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15, 20. 05 2014

Börse

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MÄRKTE USA/Bilanzsaison mildert Konjunktursorgen und Kriegsängste

15.04.2014, 22:12 Uhr

An den US-Börsen glich der Handel am Dienstag einer Achterbahnfahrt. Ermutigende Signale von der Bilanzsaison wurden bald übertönt von Berichten über eine Eskalation des Konflikts in der Ukraine. Die Nachricht, dass der ukrainische Übergangspräsident eine Militäroperation im Osten des Landes gegen die prorussischen Separatisten begonnen hat, ließ die Risikoaversion der Anleger steigen. Dazu kamen US-Konjunkturdaten, die wenig Licht und dafür reichlich Schatten enthielten.

So stiegen die Verbraucherpreise etwas stärker als erwartet, das dämpfte die gegenwärtig starke Angst vor Deflation. Der Empire State Manufacturing Index zur Konjunkturentwicklung im Großraum New York lieferte allerdings eine kleine Enttäuschung mit einem Stand von lediglich 1,29 statt der erwarteten 8,00. Überdies zeugte eine Umfrage unter Bauunternehmen von einer eher trüben Stimmung in der Branche.

Die Indizes gaben anfängliche Gewinne ab und fielen in negatives Terrain, um sich im späten Handel wieder ins Plus zurückzukämpfen. Die Konjunkturdaten vom Dienstag änderten nichts an der allgemeinen Erwartung, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr um 2,5 bis 3,0 Prozent wachsen werde, erklärte Jim Kee, Präsident und Chefvolkswirt von South Texas Money Management, die Erholung der Aktienkurse von dem Rücksetzer.

Der Dow-Jones-Index schloss um 0,6 Prozent höher bei 16.263 Punkten, und der S&P-500 legte um 0,7 Prozent zu. Der Nasdaq-Composite, der zeitweise um 1,9 Prozent abgestürzt war, verzeichnete zum Handelsende ein Plus von 0,3 Prozent. Umgesetzt wurden 0,79 (Montag: 0,69) Milliarden Aktien. Auf 1.904 Kursgewinner kamen 1.215 -verlierer, während 111 Titel unverändert schlossen.

Die Berichtssaison zerstreute vorerst Zweifel an der Ertragskraft der US-Unternehmen. Vorbörslich hatte Coca-Cola bereits Zahlen zum ersten Quartal ausgewiesen. Mit einem bereinigten Gewinn von 44 Cent je Aktie hat das Unternehmen genau die Prognose getroffen. Die Anleger sahen das positiv und schickten die Aktie deutlich um 3,7 Prozent nach oben. Gut kam wohl an, dass der Konzern im laufenden Jahr Aktien im Umfang von 2,5 bis 3 Milliarden Dollar zurückkaufen will. Außerdem lag der Umsatz etwas über der Prognose.

Johnson & Johnson hat die Prognosen klar übertroffen. Statt der erwarteten 1,47 Dollar Gewinn je Aktie hat der Pharmakonzern 1,54 Dollar ausgewiesen. Außerdem wurde die Gewinnprognose für das Gesamtjahr erhöht. Die Aktie stieg um 2,1 Prozent. Am Abend nach Börsenschluss setzt sich die Zahlenflut fort. Dann berichten nämlich noch Yahoo und Intel über den Verlauf des Quartals.

Für die Twitter-Aktie ging es steil nach oben. Die Titel gewannen 11,4 Prozent, nachdem der Kurznachrichtendienst den Kauf des Datendienstleisters Gnip angekündigt hatte. Twitter hat überdies den früheren Google-Maps-Director Daniel Graf zum neuen Produktchef ernannt.

Citigroup profitierten mit einem Kursgewinn von 1,3 Prozent abermals von den guten Geschäftszahlen, die die Bank schon am Montag veröffentlicht hatte. Visa und Mastercard wurden von einer Hochstufung durch Janney auf Kaufen gestützt. Am Vortag hatte sich bereits Baird freundlich geäußert. Beide Analysehäuser raten, die gesunkenen Kurse zum Einstieg zu nutzen. Die Aktien legten um 1,5 und 1,4 Prozent zu.

Ein negativer Analystenkommentar der Citigroup drückte dagegen die IBM-Aktie um 0,4 Prozent. Die Bank stufte IBM auf Neutral zurück und senkte das Kursziel auf 200 von 235 Dollar, weil die Aktie seit Mitte Dezember gut gelaufen sei.

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Der Dollar machte zum Euro Boden gut. Auf der Gemeinschaftswährung lastete zum einen die Ukrainekrise, zum anderen die Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi vom Wochenende. Draghi hatte gesagt, sollte der Wechselkurs des Euro weiter steigen, würde dies neuerliche Lockerungsmaßnahmen nach sich ziehen. Der Euro kostete im späten US-Handel rund 1,3810 Dollar.

Die Preise für Gold und Öl waren auf dem Rückzug, nachdem sie an den vergangenen Tagen kräftig aufwärts gelaufen waren. Vor allem der Goldpreis geriet unter massiven Druck. Die Feinunze fiel um 2,1 Prozent bzw 27,20 Dollar auf 1.300,30 Dollar. Der festere Dollar drückte auf den Preis. Dazu gab es Befürchtungen, dass die chinesische Goldnachfrage im Zuge der Konjunkturabkühlung im Reich der Mitte nachlassen könnte. China hatte erst im vergangenen Jahr Indien als bedeutendsten Käufer von Gold abgelöst. Händler berichteten auch von Stop-Loss-Verkäufen. Am Montag hätten viele Teilnehmer wegen der Entwicklung in der Ukraine auf einen steigenden Goldpreis gesetzt. Sie seien auf dem falschen Fuß erwischt worden, denn wider Erwarten habe Gold am Dienstag trotz der Eskalation des Konflikts nicht zugelegt.

Beim Öl beobachteten Teilnehmer kleinere Gewinnmitnahmen. Zur Sorge um eine konjunkturbedingt geringere Nachfrage aus China gesellte sich die Erwartung, dass bald wieder verstärkt libysches Öl auf den Markt kommen werde. Das Fass der Sorte WTI ermäßigte sich um 0,3 Prozent bzw 0,30 Dollar auf 103,75 Dollar. Brentöl gab um 0,3 Prozent bzw 0,33 Dollar auf 108,74 Dollar nach.

US-Anleihen fanden wieder einige Käufer, weil so manchen Börsianer der Mut verließ angesichts der mäßigen Konjunkturdaten und der Lage in der Ukraine. Die Rendite der zehnjährigen Treasurys sank um einen Basispunkt auf 2,63 Prozent.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 16.262,56 0,55 89,32
S&P-500 1.842,98 0,68 12,37
Nasdaq-Comp. 4.034,16 0,29 11,47
Nasdaq-100 3.487,85 0,38 13,22

Kupon Laufzeit Notierung Änderung Rendite Änderung
1/4% 2-year 100 flat 0,367% flat
3/4% 3-year 100 3/32 dn 2/32 0,838% +1,8BP
1 1/2% 5-year 100 2/32 dn 2/32 1,613% +1,3BP
2 3/8% 7-year 100 16/32 up 1/32 2,172% -0,5BP
2 3/4% 10-year 101 2/32 up 3/32 2,626% -1,3BP
3 3/4% 30-year 103 5/32 up 18/32 3,454% -3,0BP

DEVISEN zuletzt '+/- % Di, 8.40 Uhr Mo., 17.50 Uhr
EUR/USD 1,3808 -0,06% 1,3817 1,3822
EUR/JPY 140,6087 -0,11% 140,7679 140,7371
EUR/CHF 1,2158 -0,06% 1,2166 1,2145
USD/JPY 101,8230 -0,04% 101,8680 101,8260
GBP/USD 1,6720 0,10% 1,6704 1,6742

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April 15, 2014 16:12 ET (20:12 GMT)

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