 -0,1% +2,0%
Stoxx-50 3.025,20 -0,61 -0,0% +3,6%
Stoxx-600 341,34 -0,61 -0,2% +4,0%
XETRA-DAX 9.598,17 -45,84 -0,5% +0,5%
FTSE-100 London 6.788,07 -3,48 -0,1% +0,6%
CAC-40 Paris 4.344,77 +14,22 +0,3% +1,1%
AEX Amsterdam 404,68 -0,16 -0,0% +0,7%
ATHEX-20 Athen 390,30 -0,51 -0,1% +1,4%
BEL-20 Bruessel 3.162,56 -4,71 -0,1% +8,2%
BUX Budapest 17.903,95 +43,20 +0,2% -3,6%
OMXH-25 Helsinki 2.973,00 -16,95 -0,6% +4,9%
ISE NAT. 30 Istanbul 103.953,38 +523,58 +0,5% +26,1%
OMXC-20 Kopenhagen 739,53 -2,46 -0,3% +20,2%
PSI 20 Lissabon 6.449,68 +18,72 +0,3% -1,4%
IBEX-35 Madrid 10.879,80 -8,30 -0,1% +9,7%
FTSE-MIB Mailand 20.939,08 -124,23 -0,6% +10,4%
RTS Moskau 1.208,83 -37,42 -3,0% -16,2%
OBX Oslo 563,29 -5,30 -0,9% +11,9%
PX Prag 957,83 -4,34 -0,5% -3,2%
OMXS-30 Stockholm 1.400,87 -3,25 -0,2% +5,1%
WIG-20 Warschau 2.399,93 -6,39 -0,3% -0,0%
ATX Wien 2.345,94 -28,03 -1,2% -7,9%
SMI Zuerich 8.530,09 -41,39 -0,5% +4,0%

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.00 Uhr Fr, 18.30 Uhr
EUR/USD 1,3438 0,07% 1,3429 1,3425
EUR/JPY 136,84 0,09% 136,72 136,72
EUR/CHF 1,2145 -0,05% 1,2151 1,2150
USD/JPY 101,82 0,01% 101,81 101,84
GBP/USD 1,6989 0,06% 1,6979 1,6968
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July 28, 2014 12:36 ET (16:36 GMT)

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