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Sprint, T-Mobile wollen Milliarden für Frequenz-Auktion auftreiben - Kreise

15.07.2014, 20:55 Uhr

Von Ryan Knutson

Der amerikanische Telekomkonzern Sprint arbeitet offenbar mit T-Mobile US an einem Plan, um 10 Milliarden US-Dollar aufzutreiben. Das Geld sei für die bevorstehende Auktion von Mobilfunkfrequenzen vorgesehen, berichten mehrere Informanten.

Die beiden Unternehmen, die seit dem vergangenen Jahr auch über eine mögliche Fusion sprechen, wollen demnach ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das dann 2015 für das Spektrum bieten soll. Die Mittel kämen aus einem Finanzpaket von insgesamt 45 Milliarden Dollar, das der Sprint-Eigentümer SoftBank zusammenstelle, um die Übernahme der Tochter der deutschen Telekom durch Sprint zu finanzieren. Der japanische Konzern hatte Sprint vergangenes Jahr für 22 Milliarden Dollar gekauft.

Das Gemeinschaftsunternehmen solle dann von T-Mobile beaufsichtigt werden, sagten Informanten. Dies sei in den Fusionsverhandlungen eine Konzession von Sprint-Chairman Masayoshi Son gewesen.

Die Ankündigung der Transaktion könnte im Laufe des Sommers erfolgen, hieß es von den Quellen weiter. Beide Seiten würden eine lange Phase der Prüfung des Deals erwarten, nachdem sich die Regulierer dagegen ausgesprochen hätten.

Die Gründung des Joint Ventures sei allerdings nur eine Möglichkeit, die in Erwägung gezogen werde. Es könne sich auch eine Alternative ergeben, sagte einer der Informanten. Auch die Details des Finanzpakets über 45 Milliarden Dollar könnten sich noch ändern.

Sollten Sprint und T-Mobile gemeinsam die 10 Milliarden Dollar für das Spektrum ausgeben, wäre dies mehr, als AT&T mit 9 Milliarden für die Auktion vorgesehen hat.

Die Telekombehörde FCC will die Frequenzen erst von Fernsehsendern erwerben und sie anschließend unter den Mobilfunkanbietern versteigern. Das Spektrum wird in den USA dringend benötigt, denn die Nachfrage nach mobilen Datentransfers auf Smartphones ist groß.

Sollte der dritte große Mobilfunkanbieter in den USA, Verizon Communications, eine vergleichbare Summe bieten, kämen mindestens rund 30 Milliarden Dollar zusammen. Damit wäre die Auktion für den Staat eine der erfolgreichsten, die es je gab.

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Die jüngste Auktion im Jahr 2008 hatte 19 Milliarden Dollar eingespielt. Die Mittel aus der neuen Auktion sollen zum einen an die Fernsehsender weitergereicht werden. Teile sind aber auch zum Abbau des Haushaltsdefizits und für weitere Aufgaben vorgesehen.

Das Spektrum, das versteigert werden soll, ist attraktiv für die Mobilfunkdienstleister, denn es hat eine größere Reichweite und kann Gebäudewände besser durchdringen als Spektrum mit höheren Frequenzen. Deshalb müssten weniger Sendemasten aufgestellt werden, um ein Mobilfunknetz zu errichten.

T-Mobile und Sprint kämpften Monate darum, faire Regeln für kleine Anbieter in der Auktion zu erhalten. Denn der Großteil des Spektrums in diesem Frequenzbereich ist bereits in den Händen der Branchenriesen AT&T und Verizon. Sprint und T-Mobile wollten deshalb, dass die beiden Wettbewerber weniger Frequenzen zugeteilt bekommen. Die FCC kam diesem Wunsch auch teilweise nach.

Es ist unklar, wieviel Spektrum letztlich für eine Versteigerung zur Verfügung steht. Sollten es aber etwa 60 Megahertz sein, sind 20 Megahertz davon für kleine Anbieter wie Sprint und T-Mobile US reserviert. Jeweils 20 Megahertz gingen dann an AT&T und Verizon.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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July 15, 2014 14:55 ET (18:55 GMT)

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