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MÄRKTE EUROPA/Preisverfall beim Öl wirbelt Aktien durcheinander

28.11.2014, 18:34 Uhr

Von Thomas Leppert

Der Einbruch beim Ölpreis hat zum Wochenschluss die Kurse am Aktienmarkt bewegt. Dabei gab es eine Reihe von Gewinnern, aber auch Verlierer. Zu den Gewinnern gehörten zum Beispiel die Fluggesellschaften, die nun ihren Treibstoff billiger einkaufen. Auch der deutsche Aktienmarkt soll einer Studie der Societe Generale zufolge zu den Profiteuren gehören. Die Verlierer kamen vor allem aus dem Sektor der Öl- und Gaswerte, deren europäischer Sub-Index gleich um 3,5 Prozent einbrach.

Mit Unterstützung der Wall Street schloss der DAX nach einer kleinen Schlussrally mit einem Plus von 6 Punkten bei 9.980,85 und scheiterte damit erneut an der 10.000er Marke. Der Euro-Stoxx-50 beendete den Tag mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 3.250,93 Punkten.

Für teils kräftige Bewegungen bei den Einzelwerten sorgte der Preisverfall im Öl, nachdem sich die Opec-Länder auf ihrer Sitzung am Vortag nicht auf eine Drosselung der Förderquoten einigen konnten. Der Ölpreis brach daraufhin ein und zog auch den Gaspreis mit in den Keller. Grundsätzlich sind fallende Rohstoffpreise zwar positive Nachrichten für die Konjunktur und die künftigen Unternehmensgewinne. Für den betroffenen Sektor sind die nachgebenden Preise aber eine starke Belastung.

Nach Einschätzung der Commerzbank droht ein erhebliches Überangebot an den Ölmärkten. Die Opec habe mit der Bestätigung ihres Produktionsziels klar gezeigt, dass sie noch nicht bereit sei, ihre Marktanteile zu opfern, um das Angebot an die Nachfrage anzupassen, so Analystin Barbara Lambrecht. Die Experten von Barclays schließen einen kurzfristigen Rückgang bei Brent auf 64 Dollar je Barrel nicht aus. Am Abend notierte ein Barrel der Sorte Brent am Terminmarkt bei gut 72 Dollar.

Die größten Verlierer stellten die Unternehmen aus der Öl- und Gas-Industrie sowie deren Zulieferer. So brachen Premier Oil gleich um 15 Prozent ein, das Unternehmen ist in der Förderung von Öl tätig. Die Aktie des Öl- und Gaskonzerns Statoil, mit dem Großaktionär Norwegen, verlor um 7,3 Prozent.

Der Sektor war in den vergangenen Monaten bei den Investoren beliebt, weil er sichere Einnahmen generiert und die Unternehmen ihre Aktionäre mit Aktienrückkäufen und hohen Dividenden bedachten. Mit einem niedrigen Ölpreis besteht nun die Gefahr, dass die Unternehmen in der Zukunft die Dividenden kürzen oder das Aktienrückkaufprogramm zurückfahren. Momentan wird an der Börse diese mögliche Entwicklung eingepreist. Wann der Preisverfall im Öl - und damit auch bei den Aktien aus dem Sektor - gestoppt wird, ist momentan nicht abzusehen.

Auch der Chemiesektor konnte sich dem fallenden Ölpreis nicht entziehen und gab um 0,4 Prozent nach. Im DAX verloren BASF-Aktien 2 Prozent und stellten damit den größten Verlierer. Die Societe Generale merkte hierzu an: "BASF ist der einzige große Chemiekonzern, der noch immer ein bedeutendes Öl- und Gasgeschäft hat". Dies mache etwa ein Fünftel der Gewinne aus. "Ein niedriger Ölpreis ist negativ", lautete das Fazit der Analysten.

Gewinner des Ölpreiseinbruchs waren unter anderem die Fluggesellschaften. Treibstoffkosten gehören zu ihren größten Kostenblöcken. Der Reisesektor stieg europaweit um 1,3 Prozent. Im DAX legte Lufthansa um knapp 5 Prozent zu und stellte damit den stärksten Gewinner im Index. Zudem stützte eine Kaufempfehlung der UBS.

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Für Zalanda läuft es nach einem etwas holprigen Start momentan rund. Die Quartalszahlen des Online-Modehändlers kamen am Mittwoch bereits gut an, nach den Zahlen hagelte es eine Reihe von freundlichen Analysten-Kommentaren. Erst am Morgen hob Goldman Sachs das Kursziel auf 29,40 Euro je Aktie an. Ab Dezember könnte Zalando bereits im MDAX notieren, nachdem die Aktie von Sky mit einem zu geringen Free-Float den Index verlassen muss. Die Aktionäre freut es, der Kurs haussierte an der Börse um 8,1 Prozent auf 25,10 Euro.

Am Devisenmarkt rückt das Gold-Referendum in der Schweiz am kommenden Sonntag in den Blick. Sollten die Eidgenossen für die Initiative stimmen, müsste die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Goldanteil in der Bilanz massiv ausbauen. Beobachter sind sich uneins, ob die SNB dann noch willens wäre, den Euro-Mindestwechselkurs von 1,20 Franken zu verteidigen. Am Abend notiert der Euro bei 1,2013 Franken. Bei der jüngsten Umfrage lag das Nein-Lager vorn. Der Vorsprung ist aber nicht gerade komfortabel, so die Commerzbank, zumal der Anteil derer, die noch unentschieden sind, mit 15 Prozent noch recht hoch war. Gegenüber dem Dollar gab der Euro leicht auf 1,2433 nach.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.250,93 +6,01 +0,2% +4,6%
Stoxx-50 3.075,50 +0,19 +0,0% +5,3%
Stoxx-600 347,25 -0,24 -0,1% +5,8%
XETRA-DAX 9.980,85 +5,98 +0,1% +4,5%
FTSE-100 London 6.722,62 -0,80 -0,0% -0,4%
CAC-40 Paris 4.390,18 +7,84 +0,2% +2,2%
AEX Amsterdam 425,86 +0,11 +0,0% +6,0%
ATHEX-20 Athen 312,96 +3,41 +1,1% -18,7%
BEL-20 Bruessel 3.287,91 +3,64 +0,1% +12,5%
BUX Budapest 17.350,09 -138,12 -0,8% -6,5%
OMXH-25 Helsinki 3.041,41 -36,21 -1,2% +7,3%
ISE NAT. 30 Istanbul 106.771,80 +2113,45 +2,0% +29,5%
OMXC-20 Kopenhagen 760,72 -1,56 -0,2% +23,6%
PSI 20 Lissabon 5.287,72 -111,58 -2,1% -21,1%
IBEX-35 Madrid 10.770,70 +43,10 +0,4% +8,6%
FTSE-MIB Mailand 20.014,82 -85,71 -0,4% +5,5%
RTS Moskau 974,27 -32,16 -3,2% -32,4%
OBX Oslo 515,97 -15,69 -3,0% +2,5%
PX Prag 1.007,17 +4,97 +0,5% +1,8%
OMXS-30 Stockholm 1.461,34 -4,62 -0,3% +9,6%
WIG-20 Warschau 2.416,93 -11,42 -0,5% +0,7%
ATX Wien 2.283,10 +1,31 +0,1% -10,3%
SMI Zuerich 9.150,46 +21,31 +0,2% +11,6%

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.42 Uhr Do, 17.55 Uhr
EUR/USD 1,2434 -0,22% 1,2462 1,2475
EUR/JPY 147,63 0,26% 147,26 146,92
EUR/CHF 1,2014 -0,10% 1,2026 1,2020
USD/JPY 118,73 0,48% 118,16 117,78
GBP/USD 1,5638 -0,49% 1,5715 1,5724
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

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November 28, 2014 12:34 ET (17:34 GMT)

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