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MÄRKTE EUROPA/Gewinnmitmitnahmen zum Wochenende

24.10.2014, 18:17 Uhr

Von Manuel Priego Thimmel

Nach der Erholung der vergangenen Tagen sind Europas Börsen am Freitag mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, das Sentiment sei aber auch durch die Nachricht über die Erkrankung eines Arztes aus New York an Ebola etwas belastet worden. Enttäuschende Immobiliendaten aus den USA waren nicht dazu angetan, die Stimmung der Anleger zu heben. Der DAX verlor 0,7 Prozent auf 8.988 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab 0,5 Prozent auf 3.030 nach.

Übergeordnet war von einer klar verbesserten Stimmung die Rede. "Die Panik ist erst einmal weg", sagte ein Händler. Positive Wirtschaftsdaten aus Deutschland am Donnerstag haben die Rezessionsängste der Anleger etwas in den Hintergrund rücken lassen. Auch läuft die Berichtssaison vor allem in den USA gut.

Analyst Bryan Novak von Astor Investment Management betonte, die starken Gewinne bei Caterpillar, 3M und anderen global ausgerichteten Industrieunternehmen zeigten, dass das Wachstum in Europa und Asien stabiler als befürchtet sei: "Das sind die Firmen, die voll in Europa und den Schwellenländern verankert sind", sagte Novak. "Die globale Wirtschaft stabilisiert sich und das überträgt sich in steigende Umsätze bei vielen solcher Unternehmen."

In Europa läuft die Berichtssaison bislang nicht ganz so rund wie in den USA. Der Chemieriese BASF hat den Ausblick für 2015 an den unteren Rand der Erwartungen gesenkt. Der Gewinn im abgelaufenen Quartal lag zwar über den Schätzungen, was Händler aber dem außergewöhnlich guten Verlauf im Öl- und Gasgeschäft zuschrieben. Die DZ-Bank merkte an, dass BASF wie bereits im Vorquartal im Agrargeschäft nicht "geliefert" habe. BASF verloren 3,2 Prozent und belasteten als Schwergewicht auch den DAX.

Auch das Baugeschäft in Europa läuft nicht überall, was der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain zu spüren bekam. Vor allem das Geschäft in Deutschland führte für den Konzern zu einem leichten Umsatzrückgang. Mit dem Konzernumsatz insgesamt war Jefferies-Analyst Mike Betts allerdings zufrieden, lag er doch oberhalb seiner Schätzung. Auch der Baukonzern Vinci lag beim Umsatz leicht unter der Erwartung. Beide Unternehmen bestätigten aber die Prognose für 2014. Die Aktie von Saint-Gobain verlor 0,6 Prozent, für Vinci ging es 1,6 Prozent nach unten.

Mit einem Kurssprung von 7,1 Prozent reagierte das Volvo-Papier auf die Geschäftszahlen. Im Vorfeld hatte die Sorge um die Nachfrage nach Lastkraftwagen aus Brasilien und Europa wie auch die Zurückhaltung bei Käufen von Baufahrzeugen in China auf der Aktie gelastet. "Vor diesem Hintergrund hat Volvo starke Zahlen vorgelegt", hieß es von Hampus Engellau, Analyst bei Handelsbanken. Der Auftragseingang sei gestiegen, und Volvo habe den Ausblick für den europäischen Nutzfahrzeugmarkt bestätigt.

Die Gewinnerliste in Europa führte der Telekommunikationssektor mit Aufschlägen von 0,8 Prozent an. Nach guten Geschäftszahlen von unter anderem Orange und Belgacom ist das Interesse der Anleger an der Branche wieder gestiegen. Gerade in einem Umfeld schwächerer Wirtschaftsdaten aus Europa sei der defensive Charakter der "Telcos" interessant, hieß es im Handel. Dieser werde noch gesteigert durch den Eindruck, dass die Talsohle im Telekomsektor offenbar durchschritten worden sei. Belgacom stiegen 6,3 Prozent, Deutsche-Telekom-Titel waren mit plus 2,6 Prozent Tagesgewinner im DAX.

Gelassen schauten die Anleger der Veröffentlichung des Bankenstresstests am Sonntag entgegen. Der Sektor legte gegen den Trend 0,4 Prozent zu. Analysten gehen davon aus, dass die großen Institute den Test problemlos bestanden haben. Die Banken hätten ausreichend Zeit gehabt, etwaige bilanzielle Lücken zu füllen. Unsicherheiten gebe es nur bei kleineren Instituten aus der Peripherie. Deutsche-Bank-Papiere fielen um 0,1 Prozent, Commerzbank-Titel stiegen dagegen um 0,9 Prozent.

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Am Devisenmarkt zog der Euro leicht auf 1,2670 Dollar an. Die Commerzbank sieht dennoch die jüngste Dollar-Schwäche als überwunden an. Bereits in der kommenden Woche könnte der Greenback weiter zulegen. Denn die Chancen stünden gut, dass die US-Notenbank den Markt überrascht. Nicht damit, dass sie die Wertpapierkäufe wie geplant einstellen wird. "Aber damit, dass sie sich eben nicht erheblich moderater anhören wird als bisher", sagte Analyst Lutz Karpowitz.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.030,37 -13,93 -0,5% -2,5%
Stoxx-50 2.919,55 -10,99 -0,4% +0,0%
Stoxx-600 327,17 -1,09 -0,3% -0,3%
XETRA-DAX 8.987,80 -59,51 -0,7% -5,9%
FTSE-100 London 6.388,73 -30,42 -0,5% -5,3%
CAC-40 Paris 4.128,90 -28,78 -0,7% -3,9%
AEX Amsterdam 396,12 -0,77 -0,2% -1,4%
ATHEX-20 Athen 324,67 +0,71 +0,2% -15,6%
BEL-20 Bruessel 3.077,81 +6,40 +0,2% +5,3%
OMXH-25 Helsinki 2.840,68 -29,46 -1,0% +0,2%
ISE NAT. 30 Istanbul 97.378,73 -131,55 -0,1% +18,1%
OMXC-20 Kopenhagen 733,98 -4,66 -0,6% +19,2%
PSI 20 Lissabon 5.212,55 -40,09 -0,8% -21,1%
IBEX-35 Madrid 10.339,30 +5,60 +0,1% +4,3%
FTSE-MIB Mailand 19.495,68 +60,70 +0,3% +2,8%
RTS Moskau 1.036,68 +0,77 +0,1% -28,1%
OBX Oslo 524,07 +0,52 +0,1% +4,1%
PX Prag 950,17 +3,65 +0,4% -3,9%
OMXS-30 Stockholm 1.358,57 -3,31 -0,2% +1,9%
WIG-20 Warschau 2.426,20 -7,64 -0,3% +1,1%
ATX Wien 2.160,50 +12,52 +0,6% -15,2%
SMI Zuerich 8.532,09 -13,99 -0,2% +4,0%

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.33 Uhr Do, 17.40 Uhr
EUR/USD 1,2672 0,08% 1,2662 1,2650
EUR/JPY 136,97 0,17% 136,73 136,73
EUR/CHF 1,2060 -0,05% 1,2066 1,2068
USD/JPY 108,10 0,10% 107,98 108,10
GBP/USD 1,6095 0,35% 1,6039 1,6033

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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

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October 24, 2014 12:17 ET (16:17 GMT)

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