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Sonntag, 21. Dezember 2014

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MÄRKTE EUROPA/Kurse tanzen zum Hexensabbat

19.12.2014, 18:18 Uhr

Von Thomas Leppert

Kräftige Kursbewegungen zeichneten das Geschehen an den europäischen Börsen diese Woche aus. Die festgefahrene Situation in Russland, der Preisverfall bei Rubel und Öl sowie die Fed-Sitzung zur Wochenmitte sorgten die Tage bereits für kräftige Kursbewegungen an den Börsen. Zum Wochenschluss stand nun der Hexensabbat auf dem Programm. An diesem Tag liefen am Terminmarkt am Mittag zunächst die Futures und die Optionen auf die Indizes aus, am Abend dann die Optionen auf die Einzelwerte.

Traditionell sorgt dieser Tag für kräftige Kursbewegungen. Nachdem es für den DAX zunächst um 200 Punkte nach unten ging, holte der Index die Verluste nahezu vollständig auf. Der DAX beendete den Tag mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 9.786,96 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,4 Prozent leichter bei 3.141 Punkten. Die höchsten Abschläge wies die Börse in Athen mit einem Minus von 1,4 Prozent auf. Die Börse in London schloss dagegen mit einem Plus von 1,2 Prozent und profitierte dabei von den teils kräftigen Kursgewinnen der Energie- und Minenwerte. So kletterten BHP Billiton um 3,5 Prozent nach oben, Shell legten 3 Prozent zu.

Das Börsenjahr 2014 neigt sich nun rasant dem Ende zu. Es verbleiben nur noch vier Handelstage, die auf Grund der dünnen Volumina allenfalls noch zum Window-Dressing genutzt werden.

Der Euro tendierte gegenüber dem Dollar leichter und handelte mit 1,2233 auf einem neuen Zwei-Jahres-Tief. Die Stimmung am Anleihenmarkt ist unverändert gut. Er profitiert unverändert von der Hoffnung auf Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank. Die Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentieren in Folge bei nur noch 0,6 Prozent.

Die politischen Spannungen mit Russland hinterlassen weiter ihre Spuren am deutschen Aktienmarkt. BASF muss wegen des geplatzten Tauschgeschäfts mit Gazprom die Ziele für dieses Jahr reduzieren. Laut Peter Spengler von der DZ Bank dürfte der Verzicht auf den Deal die politisch instabile Lage in Russland als Grund haben. BASF müsse nun auf höhere Margen verzichten. Der Kurs verlor rund 1,6 Prozent.

RWE-Aktien büßten 2,6 Prozent ein. Nachdem ein milliardenschweres Asset-Tauschgeschäft zwischen BASF und der russischen Gazprom gescheitert ist, könnte nun auch der Verkauf der Tochter Dea durch RWE an den russischen Oligarchen Mikhail Fridmann scheitern, sagten Händler. Zuletzt hatte es bereits aus Großbritannien Gegenwind für einen Verkauf von Dea an Fridmann gegeben.

Der Konsum ist momentan eine Stütze der deutschen Wirtschaft. Die Kauflaune in Deutschland ist so hoch wie seit acht Jahren nicht mehr. Das GfK-Konsumklima für Januar sprang auf die Marke von 9,0 Punkten und verbesserte sich gegenüber Dezember um 0,3 Zähler. An der Börse gehörten die Konsumwerte wie Henkel mit einem Plus von 2,7 Prozent und Beiersdorf mit einem Plus von 1,1 Prozent zu den Gewinnern des Tages.

Die dritte Gewinnwarnung in diesem Jahr von Air-France-KLM drückte auch den Kurs der Lufthansa um 3,4 Prozent. Air-France-KLM fielen in Paris um 7,4 Prozent. Als Grund für die niedrigere Gewinnprognose nennen die Franzosen einen zweiwöchigen Pilotenstreik und die fortdauernde Preisschwäche. Nach einer Hochstufung auf "Kaufen" von "Halten" durch die Deutsche Bank zogen die Aktien des französischen Telekomanbieters Orange um 1,4 Prozent an.

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Bei den Nebenwerten büßten die Aktien des Biotech-Unternehmens MorphoSys 11 Prozent ein. Der Schweizer Pharmakonzern Roche, mit dem MorphoSys kooperiert, hat eine Forschungsstudie für ein potenzielles Medikament gegen Alzheimer eingestellt. In Zürich fielen Roche um 6,3 Prozent. Der Sektor der Pharma-Unternehmen stellte mit einem Abschlag von 0,7 Prozent den größten Verlierer in Europa.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn

Euro-Stoxx-50 3.141,28 -12,49 -0,4% +1,0%
Stoxx-50 2.991,70 +9,05 +0,3% +2,5%
Stoxx-600 340,30 +1,25 +0,4% +3,7%
XETRA-DAX 9.786,96 -24,10 -0,2% +2,5%
FTSE-100 London 6.545,27 +79,27 +1,2% -3,0%
CAC-40 Paris 4.241,65 -7,84 -0,2% -1,3%
AEX Amsterdam 418,37 +1,93 +0,5% +4,1%
ATHEX-20 Athen 275,64 -4,20 -1,5% -28,4%
BEL-20 Bruessel 3.278,69 +30,07 +0,9% +12,1%
BUX Budapest 16.382,70 +183,21 +1,1% -11,8%
OMXH-25 Helsinki 2.978,37 -3,63 -0,1% +5,1%
ISE NAT. 30 Istanbul 103.527,75 +320,45 +0,3% +25,6%
OMXC-20 Kopenhagen 748,27 +3,79 +0,5% +21,6%
PSI 20 Lissabon 4.914,33 -34,15 -0,7% -25,6%
IBEX-35 Madrid 10.363,60 -27,70 -0,3% +4,5%
FTSE-MIB Mailand 18.983,83 -77,16 -0,4% +0,1%
RTS Moskau 768,06 +3,13 +0,4% -46,7%
OBX Oslo 527,04 +3,42 +0,7% +4,7%
PX Prag 944,56 -6,63 -0,7% -4,5%
OMXS-30 Stockholm 1.452,36 +10,51 +0,7% +9,0%
WIG-20 Warschau 2.310,88 n.def. n.def. -3,8%
ATX Wien 2.122,03 +8,36 +0,4% -16,7%
SMI Zuerich 8.976,24 -36,87 -0,4% +9,4%


DEVISEN zuletzt +/- % Fr. 8.27 Uhr Do, 17.33 Uhr
EUR/USD 1,2231 -0,48% 1,2289 1,2284
EUR/JPY 146,23 -0,26% 146,62 145,79
EUR/CHF 1,2027 -0,12% 1,2042 1,2038
USD/JPY 119,58 0,23% 119,31 118,71
GBP/USD 1,5611 -0,33% 1,5663 1,5666
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

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December 19, 2014 12:18 ET (17:18 GMT)

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