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Mittwoch, 01. Oktober 2014

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MÄRKTE EUROPA/US-Daten enttäuschen - Zalando-Börsengang mau

01.10.2014, 18:05 Uhr

Von MICHAEL DENZIN

Mit deutlichem Minus sind Europas Aktienmärkte am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Schwache US-Konjunkturdaten enttäuschten den Markt, der DAX rutschte zeitweise auf ein neues Ein-Monats-Tief. Auch in Europa überzeugten die Einkaufsmanager-Indizes nicht. Zudem hielten sich Anleger aus Vorsicht zurück: Mit der EZB-Entscheidung am Donnerstag und dem US-Arbeitsmarktbericht für September am Freitag stehen die wichtigsten Daten noch an. Der DAX verlor 1 Prozent auf 9.382 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab um 1 Prozent auf 3.195 Zähler nach.

Für Enttäuschung sorgten vor allem der ADP-Arbeitsmarktbericht und der ISM-Index. Der ISM als Barometer für die Gesundheit der US-Industrie fiel deutlich auf 56,6 im September zurück. Im August hatte er noch bei 59,0 gelegen. Vor allem der Rückgang der Beschäftigungskomponente verstörte. Dazu fielen auch noch die Bauausgaben schlechter als erwartet aus.

Im Handel wurde dies als klares Signal für "zu hohe Erwartungen" gewertet. Der Markt habe auf starke Signale einer US-Konjunkturerholung gesetzt, die jetzt nicht angezeigt wurden. Da diese ein Teilgrund für die Dollar-Rally der vergangenen Wochen waren, konnte der Euro seinen Absturz bremsen und die 1,26er-Marke zum Dollar verteidigen.

Auch Zalando enttäuschten mit ihrem Börsengang. Zwar lag der erste Kurs mit 24,10 Euro gut 12 Prozent über dem Ausgabekurs von 21,50 Euro, sofortige Gewinnmitnahmen drückten die Aktie aber genau auf den Ausgabekurs zurück. Die meisten Investoren hatten sich deutlich mehr erhofft, denn zuvor wurde das Papier am sogenannten Graumarkt bereits mit bis zu 34 Euro gehandelt. Dennoch ist Zalando damit ein Kandidat für die Index-Aufnahme in den SDAX, wie Petra Kerssenbrock, Index-Expertin bei der Commerzbank sagt. Im SDAX dürfte die Aktie dann sofort zu den Schwergewichten gehören.

Adidas standen im Fokus mit einem Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Der Kurs stieg in der Spitze 3 Prozent und schloss gegen den schwachen Markt 1 Prozent höher. "Offensichtlich hat sich das Management entschieden, etwas gegen die andauernde Kursschwäche zu unternehmen", kommentierte ein Händler. Ob es strategisch sinnvoll sei, angesichts des zunehmenden Wettbewerbs die Barbestände an die Aktionäre auszuschütten, statt sie in Wachstum zu investieren, darüber lasse sich aber streiten.

Autowerte litten weiter unter Abgaben, die mit der Gewinnwarnung von Ford am Montagabend begonnen hatten. Für VW ging es um 2,3 Prozent nach unten. Hier belasteten zusätzlich schwächere Verkaufszahlen in den USA. Fiat verloren 2,6 Prozent, obwohl ihre US-Tochter Chrysler beim Absatz sogar positiv überrascht hatte. BASF fielen nach einer Kurszielsenkung durch Exane BNP um 2,3 Prozent.

Unter Druck standen auch die Aktien der Fluggesellschaften in Europa und den USA, nachdem der erste Ebola-Fall in den USA bestätigt worden war. Im DAX fielen Lufthansa um 2,7 Prozent. IAG gaben 2,7 Prozent nach, Air France-KLM verloren sogar 4,4 Prozent. Grund waren die Sorgen über Flugbeschränkungen, nachdem das US-Zentrum für Seuchenkontrolle (CDC) den ersten Fall in den USA am Vorabend bestätigt hatte. Selbst gute Nachrichten über einen deutlichen Anstieg im Cargo-Aufkommen vom Verband der Fluglinien, IATA, halfen da nicht.

Wie stark das Thema Ebola mittlerweile die Börsenkurse beeinflusst, zeigten die Kursgewinne von kleinen US-Pharma-Unternehmen, die in dieser Richtung forschen. Hier ging es an der US-Börse mit zweistelligen Prozentgewinnen nach oben.

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Südzucker im MDAX verloren deutliche 6,4 Prozent wegen des weiter abstürzenden Zuckerpreises. "Seit Ende Juni ist der Zuckerpreis um 17 Prozent gefallen", sagte ein Händler. Wegen des künftigen Wegfalls der EU-Zuckermarktordnung übernähmen die Marktpreise immer mehr die Funktion des Kursmachers für die Zuckerproduzenten in der Eurozone.

Abwärts ging es auch für Orange, die ehemalige France Telecom. Die Aktien brachen um 4,1 Prozent ein. Einem Zeitungsbericht zufolge trennt sich der Staat von einem 1,9-prozentigen Aktienpaket an dem früheren Monopolisten.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.195,08 -30,85 -1,0% +2,8%
Stoxx-50 3.046,13 -21,16 -0,7% +4,3%
Stoxx-600 340,22 -2,86 -0,8% +3,6%
XETRA-DAX 9.382,03 -92,27 -1,0% -1,8%
FTSE-100 London 6.557,52 -65,20 -1,0% -2,8%
CAC-40 Paris 4.365,27 -50,97 -1,2% +1,6%
AEX Amsterdam 416,80 -4,34 -1,0% +3,7%
ATHEX-20 Athen 345,67 +1,03 +0,3% -10,2%
BEL-20 Bruessel 3.198,61 -22,79 -0,7% +9,4%
BUX Budapest 17.959,39 +74,68 +0,4% -3,3%
OMXH-25 Helsinki 2.897,78 -41,51 -1,4% +2,2%
ISE NAT. 30 Istanbul 90.416,44 -1184,32 -1,3% +9,7%
OMXC-20 Kopenhagen 763,38 +0,73 +0,1% +24,0%
PSI 20 Lissabon 5.740,50 -57,23 -1,0% -13,4%
IBEX-35 Madrid 10.753,20 -72,30 -0,7% +8,4%
FTSE-MIB Mailand 20.706,31 -185,80 -0,9% +9,2%
RTS Moskau 1.113,42 -10,30 -0,9% -22,8%
OBX Oslo 551,49 -6,38 -1,1% +9,5%
PX Prag 988,64 -2,76 -0,3% -0,0%
OMXS-30 Stockholm 1.381,59 -21,41 -1,5% +3,6%
WIG-20 Warschau 2.462,60 -37,69 -1,5% +2,6%
ATX Wien 2.190,21 -13,73 -0,6% -14,0%
SMI Zuerich 8.789,53 -45,61 -0,5% +7,2%

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8.14 Uhr Di, 17.28 Uhr
EUR/USD 1,2622 0,01% 1,2620 1,2626
EUR/JPY 137,87 -0,57% 138,65 138,47
EUR/CHF 1,2071 0,12% 1,2057 1,2070
USD/JPY 109,23 -0,57% 109,86 109,67
GBP/USD 1,6195 -0,01% 1,6195 1,6224
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 01, 2014 12:05 ET (16:05 GMT)

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