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Freitag, 19. September 2014

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MÄRKTE EUROPA/Yellens Taubenschlag sorgt für Erleichterung

18.09.2014, 18:06 Uhr

Von Manuel Priego-Thimmel

Ein marktfreundlicher Auftritt von US-Notenbank-Präsidentin Janet Yellen hat am Donnerstag die Kurse an Europas Börsen steigen lassen. Yellen hatte am Vorabend verkündet, die Zinsen "noch für eine beträchtliche Zeit" auf niedrigem Niveau zu halten. Im Vorfeld der Sitzung war spekuliert worden, dass die Fed diesen Passus auslassen könnte. "Sie arbeiten immer noch daran, die Zinsen niedrig zu halten", sagte Robert Pavlik, Chef-Marktstratege bei Banyan Partners. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die US-Notenbank Mitte des kommenden Jahres damit beginnen wird, die Leitzinsen anzuheben.

Der DAX gewann 1,4 Prozent auf 9.798 Punkte und schloss auf Tageshoch. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1 Prozent auf 3.271 Punkte nach oben. Die nur geringe Nachfrage der europäischen Banken nach dem neuen Langfristtender (TLTRO) der EZB ließ die Börsianer derweil kalt. Insgesamt wurden nur 82,6 Milliarden Euro zugeteilt. Die Erwartungen lagen im Bereich von 100 bis 130 Milliarden Euro. Damit fließt den Kapitalmärkten deutlich weniger frische Liquidität zu, als von Analysten erwartet. Allerdings steigt damit der Druck auf die EZB, ein Wertpapierkaufprogramm (QE) aufzulegen, merkte Nordea an.

Der Euro erholte sich von den Vortagesverlusten leicht und stieg auf 1,2915 Dollar. Obwohl die Fed die Leitzinsen niedrig halten will, wertete die Gemeinschaftswährung nach der Fed-Sitzung auf ein neues Jahrestief von 1,2834 Dollar ab. Vor der Fed-Entscheidung notierte sie um 1,2960 Dollar. Der Grund für die Dollarstärke: Die US-Notenbank hat einen Fahrplan veröffentlicht, der klar den Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik aufzeigt.

Demnach sehen die Fed-Entscheider die derzeit um Null liegenden kurzfristigen Zinsen in etwa drei Jahren bei über 3 Prozent - ein Wert nahe jenem Niveau, das offiziell als langfristig normal gilt. Gemäß den neuen Vorhersagen sieht die Fed den US-Leitzins Ende 2015 zwischen 1,25 Prozent und 1,50. Das ist höher als zuvor prognostiziert. Die meisten Analysten sehen weiter erhebliches Aufwärtspotenzial für den Dollar. Morgan Stanley erwartet eine weitere Abwertung der Gemeinschaftswährung auf 1,27 Dollar bis Ende des Jahres. Im kommenden Jahr soll der Euro dann auf 1,20 Dollar abwerten.

Mit dem Referendum über die schottische Unabhängigkeit steht bereits das nächste Großereignis für die Finanzmärkte an. Ein belastbares Ergebnis dürfte es kaum vor dem frühen Freitagmorgen geben. Die Abstimmung bremste vor allem in London ein wenig die Kauflust. Der FTSE-100 stieg 0,6 Prozent. Die letzten Umfragen vor dem Referendum lagen zu dicht beieinander, um eine Prognose über den Ausgang wagen zu können.

Auf Unternehmensseite war Bayer Tagesthema. Der Konzern wird sich in Zukunft auf die Bereiche Pharma und Agrar konzentrieren. Das unter dem Namen Material Science firmierende Kunststoffgeschäft soll als eigenständiges Unternehmen bis spätestens 2016 an die Börse gebracht werden. Das sorgte im Handel für Euphorie bei der Aktie und einem Kursplus von 6,2 Prozent. Damit falle ein für konjunkturelle Schwankungen anfälliger Geschäftsteil weg, sagte ein Teilnehmer.

Im Maschinenbausektor spekulierten Anleger unterdessen auf eine Branchen-Konsolidierung. Die Aktie von Sulzer schoß 8,1 Prozent nach oben. Die Schweizer verhandeln mit Dresser Rand aus den USA über eine Fusion. Die Risiken bei einer solchen Fusion lägen "klar bei Dresser Rand, denn Sulzer steckt mitten in einem durchgreifenden Umbau", sagte ein Händler. Mit einer Börsenkapitalisierung von insgesamt mehr als 10 Milliarden US-Dollar handele es sich um "keinen kleinen Deal". In der Vergangenheit wurde auch Siemens Interesse an Dresser Rand nachgesagt.

Die europäischen Stahlwerte legten weiter zu. Arcelor Mittal gewannen 1,9 Prozent und Salzgitter 3,1 Prozent, nachdem mit Steel Dynamics ein weiterer US-Stahlkonzern die Analystenschätzungen als zu niedrig bezeichnet hat. Damit hat nach Nucor und US Steel bereits der dritte Stahlkonzern seine Prognosen nach oben genommen.

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Die Ankündigung, gegen die israelische Andromeda Biotech wegen möglicherweise gefälschter Studiendaten rechtlich vorzugehen, ließ den Kurs der im TecDAX gelisteten Evotec um 5,1 Prozent steigen. "Es könnte ein schwieriges und langwieriges Unterfangen werden, den Mitarbeitern von Andromeda kriminelles Handeln nachzuweisen", sagte ein Händler. Es sei auch fraglich, ob sich dieser Schritt für Evotec lohne. Andererseits signalisiere Evotec, dass man Manipulation von Daten in klinischen Studien auf keinen Fall akzeptiert und alle Mittel zur Aufklärung des Falles ausschöpft.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.271,37 +33,93 +1,0% +5,2%
Stoxx-50 3.105,74 +32,39 +1,1% +6,4%
Stoxx-600 347,78 +3,39 +1,0% +5,9%
XETRA-DAX 9.798,13 +136,63 +1,4% +2,6%
FTSE-100 London 6.819,29 +38,39 +0,6% +1,0%
CAC-40 Paris 4.464,70 +33,29 +0,8% +3,9%
AEX Amsterdam 422,05 +4,21 +1,0% +5,0%
ATHEX-20 Athen 359,22 -8,24 -2,2% -6,7%
BEL-20 Bruessel 3.208,22 +24,82 +0,8% +9,7%
BUX Budapest 18.749,34 -26,19 -0,1% +1,0%
OMXH-25 Helsinki 2.949,76 +6,72 +0,2% +4,0%
ISE NAT. 30 Istanbul 94.771,07 -2036,85 -2,1% +15,0%
OMXC-20 Kopenhagen 770,13 +6,55 +0,9% +25,1%
PSI 20 Lissabon 5.857,75 +47,57 +0,8% -10,0%
IBEX-35 Madrid 10.991,00 +83,60 +0,8% +10,8%
FTSE-MIB Mailand 21.128,72 +17,06 +0,1% +11,4%
RTS Moskau 1.187,24 -2,86 -0,2% -17,7%
OBX Oslo 566,84 +1,89 +0,3% +12,6%
PX Prag 996,06 +11,53 +1,2% +0,7%
OMXS-30 Stockholm 1.416,79 +9,75 +0,7% +6,3%
WIG-20 Warschau 2.503,16 -12,11 -0,5% +4,3%
ATX Wien 2.302,62 +19,78 +0,9% -9,6%
SMI Zuerich 8.830,49 +4,88 +0,1% +7,6%

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8.29 Uhr Mi, 17.22 Uhr
EUR/USD 1,2915 0,31% 1,2875 1,2955
EUR/JPY 140,37 0,34% 139,90 139,24
EUR/CHF 1,2069 -0,36% 1,2112 1,2112
USD/JPY 108,69 0,02% 108,67 107,49
GBP/USD 1,6371 0,47% 1,6295 1,6321
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

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September 18, 2014 12:06 ET (16:06 GMT)

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