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Dienstag, 21. April 2015

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MÄRKTE EUROPA/Börsen zwischen Fed und Hexxensabbat im Minus

19.03.2015, 16:08 Uhr

Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)--Am Donnerstag geht es an den Börsen in Europa nach unten. Das Kursfeuerwerk an der Wall Street in Folge einer taubenhaften Federal Reserve hat nur einen Tag angehalten, nun nehmen die US-Indizes bereits wieder Fahrt nach unten auf. Mit Spannung wird an der Börse bereits auf den "Hexensabbat" gewartet, den großen Verfalltermin am Terminmarkt zum Wochenausklang. Die Nervosität an der Börse nimmt zu und damit auch die Schwankungen. Am Nachmittag verliert der DAX 0,7 Prozent auf 11.844 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 handelt 0,3 Prozent leichter bei 3.656 Zählern.

Die Währungshüter in den USA haben am Vorabend wie erwartet den Passus "geduldig" mit Blick auf die Zinspolitik fallen lassen. Zugleich hat die Fed allerdings die Inflations- und Wachstumserwartungen nach unten angepasst. Beobachter erwarten nun eine erste Leitzinserhöhung erst im September und nicht bereits im Juni. Auch dürften die Leitzinsen in der Folge langsamer steigen als bislang erwartet.

Die Societe Generale spricht von einer "sehr taubenhaften Botschaft" der Fed. Der Dollar geriet nach der Entscheidung der Fed zunächst unter erheblichen Abgabedruck. Der Euro wertete kurzfristig um rund 4 Cent auf über 1,10 Dollar auf, konnte dieses Niveau aber nicht halten und notiert nun fast wieder auf dem Ausbruchsniveau bei aktuell 1,0666 Dollar.

Nach Einschätzung der Commerzbank dürfte der US-Dollar in Zukunft nur noch langsam aufwerten. Die Fed habe ein klares Signal an die Devisenmärkte gesendet, das Aufwertungstempo nicht zu übertreiben. Mit einem grundsätzlichen Ende der Aufwertungsbewegung des Dollar rechnen die Analysten allerdings nicht. Schließlich bleibe die Fed im sehr exklusiven Kreis von Zentralbanken, die ihre Geldpolitik in absehbarer Zeit normalisieren werden.

An der Börse richtet sich der Blick nun auf den großen Verfall-Termin an der Terminbörse Eurex. Am Freitagmittag laufen die Futures auf den Euro-Stoxx-50 und auf den DAX aus. Zudem verfallen die Index-Optionen. Am Abend, zum Schlusskurs, werden die Optionen auf Einzelwerte abgerechnet. Nach der kräftigen Kursbewegung seit Jahresbeginn können größere Kursschwankungen zum Wochenschluss nicht ausgeschlossen werden.

Zu Gewinnmitnahmen bei Europas Aktien raten die Strategen von Bank of America-Merrill Lynch (Boa-ML). Das schnelle Geld könnte sich nun aus Europa zurückziehen, nachdem der Kontinent lange dank niedriger Zinsen bzw. Ölpreisen und eines fallenden Euro geboomt hat. Die jüngste Umfrage unter Fondsmanagern belege, dass es zu einer Rekordgewichtung von europäischen Aktien in internationalen Portfolios gekommen sei. Zudem habe sich der DAX nun 21 Prozent von seinem 200-Tage-Durchschnitt entfernt. Dies sei das höchste überkaufte Niveau seit April 2000 und damit dem Höhepunkt der Dotcom-Blase.

Im DAX leiden Siemens laut Händlern unter Aussagen zum Energiegeschäft. Hier schöben Kunden Aufträge nach hinten, so Händler mit Blick auf Konzernaussagen auf einer Konferenz von Merrill Lynch. Auch das Geschäft mit Windkraft bleibe demnach "herausfordernd". Im Industriegeschäft sei Siemens mit den Margen unzufrieden. Daneben entwickelten sich aber auch Geschäftszweige positiv, so das Automotive-Geschäft. "Wichtig ist, dass der Kurs nicht mehr nachhaltig unter 100 Euro zurückfällt", so der Händler. Siemens verlieren 5,1 Prozent und sind mit Abstand schwächster DAX-Wert.

Lanxess legen nach der Bekanntgabe von Geschäftszahlen um 0,2 Prozent zu. Die endgültigen Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr enthalten laut DZ-Bank keine Überraschungen. Allerdings sei der Ausblick zurückhaltend ausgefallen. Nach ebenfalls vorgelegten Geschäftszahlen notieren Deutsche Euroshop leicht im Minus. Die Ergebnisse liegen über den Schätzungen der UBS. Das Papier sei in den vergangenen drei Monaten aber gut gelaufen und habe um 6 Prozent besser als der Sektor abgeschnitten.

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Enel notieren 2 Prozent fester. "Der Titel profitiert von den Dividenden-Aussagen", sagt ein Händler. Bis 2018 will der Versorger die Ausschüttungsquote auf 65 Prozent erhöhen von derzeit 50 Prozent. Auch der Ausblick auf die EBITDA-Entwicklung kommt laut Händlern gut an.

Nach Zahlenausweis und Ausblick geht es für das Kion-Papier 4,1 Prozent nach unten. Die Ergebnisse sind im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Allerdings spricht Jefferies von einem konservativen Ausblick. Nach dem Ausscheiden von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund aus der Champions League verliert die Aktie 7,4 Prozent. "Mit der Heimpleite gegen Turin steht nun wohl fest, dass der BVB nächstes Jahr nicht in der Königsklasse spielt", sagt ein Händler.

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INDEX Stand +-%
Euro-Stoxx-50 3.656,81 -0,32%
Stoxx-50 3.453,73 +0,12%
DAX 11.846,46 -0,64%
FTSE 6.952,79 +0,11%
CAC 5.016,46 -0,34%
EUREX Stand +-Ticks
Bund-Future 158,84% -20

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8.37 Uhr Mi, 17.36 Uhr
EUR/USD 1,0659 -0,43% 1,0705 1,0638
EUR/JPY 128,74 -0,40% 129,26 128,58
EUR/CHF 1,0560 -0,85% 1,0650 1,0576
USD/JPY 120,78 0,10% 120,66 120,91
GBP/USD 1,4761 -0,62% 1,4854 1,4694
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

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March 19, 2015 11:08 ET (15:08 GMT)

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