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MÄRKTE USA/EZB-Anleihekaufprogramm beflügelt die Wall Street

22.01.2015, 22:13 Uhr

Das überraschend umfangreiche Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) kam auch jenseits des Atlantiks gut an. Reagierten die Aktienkurse an der Wall Street am Donnerstag zunächst volatil, so fanden sie bald deutlich ins Plus. Der Dow-Jones-Index gewann 1,5 Prozent auf 17.814 Punkte. Der S&P-500 stieg um 1,5 Prozent und der Nasdaq-Composite um 1,8 Prozent. Das Umsatzvolumen war etwas lebhafter als am Vortag: 890 (Mittwoch: 771) Millionen Aktien wechselten ihre Besitzer. Auf 2.468 Kursgewinner kamen an der NYSE nur 707 -verlierer. Unverändert schlossen 86 Titel.

Die EZB will bis September 2016 Monat für Monat Anleihen im Volumen von 60 Milliarden Euro kaufen. Damit wird sich das Programm theoretisch auf gut 1 Billion Euro summieren. Das ist mehr, als der Markt erwartet hatte.

Den Anlegern reichte das, um an der Börse beherzt zuzugreifen, auch wenn Kritiker monierten, dass die EZB zu wenige Details genannt habe. "Die EZB hat zwar geliefert, doch im Detail stecken einige Punkte, die den Märkten Sorge bereiten", merkte Analyst Ewan McAlpine von Royal London Asset Management an. Zwar werde das Kaufprogramm von der Notenbank koordiniert, doch die Käufe selbst würden dann von den einzelnen Notenbanken vorgenommen.

Andere Beobachter verwiesen darauf, dass nur 20 Prozent der Risiken vergemeinschaftet würden. Zweitens werde nach dem Kapitalschlüssel gekauft. Das heißt, es werden voraussichtlich hauptsächlich deutsche Anleihen gekauft - Deutschland sei aber ein Land, das keine QE-Unterstützung benötige.

Dritter Kritikpunkt war die zeitliche Terminierung. Die Anleger hätten sicherlich ein zeitlich unbegrenztes Programm vorgezogen. Allerdings merkte ein Händler an, dass die jetzt angekündigten Maßnahmen sicherlich nicht die letzten ihrer Art sein werden. Außerdem habe sich EZB-Chef Draghi hier ein Hintertürchen offengehalten, als er sagte, das Kaufprogramm so lange am Leben zu erhalten, bis die Inflation in der Eurozone anziehe. "Das kann man auch als Ankündigung eines nicht terminierten Kaufprogramms interpretieren", sagte der Händler.

Während die Aktienkurse in Europa und den USA zulegten, ging der Euro auf Talfahrt und rutschte von Kursen knapp oberhalb von 1,16 Dollar bis auf 1,1352 Dollar - den tiefsten Stand seit September 2003. Im späten US-Handel notierte die Gemeinschaftswährung bei rund 1,1360 Dollar.

Dagegen fiel die Reaktion des Schweizer Franken auf die EZB-Entscheidung vergleichsweise moderat aus. Der Euro sank bis auf 0,9848 Franken. Mit 0,9921 Franken notierte er am Abend wieder ungefähr auf dem Niveau, auf dem er sich vor den EZB-Aussagen bewegt hatte. Am Donnerstag vergangener Woche hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) überraschend den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufgehoben, woraufhin der Franken um 15 Prozent aufwertete. Seitdem hat sich das Währungspaar in der Nähe der Parität bewegt.

Die Ölpreise traten schon nach der EZB-Entscheidung den Rückzug an und beschleunigten ihre Talfahrt, nachdem die USA eine überraschend deutliche Zunahme ihrer Rohölvorräte gemeldet hatten. Die Ölreserven des Landes sind so groß wie seit 80 Jahren nicht mehr. In der Spitze war es für WTI und Brent um 2,5 Prozent nach oben gegangen. Zum Settlement kostete das Fass der US-Sorte WTI nur noch 46,31 Dollar. Das waren 3,1 Prozent bzw 1,47 Dollar weniger als am Mittwoch. Für Brent ging es um 1 Prozent auf 48,52 Dollar nach unten. Teilnehmer verwiesen zur Begründung für die wieder sinkenden Preise auch auf den festeren Dollar, nachdem der Euro mit den EZB-Aussagen deutlich unter Druck geraten war. Ein fester Dollar macht Öl für Investoren aus anderen Währungsräumen weniger erschwinglich.

Gold reagierte positiv auf die Ankündigung eines QE-Programms der EZB und stieg wieder über die Marke von 1.300 Dollar je Feinunze. Zum Settlement kostete die Feinunze 1.300,70 Dollar und damit 0,5 Prozent mehr als am Vortag. Auf Euro-Basis ging es deutlicher nach oben. Ein Wertpapierkaufprogramm der EZB und die damit verbundene Verwässerung des Euro sind gute Nachrichten für das Edelmetall. Gold hatte in der vergangenen Woche stark von der Entscheidung der SNB profitiert, den Franken-Mindestkurs gegen den Euro aufzugeben. Anleger sprachen von einem Vertrauensverlust in die Politik der Zentralbanken.

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US-Anleihen waren kurz nach dem EZB-Beschluss ebenso wie europäische Schuldtitel stark gefragt. "Der Markt profitierte von der Aussicht, dass die EZB viele Papiere aus dem System nehmen wird und einiges von diesem Geld wieder in US-Staatsanleihen fließen wird", so Analyst Andrew Brenner von National Alliance Capital Markets. Später setzten Gewinnmitnahmen ein. Die Rendite zehnjähriger Treasurys stieg um fünf Basispunkte auf 1,90 Prozent.

Da die EZB fast die ganze Aufmerksamkeit der Anleger auf sich zog, traten US-Konjunkturdaten und Quartalsausweise heimischer Unternehmen in den Hintergrund. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lag etwa im Rahmen der Erwartungen und wurde am Markt daher kaum wahrgenommen.

An der Börse gewannen die Aktien des Internetschwergewichts eBay 7,1 Prozent. Bei Vorlage des Geschäftsberichts zum vierten Quartal gab das virtuelle Auktionshaus umfangreiche Stellenstreichungen bekannt. Im Berichtszeitraum steigerte das Unternehmen den Gewinn um 10 Prozent und übertraf damit die Erwartungen, was hauptsächlich der Tochter PayPal zu verdanken war. Ferner hat sich eBay mit seinem größten "aktiven" Aktionär Carl Icahn auf ein Stillhalteabkommen verständigt. Morgan Stanley hat die eBay-Aktie auf "Equalweight" von "Underweight" hochgestuft.

Für die Aktie von American Express ging es dagegen um 3,8 Prozent abwärts. Sie war damit schwächster Wert im Dow-Jones-Index. Zwar übertraf das Ergebnis des Kreditkartenunternehmens die Erwartungen, negativ kamen aber die steigenden Kosten an. Daher streicht das Finanzunternehmen auch Stellen. Xilinx gaben nach einem schwachen Ausblick des Halbleiterunternehmens um 6,1 Prozent nach. SanDisk sanken um 1,9 Prozent, nachdem der Festplattenhersteller für das vierte Quartal einen Gewinneinbruch um 40 Prozent verbucht hatte.

Der US-Telekomkonzern Verizon hat im vierten Quartal wegen außerordentlicher Belastungen einen hohen Millionenverlust geschrieben, ansonsten aber die Erwartungen der Investoren erfüllt. Die Aktie fiel um 0,9 Prozent. Nach der Schlussglocke sollte noch die Kaffeehauskette Starbucks einen Blick in die Bücher gewähren. Zuvor ging es um 1,8 Prozent aufwärts.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 17.813,98 1,48 259,70
S&P-500 2.063,15 1,53 31,03
Nasdaq-Comp. 4.750,40 1,78 82,98
Nasdaq-100 4.270,36 1,87 78,27

Kupon Laufzeit Notierung Änderung Rendite Änderung
5/8% 2-year 100 6/32 dn 1/32 0,524% +2,0BP
7/8% 3-year 99 29/32 dn 3/32 0,902% +3,8BP
1 5/8% 5-year 101 5/32 dn 7/32 1,382% +4,6BP
2 1/8% 7-year 102 26/32 dn 9/32 1,693% +4,4BP
2 1/4% 10-year 103 5/32 dn 14/32 1,898% +4,6BP
3% 30-year 111 3/32 dn 24/32 2,472% +3,4BP

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8.33 Uhr Mi, 18.25 Uhr
EUR/USD 1,1356 -1,92% 1,1578 1,1580
EUR/JPY 134,68 -1,42% 136,62 136,74
EUR/CHF 0,9922 -0,32% 0,9953 0,9997
USD/JPY 118,58 0,51% 117,98 118,10
GBP/USD 1,5005 -0,80% 1,5126 1,5096
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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January 22, 2015 16:13 ET (21:13 GMT)

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