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Freitag, 06. März 2015

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MÄRKTE EUROPA/Rekordserie im DAX dauert an - Euro schwach

06.03.2015, 16:22 Uhr

Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)--Den entscheidenden Impuls für den Handel an den Börsen in Europa liefert zum Wochenschluss der US-Arbeitsmarktbericht. Die US-Wirtschaft brummt, immer mehr Menschen finden dort Arbeit, die Arbeitslosenquote sinkt. Eine starke Konjunktur ist gut für die Währung, der Dollar profitiert von den Daten, der Euro fiel auf ein neues 11-Jahrestief. Eine schwache Währung ist gut für die Wirtschaft in Europa, europäische Aktien gehören damit erneut zu den Gewinnern. Am Freitagnachmittag handelt der DAX mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 11.591 Punkten auf einem neuen Hoch. Der Euro-Stoxx-50 legt um 0,4 Prozent auf 3.631 Punkte zu.

Aufwärts geht es vor den EZB-Anleihekäufen, die am Montag beginnen, mit den Kursen der Staatsanleihen aus der Eurozone, die Renditen fallen im Gegenzug. Nach Ansicht der Devisenexperten von Barclays wird die Rendite deutscher zehnjähriger Bundesanleihen in Richtung 0,24 (aktuell 0,29) Prozent fallen und den Euro mit nach unten ziehen. Barclays rechnet mit einer Abschwächung des Euro auf zunächst 1,0835 und dann 1,0765 Dollar.

Der Aktienmarkt ist bereits sehr gut gelaufen. Doch nun werden die Analysten der Citi richtig bullish für Aktien aus Europa. Ende kommenden Jahres sehen sie den Stoxx-600-Index bei 550 Punkten. Am Freitagmittag notiert der Index bei 395 Punkten - das Aufwärtspotenzial liegt damit bei knapp 40 Prozent. Dabei handelt es sich allerdings nur um eine vorsichtige Schätzung. In Ihrem "Blue-Sky-Szenario", der optimistischsten Annahme, erwarten die Analysten den Stoxx-600 bis Ende kommenden Jahres 70 Prozent höher.

Am Aktienmarkt sorgt der Bankensektor für Schlagzeilen. So soll die Commerzbank kurz davor stehen, zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten in den USA 1,4 Milliarden Dollar zu zahlen. Dabei geht es um Geldwäschevorwürfe und Verletzung von Sanktionen. Die Commerzbank-Aktie legt um 1,5 Prozent zu.

Von den Ergebnissen des Bankenstresstests in den USA kommt kein Störfeuer für die Banken. Alle 31 überprüften Banken haben wie erwartet den ersten Teil bestanden. Beim Test der Kapitalausstattung fiel erstmals seit Beginn der Stresstests 2009 keine Bank durch. Allerdings droht in der kommenden Woche mit dem zweiten Teil die nächste Nagelprobe. Dabei geht es der US-Notenbank um die Qualität der Institute, Berichtswesen, Risikokontrolle und Überwachung der Unternehmensführung. Der Branchenindex der Banken legt um 1,0 Prozent zu.

Die Aktionäre von Peugeot können sich freuen. Nicht nur darüber, dass der Kurs seit Anfang des Jahres um 57 Prozent gestiegen ist. Nun kehrt die Aktie in den französischen Benchmark-Index CAC-40 zurück. Der zweitgrößte Automobilhersteller Europas musste im September 2012 den Index verlassen, nachdem die Aktie mit schlechten Verkaufszahlen und einem hohen Fremdkapital unter die Räder gekommen war. Analysten sind ungebrochen optimistisch für den Wert. Erst vergangene Woche hatte die Deutsche Bank die Aktie auf Kaufen nach Halten hochgestuft. Die Aktie von Peugeot (plus 3,1 Prozent) wird die Aktie von Gemalto (plus 0,8 Prozent) im Index ersetzen.

Der Einstieg der Chinesen bei Thomas Cook treibt den Kurs der Aktie um über 23 Prozent nach oben. Das in Privatbesitz befindliche Konglomerat Fosun International will für 91,85 Millionen Pfund Sterling bei den Briten einsteigen und über die Börse anschließend noch weiter zukaufen. Thomas Cook ist in Europa die Nummer zwei hinter TUI Travel. Das Unternehmen blieb lange Zeit mit einer falschen Strategie hinter dem Erzrivalen zurück.

Am deutschen Markt verlieren Symrise 0,9 Prozent. Der Duft- und Aromenhersteller Symrise muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen, weil der bisherige zum Jahresende 2015 auf eigenen Wunsch ausscheidet. Jungheinrich ziehen nach der Vorlage von Geschäftszahlen und einer Dividendenerhöhung um 2,8 Prozent an. Baader-Helvea sieht angesichts des anhaltend günstigen Geschäftsumfelds für Flurförderfahrzeuge die bisherigen Umsatzschätzungen für Jungheinrich als konservativ an.

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Der TecDAX ist erstmals über die Marke von 1.600 Punkten gestiegen. Getragen wird der Aufschwung unter anderem von BB Biotech. Das Index-Schwergewicht gewinnt 2,4 Prozent. Xing steigen um 3,7 Prozent auf 142,50 Euro, nachdem die Commerzbank am Donnerstag das Kursziel für die Aktie des sozialen Netzwerks auf 160 von 120 Euro erhöht hatte.

Der Aktienmarkt in Athen verliert gegen den Trend 1,6 Prozent, nachdem sich Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras mit einem Hilferuf an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gewendet haben soll. Juncker habe die Bitte, vor allem mit Blick auf den Termin, allerdings abgelehnt, so die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Athener Regierungskreise. Der griechischen Regierung scheint das Geld auszugehen.

Ein leicht positiver Impuls für den Aktienmarkt kam am Vormittag von der deutschen Konjunktur. Ungeachtet eines zuletzt schwachen Auftragseingangs ist die Produktion im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent gestiegen. Volkswirte hatten einen Zuwachs von 0,5 Prozent prognostiziert. Zudem wurde der Anstieg im Dezember von 0,1 auf 1,0 Prozent nach oben revidiert.

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INDEX Stand +-%
Euro-Stoxx-50 3.631,10 +0,36%
Stoxx-50 3.419,12 +0,35%
DAX 11.591,24 +0,76%
FTSE 6.929,87 -0,45%
CAC 4.977,82 +0,29%
EUREX Stand +-Ticks
Bund-Future 156,5 -269

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 12.51 Uhr Do, 17.40 Uhr
EUR/USD 1,0864 -0,77% 1,0949 1,1011
EUR/JPY 131,72 0,19% 131,47 132,40
EUR/CHF 1,0684 -0,14% 1,0699 1,0717
USD/JPY 121,25 0,99% 120,06 120,24
GBP/USD 1,5072 -0,63% 1,5167 1,5220
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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DJG/thl/cln

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March 06, 2015 10:22 ET (15:22 GMT)

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