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Dienstag, 27. Januar 2015

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MÄRKTE EUROPA/Banken und Autos führen Rücksetzer an

27.01.2015, 13:00 Uhr

Von Herbert Rude

Nach der Rally der vergangenen Tagen und einem weiteren DAX-Rekord im frühen Handel kommt es am Dienstag zu ersten Gewinnmitnahmen an den europäischen Aktienmärkten. Der DAX verliert am Mittag 1,1 Prozent auf 10.679 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,2 Prozent auf 3.374 Zähler nach unten.

Händler geben sich angesichts des Rücksetzers gelassen. Angeführt wird er von den Autotiteln und den Bankaktien. Nach der starken Rally der vergangenen Tage seien einige Autotitel wie Daimler kurzfristig etwas überhitzt, sagt Achim Matzke, Marktanalyst der Commerzbank. Goldman Sachs und BNP Exane sehen die Titel der Branche nach der Rally nun etwas verhaltener, trotz zum Teil höherer Kursziele. Der Index der Autoaktien verliert 2,1 Prozent, Daimler fallen um 2,6 Prozent.

Der Bankenindex gibt um 1,9 Prozent nach. Er hatte bereits die Rally nur in abgeschwächter Form mitgemacht. Wie es in Branchenkreisen heißt, drängt die Europäische Zentralbank (EZB) die Branche zu weiteren Kapitalmaßnahmen. Carlo Messina, Vorstandschef der Bank Intesa SanPaolo, rechnet nun mit Kapitalerhöhungen in diesem Jahr. Societe Generale verlieren 3,6 Prozent auf 37,14 Euro, Deutsche Bank fallen sogar um 4,1 Prozent.

Abgesehen von kleineren Rücksetzern dürfte der europäische Aktienmarkt insgesamt weiter freundlich tendieren, sagt Marktanalyst Matzke. Händler geben sich ebenfalls ungebrochen zuversichtlich und verweisen auf die stark gestiegenen Zuflüsse an die hiesigen Börsen. Haupttreiber an den Börsen bleibt die lockere Geldpolitik der EZB. Das angekündigte Anleihekaufprogramm spült Milliarden in den Umlauf, die angelegt werden müssen. Zudem lassen der Ölpreisrückgang und der Euroverfall höhere Gewinne der Unternehmen in der Eurozone erwarten.

Bei einigen Unternehmen ist das allerdings noch nicht so weit, so bei Siemens: Nach Veröffentlichung der Erstquartalszahlen verliert die Siemens-Aktie 3,1 Prozent. Die Analysten der WGZ-Bank stufen neben der Margenentwicklung auch den Auftragseingang als enttäuschend ein, sie haben deshalb die Gewinnschätzungen heruntergenommen und die Aktie von der Kaufliste gestrichen.

Für Philips geht es nach ihren Quartalszahlen gleich um 6 Prozent nach unten. Der organische Umsatz im Bereich Healthcare sei stärker als erwartet zurückgegangen, moniert die Societe Generale. Auch das bereinigte EBITA habe die Erwartungen nicht erfüllt. Dies spiegele sich in einem deutlichen Margenrückgang von 420 Basispunkten auf 14,8 Prozent wider. Der Auftragseingang bei Healthcare habe sich zudem viel schwächer entwickelt als erhofft.

Ericcson fallen um 1,3 Prozent. Zwar haben höhere Softwareumsätze und Effizienzsteigerungen Ericsson im vierten Quartal zu einer sehr starken Bruttomarge von 36,6 Prozent verholfen. Das operative Ergebnis sei indes leicht unter den Konsensschätzungen geblieben, so die Analysten der Evli Bank, die auf gestiegene operative Kosten verweisen. Das größte Problem in dem Geschäftsbericht sehen die Analysten im zweiprozentigen Umsatzrückgang. Hier hätten sich geringere Ausgaben der Kunden in Nordamerika bemerkbar gemacht.

Am deutschen Markt erleben SMA Solar ihren nächsten Kurseinbruch. Nach einer weiteren Gewinnwarnungen sackt der Kurs um knapp 15 Prozent ab. "SMA produziert momentan Gewinnwarnungen am laufenden Band", so ein Händler. Es sei bereits die dritte in Folge. Das Unternehmen drückt zwar auf die Kostenbremse, deutlich rückläufige Aufträge verhageln aber die Stimmung für die Aktie.

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Analysten warten nun auf den Freitag. Sollte SMA auf dem dann stattfindenden Kapitalmarkttag ein tragfähiges Zukunftskonzept vorlegen, könnte sich die Stimmung wieder bessern.

Daneben machen Umstufungen die Musik. K+S steigen nach einer Hochstufung der Aktie auf Neutral von Sell durch die UBS um 0,3 Prozent. Thyssen gewinnen 1,1 Prozent, nachdem die DZ Bank ihre Verkaufsempfehlung zurückgezogen. Und Linde liegen ebenfalls noch etwas im Plus. Im frühen Geschäft waren sie erstmals über 170 Euro gestiegen, nachdem sich gleich mehrere Analysten positiv geäußert hatten.

In Zürich zieht der schweizerische Leitindex SMI um 0,6 Prozent an - gestützt wird er vom etwas stabileren Schweizer Franken. Die Nationalbank soll in den vergangenen Tagen mit Milliardenbeträgen gegen die Franken-Stärke interveniert haben. Gegen den Dollar verändert sich der Euro nur wenig, und auch die Renditen deutscher Anleihen verharren knapp über den neuen Rekord-Tiefs.

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INDEX Stand +-%
Euro-Stoxx-50 3.373,78 -1,19%
Stoxx-50 3.242,08 -0,59%
DAX 10.678,69 -1,11%
FTSE 6.821,33 -0,45%
CAC 4.624,51 -1,08%
EUREX Stand +-Ticks
Bund-Future 158,27

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8.29 Uhr Mo, 17.35 Uhr
EUR/USD 1,1276 0,25% 1,1247 1,1282
EUR/JPY 133,05 0,21% 132,78 133,46
EUR/CHF 1,0164 0,03% 1,0161 1,0154
USD/JPY 118,00 -0,05% 118,06 118,29
GBP/USD 1,5080 -0,06% 1,5089 1,5072

Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com
DJG/hru/cln
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January 27, 2015 07:00 ET (12:00 GMT)

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