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Caterpillar gerät ins Visier der US-Behörden

18.02.2015, 07:13 Uhr

Von James R. Hagerty

Gegen den US-Maschinenbauer Caterpillar wird derzeit ermittelt: Amerikanische Bundesbehörden untersuchen Geldströme zwischen Konzerntöchtern in den USA und im Ausland, wie der weltgrößte Hersteller von Baumaschinen der US-Börsenaufsicht mitteilte. Caterpillar habe am 8. Januar eine Vorladung eines Gerichtes in Illinois erhalten und kooperiere bei den Ermittlungen. In der Vorladung werde die Vorlage von Dokumenten und Informationen verlangt, etwa zu nicht verteilten Gewinnen ausländischer Tochtergesellschaften und Geldbewegungen innerhalb des Konzerns.

Die Mitteilung enthielt keine weiteren Einzelheiten und eine Sprecherin für Caterpillar wollte sich darüberhinaus nicht äußern. Eine Sprecherin der US-Staatsanwaltschaft für den Distrikt Central Illinois lehnte eine Stellungnahme ebenfalls ab.

Caterpillar rechnet laut der Mitteilung nicht damit, dass die Ermittlungen erhebliche negative Auswirkungen auf seine Finanzposition haben werden. Es war unklar, ob ein Zusammenhang mit früheren Vorwürfen besteht. Caterpillar habe seine europäischen Geschäfte neu aufgestellt, um zu Hause Steuern zu sparen. Eine Steuerstrategie, die der Konzern Ende der 1990er entwickelt hatte, verringert die US-Steuern auf lukrative Verkäufe von Ersatzteilen für Aufzüge, Bulldozer und andere Maschinen außerhalb der USA. Diese Teile werden üblicherweise von externen Zulieferern hergestellt.

Ab 1999 hatte eine neu geschaffene schweizerische Tochter mit dem Namen CSARL die Teile direkt von den externen Zulieferern gekauft, sodass Caterpillar an der Transaktion nicht mehr beteiligt war. Das verringerte die Steuerlast des Konzerns in den USA.

Im vergangenen März hieß es in einem Bericht des Ständigen Unterausschusses für Untersuchungen im US-Senat, Caterpillar habe durch die Restrukturierung die Zahlung von Steuern in Höhe von 2,4 Milliarden US-Dollar umgangenen. Caterpillar wies in einer Anhörung im April zurück, Steuern hinterzogen zu haben.

In dem Ausschussbericht wurde festgestellt, dass 85 Prozent der im Ausland erzielten Gewinne von Bauteil-Verkäufen im Ausland in der Schweiz verbucht wurden, wo Caterpillars effektive Steuerquote zwischen 4 und 6 Prozent liegt. Das US-Finanzamt stellte diese Praxis ebenfalls in Frage.

Die US-Börsenaufsicht SEC informierte den Konzern im September darüber, dass sie seine Steuerpraktiken untersuche. Caterpillar arbeitet mit der SEC zusammen und hat seine europäische Unternehmensstruktur auch bereits den Mitarbeitern der Aufsicht vorgestellt.

Caterpillar gab darüberhinaus bekannt, Gespräche über die Beilegung einer anderen Untersuchung der Bundesbehörden zu seiner Tochter Progress Rail zu führen. Seit 2013 ermittelt ein kalifornischer Staatsanwalt, ob Progress Rail den Eigentümern von Triebwagen unkorrekte oder unnötige Reparaturen in Rechnung gestellt hat. Dabei geht es um Reparaturdienste für die Häfen in Los Angeles und Long Beach.

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Wie einige derzeitige und frühere Mitarbeiter im vergangenen Jahr dem Wall Street Journal sagten, gab es Druck von der Progress-Rail-Führung, das Volumen von abrechenbaren Reparaturdiensten zu erhöhen. Das habe manchmal dazu geführt, dass Mitarbeiter Teile absichtlich zerbrochen oder entfernt hätten, damit sie ersetzt werden konnten. Einige Teile, die dann ersetzt worden seien, seien ins Meer geworfen oder anderweitig versteckt worden.

Aufgrund der Lage bei Progress Rail sei "ein Verlust möglich", aber der Konzern gehe nicht davon aus, dass die Untersuchung erhebliche negative Folgen für seine Finanzen haben werde.

Ein Sprecher des betreffenden US-Staatsanwaltes in Zentraldistrikt von Kalifornien wollte sich dazu nicht äußern.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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February 18, 2015 01:13 ET (06:13 GMT)

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