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MÄRKTE EUROPA/Janet Yellen treibt Euro-Stoxx-50 auf Jahreshoch

19.06.2014, 17:59 Uhr

Von Manuel Priego Thimmel

Die Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik in den USA hat am Donnerstag für gute Stimmung an Europas Börsen gesorgt. Die US-Notenbank hat am Vorabend zwar wie erwartet die monatlichen Wertpapierkäufe um 10 Milliarden auf 35 Milliarden Dollar gesenkt. Ansonsten war aus Sicht der Deutschen Bank für die Falken unter den Anlegern aber nicht viel dabei. Der Euro-Stoxx-50 gewann 1,1 Prozent auf 3.315 Punkte - im Hoch wurde bei 3.325 ein neues Jahreshoch markiert. Der DAX gewann 0,7 Prozent auf 10.004 und schloss damit nur wenig unter dem Allzeithoch von 10.034.

Fed-Chefin Janet Yellen sieht derzeit keine Gefahr einer Blasenbildung an den Finanzmärkten. Wie der Stratege der Deutschen Bank, Jim Reid, anmerkte, lässt sich Yellen damit alle Optionen offen, wann die US-Notenbank damit beginnen wird, die Leitzinsen zu erhöhen. Ein schneller Wechsel der Geldpolitik ist nicht zu erwarten. Die Anleger reagierten erleichtert, und das obgleich die Fed die Wachstumserwartungen für das laufende Jahr kräftig nach unten revidierte. Die Wirtschaft soll nun nur noch 2,1 bis 2,3 Prozent wachsen; die vorige Schätzung hatte sich auf 2,8 bis 3 Prozent belaufen.

Das Sentiment bekommt von der lockeren Fed Auftrieb", sagte Gary Yau von der Credit Agricole. Die US-Notenbank habe am Vorabend die steigende Inflation als "Rauschen" abgetan. Ein unerwarteter Anstieg der US-Verbraucherpreise hatte Befürchtungen geweckt, die Fed könnte eine härtere Gangart einlegen. Für den Dollar sind das nicht unbedingt die besten Nachrichten. Der Euro stieg nach der Sitzung deutlich über das Niveau von 1,36 Dollar und notierte bis Börsenschluss bei 1,3620 Dollar. Vor Bekanntgabe der Fed-Entscheidungen notierte die Einheitswährung um 1,3575.

Am Bondmarkt gab die Rendite zehnjähriger US-Treasurys nach den Aussagen der Fed von 2,64 Prozent auf 2,58 Prozent nach. Am US-Kreditmarkt sind die Risikoprämien für US-Anleihen nach Angaben des Datenanbieters Markit auf den niedrigsten Stand des Jahres gefallen. Auch am Euro-Rentenmarkt stiegen die Kurse. Für die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ging es 5 Basispunkte auf 1,32 Prozent nach unten. Gold machte einen Sprung nach oben und stieg über die Marke von 1.300 Dollar die Feinunze.

Kursbewegende Nachrichten zu Unternehmen waren an Fronleichnam dagegen Mangelware. Die Großinvestoren Blackrock und Pimco haben die Deutsche Bank und einige US-Banken wegen deren Tätigkeit als Treuhandbanken für Bondkäufer verklagt. Die Deutsche-Bank-Aktie blieb unbeeindruckt und legte dank des freundlichen Umfelds trotzdem 1,3 Prozent zu. Im Handel hieß es dazu, dass dies für das Kreditinstitut ohnehin nur eine von vielen Klagen sei.

Saint-Gobain-Aktien waren mit einem Plus von 3,8 Prozent Tagesgewinner im Euro-Stoxx-50. Stützend wirkten Aussagen des Baustoffkonzerns zur Umsatzentwicklung. Wie Jefferies anmerkte, hat Saint Gobain auf einem Analystentreffen zwar von einem langsameren Umsatzwachstum im Mai berichtet. Dafür sei der Konzern aber besser in den Juni gestartet. Auch stiegen die Kosten geringer als bislang erwartet. Saint Gobain habe gute Chancen, das operative Ergebnis deutlich zu verbessern, so die Analysten.

Tagesverlierer waren Repsol-Aktien mit einem Minus von 1,7 Prozent. Hintergrund waren Berichte, wonach ein Verkauf der Gas-Natural-Beteiligung derzeit unwahrscheinlich ist. Repsol hält 30 Prozent an dem Versorger und behält sich seit längerem die Option eines Verkaufs vor. Das Fachblatt upstream berichtete nun mit Verweis auf Aussagen des Repsol-CEO Antonio Brufau, dass ein Verkauf nicht auf der Tagesordnung stehe. Repsol verfüge mit 9 Milliarden Euro über ausreichende Barmittel.

Im TecDAX stieg die Qiagen-Aktie um 0,9 Prozent. Das Biotech-Unternehmen hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für ein Kit zur Überwachung von Infektionen erhalten. Evotec-Titel gewannen 1,9 Prozent nach dem Erhalt einer Meilensteinzahlung von Boehringer Ingelheim.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.314,80 +35,60 +1,1% +6,6%
Stoxx-50 3.074,42 +21,85 +0,7% +5,3%
Stoxx-600 348,15 +2,02 +0,6% +6,1%
XETRA-DAX 10.004,00 +73,67 +0,7% +4,7%
FTSE-100 London 6.808,11 +29,55 +0,4% +0,9%
CAC-40 Paris 4.563,04 +32,67 +0,7% +6,2%
AEX Amsterdam 417,98 +2,50 +0,6% +4,0%
ATHEX-20 Athen 416,23 +4,66 +1,1% +8,2%
BEL-20 Bruessel 3.172,78 +22,03 +0,7% +8,5%
BUX Budapest 19.086,91 +115,96 +0,6% +2,8%
OMXH-25 Helsinki 3.000,92 +10,90 +0,4% +5,8%
ISE NAT. 30 Istanbul 97.592,15 +1316,30 +1,4% +18,4%
OMXC-20 Kopenhagen 745,49 +0,80 +0,1% +21,1%
PSI 20 Lissabon 7.163,59 +32,83 +0,5% +9,7%
IBEX-35 Madrid 11.187,80 +75,50 +0,7% +12,8%
FTSE-MIB Mailand 22.216,63 +186,29 +0,8% +17,1%
RTS Moskau 1.371,55 +8,56 +0,6% -4,9%
OBX Oslo 580,17 +7,00 +1,2% +15,2%
PX Prag 1.030,01 +1,70 +0,2% +4,1%
OMXS-30 Stockholm 1.386,04 +7,61 +0,6% +4,0%
SMI Zuerich 8.674,37 +17,10 +0,2% +5,7%

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EUR/JPY 138,71 0,07% 138,61 138,61
EUR/CHF 1,2164 -0,15% 1,2182 1,2180
USD/JPY 101,83 0,02% 101,82 102,16
GBP/USD 1,7045 0,18% 1,7014 1,6951

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