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MÄRKTE EUROPA/Erleichterung über schottisches "Nein" stützt kaum

19.09.2014, 18:15 Uhr

Von Manuel Priego Thimmel

Es hätte ein Festtag an Europas Börsen werden können. Doch obgleich befreit von der Unsicherheit um die Zugehörigkeit Schottlands zu Großbritannien zogen die Kurse am Freitag nur leicht an. Der Grund war technischer Natur. Zum Wochenschluss verfielen Futures und Optionen auf Indizes und Einzelaktien. Diese Verfallstage werden häufig von einer erhöhten Volatilität an den Finanzmärkten begleitet. Übergeordnet ist die Stimmung der Anleger aber gut. Die Ampeln an den Börsen stünden auf grün, nicht zuletzt weil sich die geopolitischen Risiken zurück entwickelt hätten, sagten Händler.

Der Euro-Stoxx-50 stieg 2 Punkte auf 3.273. Bis zum Jahreshoch bei 3.325 ist es aber nicht mehr weit. Der DAX schaffte nur ein minimales Plus von 1 Punkt auf 9.799. Nach der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank am vergangenen Mittwoch haben die Finanzmärkte mit dem schottischen Referendum nun eine weitere kritische Klippe umschifft. Was jetzt noch fehle, sei ein erfolgreicher Börsengang von Alibaba, hieß es im Handel. Den ersten Kurs gab es erst nach dem europäischen Börsenschluss - mit 92,70 Dollar lag er deutlich über dem Platzierungspreis von 68 Dollar.

Mit der Niederlage der Unabhängigkeitsbefürworter in Schottland verlieren die Bären die letzte Bastion", sagte ein Händler. Der FTSE-100 als einer der Hauptprofiteure des schottischen Votums stieg um 0,3 Prozent. Im Blick stand auch die Börse in Madrid, die im Tagesverlauf zeitweise die stärksten Aufschläge in Europa aufwies. Mit dem Verbleib der Schotten im Königreich schwinden auch die Chancen auf eine katalanische Unabhängigkeit. Der Ibex konnte die hohen Gewinne aber nicht halten und ging nur mit einem Plus von 0,1 Prozent ins Wochenende.

Die Entspannung spiegelte sich auch am spanischen Anleihemarkt wider. Die Rendite der zehnjährigen Benchmarkanleihen fiel um 8 Basispunkte auf 2,19 Prozent. In Katalonien ist für den November eine Volksbefragung geplant, die aber von der Zentralregierung in Madrid - anders als im Falle Schottlands - nicht akzeptiert wird. In Kürze wird sich auch der Oberste Gerichtshof zu dem geplanten Referendum äußern. Beobachter gehen davon aus, dass die Richter einen Wahlgang als verfassungswidrig einstufen werden.

Am Devisenmarkt stieg das Pfund zum Euro auf ein neues Zweijahreshoch, weil nun statt Schottland wieder die erwartete Zinswende in Großbritannien in den Blick gerät bei einer gleichzeitig immer lockereren Geldpolitik der EZB. Gegen den Dollar fiel die Einheitswährung auf ein neues Jahrestief bei 1,2830. Nach der enttäuschenden Nachfrage nach dem ersten neuen Langfristtender der EZB (TLTRO) ist laut Händlern die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die EZB letztlich um ein Programm der Quantitativen Lockerung (QE) nicht herumkommen wird.

Auf der Gewinnerseite standen britische Aktien, die unter einem schottischen "Ja" gelitten hätten. Dazu gehörten etwa Finanzdienstleister. Royal Bank of Scotland gewannen 2,5 Prozent. Die Aktie des Rüstungskonzerns BAE Systems stieg 0,9 Prozent. Im Fall einer schottischen Unabhängigkeit hätten BAE und das britische Verteidigungsministerium vor der schwierigen Frage gestanden, ob die Produktion von Kriegsschiffen von Schottland zurück nach England zu verlegen wäre.

Die Aktie der Deutschen Bank legte 2,1 Prozent zu. Grund war ein neuer Entwurf des Bundesfinanzministeriums, über den die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, und der eine lockerere Handhabung des Trennbankensystems vorsieht als die bisherigen Entwürfe. Tagesgewinner im Leitindex waren allerdings Deutsche Telekom mit einem Kursplus von 3,8 Prozent. Hier stützte eine Kaufempfehlung der Citigroup.

SAP-Aktien verloren nach der Übernahme des Cloudanbieters Concur dagegen 3,8 Prozent. Die Anleger störten sich an dem Kaufpreis von 8,3 Milliarden Dollar. Kepler empfiehlt das SAP-Papier weiter zum Kauf. Strategisch sei der Zukauf sinnvoll. Synergien sehen die Analysten darin, dass die meisten der 216.000 SAP-Kunden Concur bisher nicht nutzten.

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Siemens-Titel gaben um 1,5 Prozent nach. Die Münchener sollen ein milliardenschweres Angebot für den US-Ölindustrieausrüster Dresser-Rand vorbereiten. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Dresser-Rand mit dem Schweizer Sulzer-Konzern Fusionsgespräche führt.

Neben Gewichtungsveränderungen treten zum Börsenschluss auch neue Zusammensetzungen vieler Indizes in Kraft. Beispielsweise ersetzen im Euro-Stoxx-50 Nokia die Aktien von CRH. In den TecDax steigen die Papiere der RIB Software auf, in den MDax Deutsche Annington und Kion.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.273,25 +1,88 +0,1% +5,3%
Stoxx-50 3.111,92 +6,18 +0,2% +6,6%
Stoxx-600 348,52 +0,74 +0,2% +6,2%
XETRA-DAX 9.799,26 +1,13 +0,0% +2,6%
FTSE-100 London 6.837,92 +18,63 +0,3% +1,3%
CAC-40 Paris 4.461,22 -3,48 -0,1% +3,8%
AEX Amsterdam 425,74 +3,69 +0,9% +6,0%
ATHEX-20 Athen 373,31 +14,09 +3,9% -3,0%
BEL-20 Bruessel 3.220,40 +12,18 +0,4% +10,1%
BUX Budapest 18.412,40 -336,94 -1,8% -0,8%
OMXH-25 Helsinki 2.977,54 +27,78 +0,9% +5,0%
ISE NAT. 30 Istanbul 94.213,95 -557,12 -0,6% +14,3%
OMXC-20 Kopenhagen 773,00 +2,87 +0,4% +25,6%
PSI 20 Lissabon 5.905,32 +6,48 +0,1% -9,9%
IBEX-35 Madrid 11.001,90 +10,90 +0,1% +10,9%
FTSE-MIB Mailand 20.972,35 -156,37 -0,7% +10,6%
RTS Moskau 1.170,25 -16,99 -1,4% -18,9%
OBX Oslo 566,26 -0,58 -0,1% +12,4%
PX Prag 1.002,95 +6,89 +0,7% +1,4%
OMXS-30 Stockholm 1.421,48 +4,69 +0,3% +6,6%
WIG-20 Warschau 2.539,60 +36,44 +1,5% +5,8%
ATX Wien 2.300,87 -1,75 -0,1% -9,6%
SMI Zuerich 8.840,17 +9,68 +0,1% +7,8%

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 9.03 Uhr Do, 17.18 Uhr
EUR/USD 1,2835 -0,45% 1,2893 1,2912
EUR/JPY 139,87 -0,63% 140,75 140,27
EUR/CHF 1,2073 0,03% 1,2070 1,2070
USD/JPY 108,98 -0,19% 109,18 108,65
GBP/USD 1,6306 -0,86% 1,6448 1,6371
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

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