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MÄRKTE USA/Boeing bremst Dow Jones und Apple befeuert Nasdaq

23.07.2014, 22:23 Uhr

Von Florian Faust

An der Wall Street hat sich am Mittwoch keine klare Tendenz durchgesetzt. Gleichwohl markierte der marktbreite S&P-500 wie schon am Vortag ein weiteres Allzeithoch. Auf der einen Seite machte die insgesamt freundliche Berichtssaison Investoren mutig. PepsiCo, Dow Chemical, Boeing, Apple und Microsoft hatten ihre Zahlenwerke präsentiert - und überwiegend positiv überrascht. "Die Berichtsperiode läuft wirklich gut. Das ist der Grund für neue Höchststände", sagte Portfolioverwalter Jerry Braakman von First American Trust. Andererseits blieben die politischen Krisenherde in der Ostukraine und im Gazastreifen weiter präsent. Prorussische Separatisten schossen zwei ukrainische Militärmaschinen ab. Zudem bremste die erneut gesenkte Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds für die USA den Aktienmarkt.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 17.087 Punkte - vor allem belastet durch die Schwäche von Boeing. Der S&P-500 gewann dagegen 0,2 Prozent und schloss zwei Zähler unter seinem neuen Rekordhoch von 1.989 Punkten. Gestützt von Aufschlägen bei Apple ging es für den Nasdaq-Composite um 0,4 Prozent nach oben. Umgesetzt wurden 0,58 (Dienstag: 0,58) Milliarden Aktien. Auf 1.808 (2.152) Kursgewinner entfielen an der NYSE 1.322 (983) -verlierer, 112 (104) Titel schlossen unverändert. Apple hatte zwar die Erwartungen übertroffen, doch unmittelbar nach dem Zahlenausweis war die Aktie am Vorabend nachbörslich wegen mäßiger iPhone-Verkaufszahlen gefallen. Doch am Mittwoch zeigten sich Anleger versöhnt mit dem Geschäftsausweis des Technologieriesen, das Papier gewann 2,6 Prozent.

Nach einer Reihe positiver Geschäftsausweise legte der Biotechnologieindex der Nasdaq um 2,2 Prozent zu. Damit erholten sich die Branchenwerte von ihrer jüngsten Delle, nachdem die US-Notenbank von einer möglichen Überbewertung gesprochen hatte. Nach jeweils Ergebnissen über Markterwartung schnellten die Titel des Medizintechnikanbieters Intuitive Surgical bzw. die des Biopharmakonzerns Biogen um 17,7 bzw. 11,2 Prozent nach oben. "Einige teure Aktien könnten schon bald gar nicht mehr so überbewertet sein, sollten die Unternehmen in ihre Bewertung hineinwachsen", sagte Marktstratege Dan Veru von Palisade Capital Management.

Mit Microsoft rückte eine weitere Aktie aus dem Technologiebereich vor - wenn auch nur 0,1 Prozent. Der Gewinn blieb zwar unter den Erwartungen, doch bei den Erlösen überraschte der Softwaregigant positiv. Dow Chemical stiegen um 3,0 Prozent. Börsianer begrüßten die operative Entwicklung, bei der das Unternehmen im abgelaufenen Quartal weiter vorangekommen war. Auch PepsiCo erfreute die Investoren, denn der Gewinn übertraf die Prognosen und der Konzern schraubte die Ziele für das Gesamtjahr nach oben. Die Titel des Getränkeherstellers verteuerten sich um 1,9 Prozent.

Nicht überzeugt zeigten sich Marktteilnehmer von Boeing. Der Flugzeughersteller hatte zwar von der brummenden Nachfrage nach Passagierflugzeugen profitiert, doch auch von Steuereffekten. Auch der klar gesunkene Barmittelfluss verschreckte, Anleger ließen sich auch von der angehobenen Prognose nicht besänftigen - das Papier gab 2,3 Prozent ab. Überzeugenderes aus dem Luftfahrtsektor lieferte Delta Air Lines ab, deren Anteilsscheine nach Zweitquartalszahlen über Marktprognose um 3,9 Prozent abhoben. Der Absatzrückgang bei Caterpillar im vergangenen Monat im Bereich Bergbauausrüstung sei zwar weniger deutlich ausgefallen, dafür habe der Geschäftsbereich für Antriebsaggregate klar geschwächelt, hieß es mit Blick auf den Kursabschlag von 1,5 Prozent.

Am Rentenmarkt schienen die globalen Krisenherde weiter Thema zu sein, die Notierungen der US-Staatsanleihen stiegen. Die Rendite zehnjähriger US-Titel fiel um einen Basispunkt auf 2,46 Prozent. "Die US-Anleihen spiegeln die geopolitische Nervosität wider", sagte Rentenhändler Anthony Cronin von der Societe Generale. Die US-Renditen bewegten sich damit in der Nähe ihrer Jahrestiefs. Der Goldpreis tendierte mit 1.305 Dollar je Feinunze allerdings knapp unter dem Niveau des späten Vorabends. Der Euro blieb auf dem niedrigen Niveau, das er am Vortag nach den US-Inflationsdaten erreicht hatte. Mit 1,3461 Dollar bewegte er sich im späten US-Handel in der Nähe seines Jahrestiefs, das er im Sitzungsverlauf mit 1,3455 markiert hatte.

Überraschend stark gefallene US-Lagerbestände trieben derweil den Ölpreis. Ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI kletterte auf 103,12 US-Dollar und damit um rund 0,7 Prozent gegenüber Vortagesschluss. In der vergangenen Woche waren die US-Vorräte um 4 Millionen Barrel gesunken, während der Markt mit einem Rückgang um lediglich 2,6 Millionen Fass gerechnet hatte. Nach deutlich gestiegenen Kraftstoffbeständen fiel der Benzinpreis am Terminmarkt auf das tiefste Niveau seit Ende Februar.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 17.086,63 -0,16 -26,91
S&P-500 1.987,01 0,18 3,48
Nasdaq-Comp. 4.473,70 0,40 17,68
Nasdaq-100 3.986,19 0,62 24,57

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DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8.35 Uhr Di, 17.25 Uhr
EUR/USD 1,3461 -0,03% 1,3465 1,3470
EUR/JPY 136,65 0,06% 136,57 136,76
EUR/CHF 1,2147 -0,02% 1,2150 1,2153
USD/JPY 101,51 0,08% 101,43 101,52
GBP/USD 1,7039 -0,14% 1,7063 1,7053

Kupon Laufzeit Notierung Änderung Rendite Änderung
1/2% 2-jähr. 100 1/32 unv. 0,476% unv.
7/8% 3-jähr. 99 25/32 + 1/32 0,952% -1,1 BP
1 5/8% 5-jähr. 99 28/32 + 1/32 1,650% -0,8 BP
2 1/8% 7-jähr. 100 2/32 unv. 2,115% unv.
2 1/2% 10-jähr. 100 10/23 + 1/32 2,464% -0,8 BP
3 3/8% 30-jähr. 102 6/32 - 4/32 3,260% +0,8 BP
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Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf/kla

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July 23, 2014 16:23 ET (20:23 GMT)

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