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Montag, 22. September 2014

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MÄRKTE USA/Haus- und Preisdaten treiben S&P-500 auf Rekordhoch

22.07.2014, 22:27 Uhr

Von Florian Faust

Positive Immobiliendaten und eine Inflationsentwicklung nach dem Geschmack der Anleger haben am Dienstag die Wall Street gestützt und den marktbreiten S&P-500 auf Rekordhoch getrieben. Die weltpolitischen Krisenherde waren in den Schatten der Berichtssaison gerückt. Diese hatte zwar bisher überwiegend Erfreuliches geliefert, doch musste der Markt in der Sitzung auch eine Reihe von Enttäuschungen verkraften. Fünf Unternehmen aus dem Dow-Jones-Index hatten über das abgelaufene Quartal berichtet - mit unterschiedlicher Tendenz. Nach Börsenschluss folgten die Technologieschwergewichte Apple und Microsoft. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,4 Prozent auf 17.114 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite zogen um 0,5 bzw. 0,7 Prozent an. Der S&P-500 schloss knapp drei Zähler unter dem neuen Hoch von 1.986. Umgesetzt wurden 0,58 (Montag: 0,54) Milliarden Aktien. Auf 2.152 (1.164) Kursgewinner entfielen an der NYSE 983 (1.974) -verlierer, 104 (98) Titel schlossen unverändert.

Beflügelt wurde der Aktienmarkt von den Verkäufen bestehender Häuser, die den dritten Monat in Folge gestiegen und auf den höchsten Stand seit Oktober geklettert waren. "Eine der Fragen über die Konjunkturerholung im laufenden Jahr ist, warum sich der Immobilienmarkt so schwach entwickelt. Die aktuellen Daten zeigen aber, dass die Erholung intakt ist", sagte Fondsverwalter John Fox von FAM. Die Verbraucherpreise fielen mit plus 0,3 Prozent wie erwartet aus. Händler sahen keinen Handlungsdruck für eine vorgezogene Zinserhöhung in den USA, was am Aktienmarkt ebenfalls auf ein positives Echo stieß.

Wenig Störfeuer kam durch die Ukrainekrise, Händler wollten eine leichte Entspannung beobachtet haben. So hatten prorussische Separatisten die Flugschreiber der abgeschossenen Passagiermaschine an Malaysia weitergereicht und zugesichert, die Toten an die Niederlande zu übergeben. Trotz neuer Drohungen blieben Sanktionsverschärfungen an Russland aus. Im Gazastreifen konnte von Entspannung allerdings keine Rede sein. Angesichts der Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Armee und der palästinensischen Hamas verhängte die US-Luftfahrtbehörde ein 24-stündiges Flugverbot nach Tel Aviv, nachdem Raketen in der Nähe des Flughafens eingeschlagen waren. Die Sektorwerte reagierten aber nicht auf das Flugverbot.

DuPont verloren 0,9 Prozent. Bei Ergebnis und Umsatz entsprach das Zahlenwerk den Erwartungen. Der Betriebsgewinn ging aber zurück, da der Konzern unter dem schwachen Agrargeschäft zu leiden hatte. Verizon hat den bereinigten Gewinn je Aktie klar gesteigert und die Erwartungen übertroffen. Die Aktie des Telekommunikationskonzerns legte um 0,6 Prozent zu. Um 1,9 Prozent abwärts ging es mit der Aktie von United Technologies. Dabei hat das Industriekonglomerat im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet. Allerdings waren dafür Sonderposten verantwortlich.

Die Aktie von Coca-Cola gab 2,9 Prozent ab. Der Getränkegigant hat im zweiten Quartal trotz gestiegener Absatzmengen weniger verdient und umgesetzt. Grund waren hohe Restrukturierungskosten sowie widrige Wechselkurseffekte. Auch McDonald's enttäuschte, die Titel sanken um 1,3 Prozent. Der Schnellimbisskonzern hatte es nicht geschafft, mehr Kunden in seine Restaurants zu locken. Im wichtigsten Markt USA ging der Absatz sogar spürbar zurück, während er weltweit stagnierte.

Belastet von Sturmschäden war das Zweitquartalsergebnis von Travelers unerwartet deutlich gesunken. Zugleich verschlechterte sich die Schaden-Kosten-Quote auf Jahressicht. Die Aktie ging 3,8 Prozent auf Talfahrt. Eigentlich hatte Harley-Davidson im abgelaufenen Quartal ordentlich aufgedreht und den Gewinn kräftig aufpoliert. Allerdings setzten Händler weltweit kaum mehr Motorräder ab. Die Aktie der Motorradlegende stürzte um 5,4 Prozent ab.

Der Technologiekonzern Apple will mit größeren Displays dem Erzkonkurrenten Samsung und anderen Rivalen Marktanteile abknöpfen. Apples Absatzprognose für das als iPhone 6 bekannte neue Modell rangierte deutlich über der des Vorgängermodells. Die Aktie legte um 0,8 Prozent zu. Im S&P-500 führten Chipotle Mexican Grill die Gewinnerliste mit einem Aufschlag von 11,8 Prozent an. Die Schnellrestaurantkette hatte den Ausblick.

Der Dollar stieg zum Euro auf Jahreshoch, die europäische Währung fiel klar unter die Marke 1,35 Dollar und stabilisierte sich im späten US-Geschäft bei 1,3468. Am Devisenmarkt wurde auf die unterschiedliche Richtung der Geldpolitik in der Eurozone und in den USA hingewiesen. Die US-Verbraucherpreise bestätigten die Erwartungen einer baldigen US-Zinswende, während Europa davon noch ein gutes Stück entfernt sein dürfte.

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Mit der leichten Entspannung der weltpolitischen Lage fielen Goldpreis und zunächst auch US-Anleihen. Der Preis für die Feinunze des Edelmetalls ermäßigte sich auf 1.306 US-Dollar, am Vorabend hatten Anleger noch 1.312 Dollar berappen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab zwischenzeitliche Aufschläge aber wieder ab und fiel auf das späte Vortagesniveau von 2,47 Prozent zurück. Der Ölpreis kam ebenfalls leicht zurück, das Barrel der US-Sorte WTI kostete nach dem Dreiwochenhoch am Vortag mit 104,42 Dollar rund 0,2 Prozent weniger. Im Handel wurde auf die US-Lagerbestandsdaten am Mittwoch verwiesen. Nordseeöl der Sorte Brent ermäßigte sich in ähnlicher Größenordnung.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 17.113,54 0,36 61,81
S&P-500 1.983,53 0,50 9,90
Nasdaq-Comp. 4.456,02 0,71 31,31
Nasdaq-100 3.961,62 0,70 27,49

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 9.48 Uhr Mo, 18.30 Uhr
EUR/USD 1,3469 -0,30% 1,3510 1,3522
EUR/JPY 136,63 -0,35% 137,11 137,04
EUR/CHF 1,2153 0,00% 1,2153 1,2145
USD/JPY 101,43 -0,07% 101,50 101,35
GBP/USD 1,7065 -0,03% 1,7070 1,7068

Kupon Laufzeit Notierung Änderung Rendite Änderung
1/2% 2-jähr. 100 1/32 + 1/32 0,480% -1,6BP
7/8% 3-jähr. 99 24/32 + 2/32 0,963% -2,4BP
1 5/8% 5-jähr. 99 27/32 + 4/32 1,660% -2,4BP
2 1/8% 7-jähr. 100 1/32 + 3/32 2,120% -1,6BP
2 1/2% 10-jähr. 100 9/32 + 2/32 2,466% -0,9BP
3 3/8% 30-jähr. 102 11/32 + 8/32 3,251% -1,3BP
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Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf/kla

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July 22, 2014 16:27 ET (20:27 GMT)

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