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MÄRKTE EUROPA/Schwache Wirtschaftsdaten belasten

29.09.2014, 18:38 Uhr

Von Thomas Leppert

Die Anleger an den Aktienmärkten werden zunehmend vorsichtiger. Am Montag schlossen die Börsen in Europa im Minus. Gründe gab es zuhauf. So drehen internationale Investoren Europa den Rücken zu, nachdem die Konjunktur in der Eurozone weiterhin nicht in Schwung kommt. Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im September bereits zum dritten Mal in Folge eingetrübt. Und auch das Geschäftsklima fiel schlechter aus als erwartet. Der DAX verlor 0,7 Prozent auf 9.422,71 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,0 Prozent auf 3.187 Punkte zurück.

Die Verunsicherung unter den Investoren hat noch andere Gründe. Nachdem die Notenbank in Brasilien die Wachstumsprognose zusammengestutzt hat, handelte der Aktienmarkt dort teilweise 4 Prozent leichter. Aber auch aus Russland hält die Kapitalflucht unvermindert an. Der Aktienmarkt in Moskau schloss 2,6 Prozent leichter bei 1.126 Punkten, der Rubel fiel zum Dollar auf ein Rekordtief.

Als belastend wird zudem die Entwicklung in Hongkong gewertet. "Die Unsicherheit, wie China auf die Pro-Demokratie-Proteste in Hongkong reagiert, belastet", begründete ein Händler die nachgebenden Kurse. Die Demonstrationen für freie Wahlen in Hongkong waren am Wochenende eskaliert. Die Polizei ging mit Tränengas gegen zehntausende Anhänger der Demokratiebewegung vor. An der Börse in Hongkong verlor der Hang-Seng-Index knapp 2 Prozent. Die Kurse der in Hongkong tätigen Banken HSBC und Standard Chartered, die wegen der Proteste offenbar vorübergehend einige Filialen schließen mussten, gaben an der Londoner Börse deutlich nach.

Am Devisenmarkt erholte sich der Euro zum Dollar auf 1,2700. Am Morgen notierte die Gemeinschaftswährung noch auf einem neuen Jahrestief bei 1,2663. Die Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten kaum verändert bei 0,96 Prozent.

Am Aktienmarkt legte die Allianz-Aktie nach dem Kurseinbruch vom Freitag leicht zu. Der Abgang des legendären Fondsmanagers Bill Gross bei der Allianz-Tochter Pimco hatte vor dem Wochenende schwer auf dem Kurs gelastet. Hier drückt die Sorge, dass viele Anleger dem Fondsguru folgen und Gelder bei Pimco abziehen.

Die Credit Suisse hat in der Folge die Allianz-Aktie auf "Neutral" von "Outperform" abgestuft. Die Kollegen bei Berenberg, der Deutschen Bank oder RBC senkten ihre Kursziele um jeweils 5 Euro. Es gab aber auch Stimmen, die in dem Kursverlust der Allianz-Aktie nun eine Kaufgelegenheit sehen. So rät beispielsweise die DZ Bank zu Käufen in die Kursschwäche.

Schwächster Wert im DAX war die Commerzbank mit einem Abschlag von 4,2 Prozent. Bei der Bank ermitteln laut informierten Kreisen US-Behörden wegen möglicher Begünstigung von Geldwäsche. Kontrollen zur deren Erkennung und Vermeidung sollen zu lax angewandt worden sein. Der Commerzbank drohen damit zusätzlich hunderte Millionen US-Dollar an Strafe.

Für die RWE-Aktie ging es um 3,7 Prozent nach unten. Dem Versorger drohen längere Untersuchungen durch britische Behörden wegen des Verkaufs der Tochter Dea an den russischen Milliardär Michail Fridman. Für diesen Verkauf hatte RWE bereits 5,1 Milliarden Euro fest eingeplant. Negative Analystenkommentare lasteten auf adidas. So hat die Commerzbank die Aktie auf "Hold" von "Buy" gesenkt. Der Kurs gab um 1,9 Prozent nach.

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Eine Kapitalerhöhung drückte den Kurs der Aktie von SGL Carbon um 12 Prozent. Der Graphitspezialist will damit fast 270 Millionen Euro einsammeln, um Schulden zurückzuzahlen und die Bilanz zu stärken. Dazu sollen rund 20,18 Millionen neue Aktien ausgegeben werden.

Eine erfolgreiche Story versprechen die Börsengänge von Zalando und Rocket Internet zu schreiben. Für Mittwoch plant der Online-Modehändler Zalando seine Erstnotiz, am Donnerstag folgt die Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet. Auf der Handelsplattform Tradegate kostet die Zalando-Aktie bereits 30 Euro, nach einer Bookbuilding-Spanne von 18 bis 22,50 Euro. Bei einem Ausgabepreis zwischen 35,50 und 42,50 Euro für jede Rocket-Internet-Aktie werden bei Tradegate im Vorfeld schon 65 Euro bezahlt.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.186,95 -32,63 -1,0% +2,5%
Stoxx-50 3.050,48 -13,23 -0,4% +4,5%
Stoxx-600 340,99 -1,31 -0,4% +3,9%
XETRA-DAX 9.422,91 -67,64 -0,7% -1,4%
FTSE-100 London 6.646,60 -2,79 -0,0% -1,5%
CAC-40 Paris 4.358,07 -36,68 -0,8% +1,4%
AEX Amsterdam 418,18 -0,31 -0,1% +4,1%
ATHEX-20 Athen 341,92 -10,65 -3,0% -11,2%
BEL-20 Bruessel 3.198,25 -8,24 -0,3% +9,4%
BUX Budapest 17.838,87 +219,36 +1,2% -3,9%
OMXH-25 Helsinki 2.920,56 -14,87 -0,5% +3,0%
ISE NAT. 30 Istanbul 91.190,56 +67,70 +0,1% +10,6%
OMXC-20 Kopenhagen 763,68 -2,60 -0,3% +24,1%
PSI 20 Lissabon 5.717,68 -12,81 -0,2% -13,0%
IBEX-35 Madrid 10.686,00 -165,40 -1,5% +7,8%
FTSE-MIB Mailand 20.526,11 -269,26 -1,3% +8,2%
RTS Moskau 1.126,21 -29,94 -2,6% -21,9%
OBX Oslo 555,53 +0,41 +0,1% +10,3%
PX Prag 986,23 +5,94 +0,6% -0,3%
OMXS-30 Stockholm 1.392,39 -3,81 -0,3% +4,5%
WIG-20 Warschau 2.485,51 +1,49 +0,1% +3,5%
ATX Wien 2.202,03 -13,75 -0,6% -13,5%
SMI Zuerich 8.776,73 +2,37 +0,0% +7,0%



DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.16 Uhr Fr, 17.25 Uhr
EUR/USD 1,2701 0,15% 1,2682 1,2697
EUR/JPY 138,86 -0,10% 139,00 138,70
EUR/CHF 1,2067 -0,02% 1,2069 1,2070
USD/JPY 109,34 -0,24% 109,60 109,24
GBP/USD 1,6262 0,18% 1,6233 1,6252
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/raz

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September 29, 2014 12:38 ET (16:38 GMT)

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