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Li Ka-shing setzt mit dem möglichen O2-Kauf neuen Meilenstein

23.01.2015, 08:31 Uhr

Von Yvonne Lee

Eine Übernahme eines der größten britischen Mobilfunkanbieter für gut 10 Milliarden Pfund wäre für den Hongkonger Milliardär Li Ka-shing der größte Auslands-Deal bislang. Seine Telekommunikationsfirma könnte außerdem ihre Position als einer der größten europäischen Mobilfunkanbieter zementieren.

Nur Tage, nachdem er eine Aufspaltung seines Hongkonger Geschäftsimperiums und Übernahmen eines britischen Waggonvermieters und einer niederländischen Drogeriekette verkündet hat, ist Li wieder auf die Jagd gegangen.

Seine Mobilfunkfirma Hutchison Whampoa teilte am Freitag mit, exklusive Gespräche über einen Kauf des britischen Mobilfunkanbieters O2 mit dessen Muttergesellschaft Telefonica zu führen.

Die O2-Übernahme wäre für den kauffreudigen Milliardär nicht nur die größte ausländische Akquisition, sie wäre laut Datendienstleister Dealogic auch der größte Übersee-Deal eines asiatischen Unternehmens seit Oktober 2012. Damals übernahm die japanische SoftBank Corp für 21,6 Milliarden US-Dollar den US-Mobilfunkanbieter Sprint.

Für den 86jährigen Li, der seit der Finanzkrise 2008 mindestens 35 Milliarden US-Dollar für Akquisitionen ausgegeben hat, ist der Deal der größte in seiner Anhäufung europäischer Telekomaktivitäten.

In den letzten Jahren hat Li die irische Telefonica-Tochter O2 Ireland für rund 850 Millionen übernommen, dazu kam Orange in Österreich für 1,7 Milliarden Dollar von der damaligen France Telecom. Li betreibt unter dem Namen Three Mobile Mobilfunknetze in Großbritannien, Italien, Schweden, Dänemark, Österreich und Irland. In Großbritannien steht Three an vierter Stelle, O2 ist zweiter hinter EE.

Die Konsolidierungswelle in der europäischen Telekommunikationsbranche rollt. Für Käufer wie den mit üppigen Barreserven ausgestatteten Li bieten die Telekom-Assets einen stabilen Cashflow in ein Imperium, dessen Kern schwankungsanfällige Immobilien in Hongkong bilden. Die Immobilienpreise in Hongkong gehören zu den am schnellsten steigenden Preisen der Welt, bis vor zehn Jahren allerdings litt die Stadt noch unter den Nachwirkungen der Finanzkrise 1998.

Durch eine Übernahme von O2 durch Hutchison entstünde der größte britische Mobilfunkanbieter mit einem Marktanteil von 41 Prozent", sagte UBS-Analyst Angus Chan. Solch eine große Akquisition könnte allerdings eine Herausforderung werden für die Bilanz der neuen Firma CK Hutchison Holdings Ltd, deren Schulden sich nach der Aufspaltung von Lis Imperium voraussichtlich erhöhen werden, so der Analyst.

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Der Finanzchef der Hutchison Group, Frank Sixt, sagte am Freitag, dass der Deal durch Kredite und Investitionen von institutionellen Partnern finanziert würde, darunter seien auch Finanzinvestoren. "Wir werden einige Partner fragen, ob sie sich dem Deal als Minderheitsaktionäre anschließen wollen", sagte Sixt. Das unternehmen beabsichtige, nicht mehr als 30 Prozent aus dem O2-Deal an neue Partner zu verkaufen.

Li hatte Anfang des Monats angekündigt, die von seinen zwei wichtigsten in Hongkong gelisteten Firmen gehaltenen Immobilien-Assets auszugliedern. Bei den Firmen handelt es sich um Cheung Kong Holdings Ltd und deren 49,97-Prozent-Beteiligung Hutchison Whampoa, deren Geschäfte neben Telekommunikation von Häfen rund um China über Drogerien bis hin zu Anteilen an der kanadischen Ölfirma Husky Energy reichen. Diese Woche kündigten Lis Firmen die Übernahme der niederländischen Drogeriekette Dirx Drugstores und der britischen Eversholt Rail Group für 1 Milliarde Pfund an.

Die Immobilien-Assets werden separat als Cheung Kong Property Holdings Ltd an die Börse gebracht, während die verbliebenen Vermögenswerte in der CK Hutchison Holdings Ltd zusammengefasst werden.

Li ist 1983 in den Markt für mobile Telekommunikation eingestiegen und hat auf der ganzen Welt 73 Millionen aktive Kunden.

Die Three Group Europe von Hutchison hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr 2014 um 3 Prozent auf 31 Milliarden Hongkong-Dollar - umgerechnet gut 3,5 Milliarden Euro - gesteigert. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 15 Prozent auf 6,5 Milliarden Hongkong-Dollar. Li betreibt in Hongkong auch Handy-Geschäfte unter der Marke Three.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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