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Mittwoch, 23. Juli 2014

Börse

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MÄRKTE EUROPA/Kursgewinne an den Börsen - Euro auf Jahrestief

22.07.2014, 18:22 Uhr

Von Thomas Leppert

Die Richtungssuche an den europäischen Börsen ist am Dienstag in eine neue Runde gegangen. Nach den Verlusten am Vortag erholten sich die Kurse kräftig. "Die Schlacht zwischen den geopolitischen Risiken und den Quartalsberichten der US-Unternehmen geht weiter", sagte Stan Shamu von IG Markets. Derzeit scheinen die am Markt gut aufgenommenen Ergebnisse der Unternehmen die Oberhand zu gewinnen. Der Dax gewann 1,3 Prozent auf 9.734,33 Punkte und der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,7 Prozent auf 3.189 Punkte.

Besonders an den Börsen in Südeuropa waren die Investoren auf Einkaufstour. Der Aktienmarkt in Madrid legte um 1,6 Prozent zu, für die Börse in Mailand ging es um 2,2 Prozent nach oben.

Positive Impulse für die Börse liefert aktuell vor allem die US-Berichtssaison. Nach Berechnungen der Deutschen Bank haben bis Ende vergangener Woche 76 Prozent der S&P-500-Unternehmen die Gewinnschätzungen und 69 Prozent die Umsatzerwartungen übertroffen. An der Wall Street kletterte der S&P-500-Index am Dienstag auf ein neues Rekordhoch.

Doch auch die weltpolitische Lage bleibt im Blick. Am Dienstag stand das Außenministertreffen der EU in Brüssel im Zentrum. Kurz vor Handelsschluss wurde gemeldet, dass weitere Sanktionen gegen Russland geplant sind. So soll eine Kommission in den nächsten Tagen ein Verbot von Waffenexporten und Dual-Use-Gütern nach Russland prüfen. Auf der Prüfliste stehen auch die Finanzbranche und der Energiesektor, erklärte der niederländische Außenminister Frans Timmermans.

Mit der Veröffentlichung von US-Inflationsdaten kam Bewegung in den Devisenhandel. Die amerikanischen Verbraucherpreise sind mit einem Plus von 0,3 Prozent wie erwartet ausgefallen. "Die US-Notenbank hat mit diesen Daten alle Möglichkeiten, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen", so Lutz Karpowitz, Devisenstratege bei der Commerzbank. In die gleiche Kerbe schlug Johannes Jander, Marktstratege bei der Helaba. "Der Druck auf die US-Notenbank, verstärkt über eine Leitzinswende nachzudenken, dürfte sich mit diesen Daten in Grenzen halten". Der Euro fiel wie bereits an den vergangenen Tagen weiter und markierte ein Jahrestief bei 1,3459 Dollar.

Am Aktienmarkt in Europa standen die Titel von Credit Suisse nach Vorlage der Quartalszahlen im Blick. Jefferies sprach von leicht besser als erwartet ausgefallenen Zahlen und bekräftigte die Kaufempfehlung. Insgesamt überzeuge die Qualität aber nicht. Enttäuschend habe sich das Private Banking entwickelt. Zugleich seien die Kosten stärker als erwartet gestiegen. Während die Aktie der Schweizer Bank um 1 Prozent nachgab, gewann der Banken-Subindex 1,3 Prozent.

Kräftig nach unten ging es für die Aktie des britischen Einzelhändlers Tesco, die um 4 Prozent einbrach. Nachdem an der Börse zum Wochenstart der Austausch an der Spitze des Unternehmens noch gut aufgenommen wurde, lenkten die Analysten nun den Fokus verstärkt auf die Gewinnwarnung vom Vortag. So hieß es von den Analysten der Deutschen Bank, dass das neue Management Zeit benötige, um die Geschäftsentwicklung vollständig zu überblicken, einen Plan zu schmieden und diesen umzusetzen.

Die am Morgen veröffentlichten Zahlen des internationalen Werbedienstleisters und Medienkonzerns Publicis fielen enttäuschend aus. Nicht nur, dass der Nettogewinn um 17 Prozent eingebrochen ist, es gibt nun auch Zweifel, ob das Wachstumsziel in diesem Jahr noch erreicht werden kann. Die Aktie verbilligte sich in Paris um 4,6 Prozent.

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Gute Nachrichten gab es von Wacker Chemie, der Münchener Chemiekonzern hob seine Prognose für 2014 deutlich an. Als Gründe nannte das MDAX-Unternehmen die gute Entwicklung im operativen Geschäft, eine solide Nachfrage nach Polysilicium und geringere Kosten. Die Aktie schloss 4,4 Prozent fester bei 92,51 Euro.

Die Aktien von Dialog Semiconductor stiegen um 2,6 Prozent, obwohl die Fusion mit der österreichischen AMS abgesagt wurde. Analysten sehen das Scheitern gelassen, die DZ Bank bestätigte sofort ihre Kaufempfehlung für die Aktie. "Das Ende der Fusionsgespräche ist nicht das Ende von Dialogs positiver Aktienstory", titelte Analyst Harald Schnitzer. Das Aus für die Fusion komme zwar überraschend, der Grund dürfte aber hauptsächlich in unterschiedlichen Ansichten über die Bewertung der Unternehmen liegen.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.189,22 +52,16 +1,7% +2,6%
Stoxx-50 3.035,87 +41,37 +1,4% +4,0%
Stoxx-600 342,44 +4,49 +1,3% +4,3%
XETRA-DAX 9.734,33 +122,28 +1,3% +1,9%
FTSE-100 London 6.795,34 +66,90 +1,0% +0,7%
CAC-40 Paris 4.369,52 +64,78 +1,5% +1,7%
AEX Amsterdam 407,95 +4,24 +1,1% +1,5%
ATHEX-20 Athen 369,75 +0,10 +0,0% -3,9%
BEL-20 Bruessel 3.163,81 +39,97 +1,3% +8,2%
BUX Budapest 18.104,86 +148,60 +0,8% -2,5%
OMXH-25 Helsinki 2.960,07 +4,44 +0,2% +4,4%
ISE NAT. 30 Istanbul 101.689,04 +322,74 +0,3% +23,3%
OMXC-20 Kopenhagen 741,16 +13,73 +1,9% +20,4%
PSI 20 Lissabon 6.202,79 +70,85 +1,1% -4,4%
IBEX-35 Madrid 10.648,90 +166,90 +1,6% +7,4%
FTSE-MIB Mailand 20.873,50 +442,30 +2,2% +10,0%
RTS Moskau 1.266,88 +27,75 +2,2% -12,2%
OBX Oslo 571,02 +6,64 +1,2% +13,4%
PX Prag 952,86 +6,70 +0,7% -3,7%
OMXS-30 Stockholm 1.399,09 +15,57 +1,1% +5,0%
WIG-20 Warschau 2.411,61 +21,30 +0,9% +0,4%
ATX Wien 2.365,43 +5,73 +0,2% -7,1%
SMI Zuerich 8.594,21 +80,25 +0,9% +4,8%

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 9.48 Uhr Mo, 18.30 Uhr
EUR/USD 1,3467 -0,32% 1,3510 1,3522
EUR/JPY 136,73 -0,28% 137,11 137,04
EUR/CHF 1,2152 -0,01% 1,2153 1,2145
USD/JPY 101,53 0,03% 101,50 101,35
GBP/USD 1,7053 -0,10% 1,7070 1,7068
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

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July 22, 2014 12:22 ET (16:22 GMT)

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