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Samstag, 25. April 2015

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MÄRKTE EUROPA/Börsen im Plus - Kursrutsch bei Biotest und Singulus

24.04.2015, 18:25 Uhr

Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Börsenwoche war eine Nullnummer. Der DAX hat sich die vergangenen Tage per Saldo kaum von der Stelle bewegt. Nach den enttäuschenden Einkaufsmanager-Indizes am Vortag hellte der überzeugend ausgefallenen ifo-Geschäftsklima-Index aus Deutschland die Stimmung der Börsianer auf. Zudem halfen die Kursgewinne an der Wall Street im späten Handel. Der deutsche Leitindex legte um 0,7 Prozent auf 11.811 Punkte zu, der Euro-Stoxx-50 schloss 0,4 Prozent höher bei 3.714.

Der ifo-Geschäftsklima-Index stieg im April von 107,9 auf 108,6 Punkte und damit etwas stärker als erwartet. Das nimmt Diskussionen über eine bevorstehende Konjunkturabschwächung in Deutschland vorerst die Spitze.

Die Sorge um die Finanzsituation Griechenlands belastete dagegen latent weiter. Zumal es auch wieder Kommentare gab, die kaum Hoffnung auf eine kurzfristige Lösung machten. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sagte, dass es unverändert große Differenzen mit Griechenland gebe, und EZB-Chef Mario Draghi betonte, dass die Zeit knapp wird.

Griechenlands Drahtseilakt zwischen Staatsbankrott und möglicher Rettung geht indes weiter. Ein Treffen der Euro-Finanzminister in Riga brachte am Freitag keine Fortschritte, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seine Amtskollegen vertagten das Thema auf den Mai. Die Hoffnung auf einen guten Ausgang trieb die Börse in Athen, sie schloss knapp 4 Prozent fester. Die Banken stellten die größten Gewinner, so schloss die Piraeus Bank 15 Prozent fester.

Unternehmensnachrichten bewegten zum Wochenschluss vor allem die Kurse in der zweiten und dritten Reihe am deutschen Aktienmarkt. Für die im SDAX gelistete Biotest-Aktie ging es um 20 Prozent in den Keller. Ein Mittel des Pharmaunternehmens zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis hat in einer Studie gefloppt. Biotest droht deswegen ein Gewinneinbruch von 25 bis 30 Millionen Euro.

Singulus brachen in ähnlicher Größenordnung ein. Der Hersteller von Maschinen zur DVD-Fertigung plant nach einem starken Schwund des Eigenkapitals nun eine "Neuordnung der Kapitalstruktur". Dabei wird auch eine Umwandlung von Gläubigerforderungen in Unternehmensbeteiligungen erwogen. Auf der Hauptversammlung am 9. Juni dürfte es heiß hergehen. Dort soll eine Reihe von Kapitalmaßnahmen zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Ansonsten bewegte die laufende Berichtssaison die Kurse. Air Liquide verloren nach Umsatzzahlen des französischen Industriegase-Produzenten im ersten Quartal 1,8 Prozent. Renault profitierten von einem starken Ergebnis im ersten Quartal sowie einer angehobenen Prognose für den Absatz und verteuerten sich um 3,6 Prozent. In ihrem Fahrwasser legten Peugeot um 2,0 Prozent zu.

Bei der Deutschen Bank berät der Aufsichtsrat über die künftige Strategie. Dabei dürfte es vor allem um die Zukunft der Tochter Postbank gehen. Die Ergebnisse könnten laut Aktienhändlern ein starker Kurstreiber werden. Wann und ob überhaupt am Freitag noch Ergebnisse bekannt werden, ist offen. Im Vorfeld handelte die Aktie etwas fester.

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HSBC waren mit plus 3,0 Prozent Hauptgewinner in Europas Bankensektor, der um 1,2 Prozent zulegte. Auslöser waren Aussagen der Bank, sich mit einer Verlagerung ihres Hauptquartiers aus Großbritannien zu beschäftigen. "Diese Drohkulisse war bereits bei der Diskussion um die Kappung der Boni aufgekommen und ist mit der Aussicht auf härtere Regulierungen weiter präsent", sagt ein Händler.

Die Kursgewinne der in London gelisteten Bergwerkskonzerne erklärt Stan Shamu von IG vor allem mit den sich kräftig erholenden Eisenerzpreisen. Aber auch die Ölpreise stiegen weiter, unter anderem gestützt vom schwächelnden Dollar. Rio Tinto stiegen um 1,5 Prozent, BHP Billiton um 2,1 Prozent und Anglo American um 1,9 Prozent. Der Branchenindex legte um 1,7 Prozent zu.

Die Analysten von Morgan Stanley nahmen den europäischen Versicherungssektor auf Untergewichten herunter. Unter anderem haben sie die Allianz-Aktie auf "Untergewichten" gesenkt, das drückte den Kurs um 2,2 Prozent nach unten. Der Index der Versicherer war mit einem Abschlag von 1,3 Prozent Verlierer des Tages. Er hatte bereits am Vortag am Ende der Rangliste gelegen.

Die Analysten der Bank of America-Merrill Lynch haben Deutsche Börse von "Kaufen" auf "Neutral" gesenkt, der Kurs gab daraufhin um 1,0 Prozent nach. Eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs für die KPN-Aktie ließ diese um 5,1 Prozent steigen.

Wegen des Dividendenabschlags handelten RWE 4,0 Prozent oder 0,95 Euro niedriger, der Versorger zahlte eine Dividende von 1 Euro je Aktie. Gleiches gilt für Munich Re, der Münchener Rückversicherer schüttete 7,75 Euro je Aktie aus. Der Kurs schloss 4,7 Prozent oder 9,05 Euro niedriger.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.713,96 +16,08 +0,4% +18,0%
Stoxx-50 3.545,14 +6,79 +0,2% +18,0%
Stoxx-600 408,42 +1,24 +0,3% +19,2%
XETRA-DAX 11.810,85 +87,27 +0,7% +20,5%
FTSE-100 London 7.070,70 +17,03 +0,2% +7,7%
CAC-40 Paris 5.201,45 +22,54 +0,4% +21,7%
AEX Amsterdam 504,01 +1,01 +0,2% +18,7%
ATHEX-20 Athen 228,24 +8,23 +3,7% -13,8%
BEL-20 Bruessel 3.800,13 +13,85 +0,4% +15,7%
BUX Budapest 22.420,43 +369,84 +1,7% +34,8%
OMXH-25 Helsinki 3.549,75 +25,14 +0,7% +18,8%
ISE NAT. 30 Istanbul 104.368,69 +2279,51 +2,2% -1,7%
OMXC-20 Kopenhagen 995,01 +9,97 +1,0% +33,7%
PSI 20 Lissabon 5.984,51 +54,10 +0,9% +25,8%
IBEX-35 Madrid 11.505,40 +79,60 +0,7% +11,9%
FTSE-MIB Mailand 23.427,35 +227,92 +1,0% +23,2%
RTS Moskau 1.037,52 +9,05 +0,9% +31,2%
OBX Oslo 589,81 -0,84 -0,1% +12,6%
PX Prag 1.049,40 +7,35 +0,7% +10,9%
OMXS-30 Stockholm 1.698,51 +8,74 +0,5% +16,0%
WIG-20 Warschau 2.519,20 -3,58 -0,1% +8,8%
ATX Wien 2.637,85 +24,67 +0,9% +22,1%
SMI Zuerich 9.302,12 -36,13 -0,4% +3,5%

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.10 Uhr Do, 17.30 Uhr
EUR/USD 1,0870 0,55% 1,0811 1,0814
EUR/JPY 129,32 0,11% 129,17 129,37
EUR/CHF 1,0366 0,30% 1,0335 1,0325
USD/JPY 118,98 -0,44% 119,51 119,62
GBP/USD 1,5175 0,78% 1,5057 1,5056
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Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com

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April 24, 2015 12:25 ET (16:25 GMT)

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