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Samstag, 20. Dezember 2014

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MÄRKTE USA/Fallender Ölpreis zieht Aktien nach unten

10.12.2014, 22:12 Uhr

An der Wall Street haben am Mittwoch einmal mehr die Ölpreise die Kurse gemacht und die Aktien mit nach unten gerissen. Nach der kurzen Erholung am Vortag sausten die Preise für die Sorten Brent und WTI ungebremst abwärts. Der WTI-Preis brach um weitere 4,5 Prozent ein und näherte sich im Tief bis auf 43 Cent der 60-Dollar-Marke. Am Ende kostete das Barrel 60,94 Dollar. Neben dem generell angeknacksten Sentiment belastete die gesenkte Prognose der Opec für die Nachfrage im kommenden Jahr. Zudem waren die wöchentlichen US-Öllagerbestände stärker gestiegen als erwartet.

Der Dow-Jones-Index verlor 1,5 Prozent auf 17.533 Punkte. Der S&P-500 fiel um 1,6 Prozent auf 2.026 Punkte und der Nasdaq-Composite verzeichnete ein Minus von 1,7 Prozent auf 4.684 Punkte. Der Umsatz stieg an der NYSE auf 0,91 (Dienstag: 0,83) Milliarden Aktien. Den 572 (1.908) Kursgewinnern standen 2.638 (1.290) -verlierer gegenüber, während 53 (72) Aktien unverändert schlossen.

Der fallende Ölpreis drückte vor allem die Energiewerte tief in den roten Bereich, belastete aber auch die Stimmung am Gesamtmarkt. Zwar werden Experten nicht müde zu betonen, dass der sinkende Ölpreis letztlich die Wirtschaft in Schwung bringen dürfte. So sagte etwa Paul Atkinson, Leiter von North American Equities bei Aberdeen Asset Management: "Die Vorteile eines niedrigen Ölpreises werden entscheidend sein und die Probleme bei den Energieunternehmen ausgleichen". Doch aktuell überwog die Skepsis.

Dies zumal die Teilnehmer darüber rätselten, ob der einbrechende Ölpreis eine Abschwächung der weltweiten Konjunktur signalisiert. "Die Investoren sind sich noch nicht sicher, ob sie den Ölpreis vor allem auf das Überangebot zurückführen sollen oder eher auf die schleppende Nachfrage zu einem Zeitpunkt, da sie sich ohnehin vor einer globalen Abschwächung fürchten", sagte Kristina Hooper, US-Investmentstrategin bei Allianz Global Investors.

Die beiden Energiewerte im Dow-Jones-Index, Chevron und Exxon Mobil, verloren 2 bzw 3 Prozent. Der S&P-Branchenindex Energy gab 3,1 Prozent ab. Noch stärker traf es die im US-Fracking tätigen Unternehmen. Goodrich Petroleum will die Investitionen 2015 drastisch senken. Die Aktie fiel um 8,6 Prozent.

Andere Themen gerieten in den Hintergrund, hätten aber ohnehin nichts zur Erleichterung beigetragen. In Schanghai war der Index nach dem fünfprozentigen Minus am Vortag zwar um 3 Prozent gestiegen, allerdings in einem erneut volatilen Handel. Zudem waren die chinesischen Verbraucherpreise im November nur um 1,4 Prozent gestiegen, während der Preisrückgang auf Erzeugerseite sogar noch weiter Fahrt aufnahm. In Athen ging es nach dem Einbruch am Vortag nochmals abwärts.

Bei den Einzelwerten fielen Aktien von Yum Brands nach einem gesenkten Ausblick für 2015 um 6,2 Prozent. Grund sei das schwächere Wachstum in China, teilte der Betreiber von Restaurantketten wie KFC und Taco Bell mit. Krispy Kreme Doughnuts hat mit den Ergebnissen für das dritte Quartal die Analysten-Erwartungen verfehlt, was die Aktie 7,6 Prozent einbrechen ließ.

Broadcom hat den Ausblick für den Umsatz im laufenden Quartal erhöht. Statt mit 2 bis 2,075 Milliarden rechnet das US-Technologieunternehmen nun mit 2,075 bis 2,15 Milliarden Dollar. Zudem wurde die Dividende angehoben und Broadcom kauft für eine Milliarde Dollar Aktien zurück. Die Aktie legte 0,1 Prozent zu.

Die Tesla-Aktie setzte ihre Abwährtsfahrt fort - und dies, obwohl es im Oktober zu einem kräftigen Anstieg der in den USA registrierten Fahrzeuge des Modells S kam. Der Hersteller von Elektrofahrzeugen leidet vor allem unter dem fallenden Benzinpreis. Die Aktie verlor weitere 3,3 Prozent und hat nun seit dem Jahreshoch im September über 27 Prozent abgegeben.

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Toll Brothers fielen 7,8 Prozent. Der Hausbau-Konzern hat im vierten Quartal einen Gewinn von 71 Cent je Aktie ausgewiesen, zwei Cent weniger als Analysten erwartet hatten. Die Aktien von Costco Wholesale legten zunächst zu, drehten dann aber 1,9 Prozent ins Minus, obwohl der Einzelhändler mit starkem Umnsatzwachstum glänzte.

J.P.Morgan verloren 2,8 Prozent. Das Papier litt unter den strengeren Kapitalvorschriften, die die US-Notenbank fordert. Dick Bove von Rafferty Capital sagt, die Fed verfolge das Ziel, die Bank nicht weiter wachsen zu lassen. J.P.Morgan ist gemessen an der Bilanzsumme das größte US-Institut.

Etliche konsumabhängige Werte schnitten besser ab als der Gesamtmarkt, gestützt von der Hoffnung, dass die billigen Ölpreise Verbraucherausgaben freisetzen. Im Dow gehörten Nike, American Express und Home Depot zu den Werten mit relativer Stärke.

Der Goldpreis kam von dem Hoch am Dienstag nur leicht zurück. Für die Feinunze mussten 1.227 Dollar bezahlt werden, 4 Dollar weniger als am Vortag. Einige Teilnehmer nahmen Gewinne mit, andere positionierten sich für eine baldige Zinserhöhung in den USA. Mit einem solchen Schritt würde Gold deutlicher an Attraktivität verlieren.

Die US-Anleihen liefen weiter aufwärts. Auf der Suche nach Sicherheit strömen die Anleger seit einigen Tagen wieder verstärkt in den Anleihemarkt. Eine Auktion zehnjähriger Treasurys stieß auf gute Nachfrage. Die Rendite zehnjähriger Papiere verlor 5 Basispunkte auf 2,17 Prozent.

Am Devisenmarkt setzte der Euro seine jüngste Erholungsbewegung fort und notierte wieder deutlich über 1,24 Dollar. Händler sprachen zur Begründung von Gewinnmitnahmen im Dollar nach der langen Aufwährtsfahrt, die im Frühjahr begonnen hatte. Auch der Yen machte gegenüber dem Dollar deutlich Boden gut. Der Dollar näherte sich der Marke von 118 Yen, verglichen mit knapp 122 Yen zum Wochenstart. Vorausgegangen war allerdings eine tagelange Talfahrt des Yen.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 17.533,15 -1,51 -268,05
S&P-500 2.026,14 -1,64 -33,68
Nasdaq-Comp. 4.684,03 -1,73 -82,44
Nasdaq-100 4.224,87 -1,63 -69,80

Kupon Laufzeit Notierung Änderung Rendite Änderung
1/2% 2-jähr. 99 27/32 +2/32 0,580% -4,0Bp
1% 3-jähr. 99 30/32 +5/32 1,019% -5,8Bp
1 1/2% 5-jähr. 99 21/32 +8/32 1,570% -5,6Bp
1 7/8% 7-jähr. 99 23/32 +12/32 1,918% -5,7Bp
2 1/4% 10-jähr. 100 23/32 +15/32 2,169% -5,1Bp
3% 30-jähr. 103 10/32 +25/32 2,835% -4,0Bp

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 9.57 Uhr Di, 17.19 Uhr
EUR/USD 1,2444 0,48% 1,2385 1,2423
EUR/JPY 146,82 -0,53% 147,61 147,73
EUR/CHF 1,2033 0,11% 1,2019 1,2017
USD/JPY 117,98 -0,99% 119,16 118,95
GBP/USD 1,5712 0,18% 1,5684 1,5703
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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December 10, 2014 16:12 ET (21:12 GMT)

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