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MÄRKTE EUROPA/Aktien-Weihnachtsrally dank Fed, Öl und ifo-Index

18.12.2014, 10:27 Uhr

Von Michael Denzin

Mit einem kräftigen Plus zeigen sich Europas Börsen am Donnerstag im frühen Verlauf. Die Erleichterung über die Aussagen der US-Notenbank hatte auch schon in den USA für eine kleine Rally gesorgt. Den Grund lieferte am Vorabend Fed-Präsidentin Janet Yellen, die keinen Druck zu Zinserhöhungen signalisierte. Auch in der deutschen Wirtschaft sieht es gut aus, der ifo-Geschäftsklimaindex für Dezember legte wie erwartet zu.

Wie an der Börse bereits erwartet, wurde im Fed-Kommuniqué zwar der Passus gestrichen, dass die Zinsen noch "für eine beträchtliche Zeit" niedrig bleiben. Zum Ausgleich heißt es nun dafür, dass man bei der Straffung der Geldpolitik "geduldig" vorgehen werde. Damit gab die Fed das erwartete Signal, dass die erste Zinserhöhung nach der großen Finanz- und Wirtschaftskrise näher rückt. Allerdings hat sie den Schalter nicht sofort umgelegt, sondern eine Übergangsphase eingeleitet. In der Folge verzeichneten der Dollar, die Wall Street und die US-Hochzinsanleihen deutliche Kursgewinne.

Der DAX springt um 162 Punkte oder 1,7 Prozent nach oben auf 9.707 Zähler. Aufgrund der guten Vorlagen halten Händler am Donnerstag sogar einen Anstieg bis auf knapp 9.800 Punkte für wahrscheinlich. Für den Euro-Stoxx-50 geht es sogar um 1,9 Prozent auf 3.109 Punkte nach oben. Sämtliche Sektoren notieren in Europa deutlich im Plus.

Dazu kommt eine Rally der Öl-Werte. Nach längerer Durststrecke kommt es zu einer kräftigen Erholung von Ölpreis und Aktien. Der US-Energie-Sektor sprang schon am Vortag um über 4 Prozent nach oben. In Europa geht es bislang um 1,7 Prozent aufwärts. "Die Untergewichtung der Fonds im Öl-Sektor ist auf einem Allzeittief", sagt ein Händler: "Das könnte noch tagelang zu Käufen zwingen". Der Euro-Stoxx-50 dürfte den DAX daher im Tagesverlauf weiter outperformen, da Ölwerte dort hoch gewichtet sind.

Auch die Lage beim Rubel entspannt sich. Die Devise notiert zum Dollar bei knapp 60, und damit wieder auf dem Niveau vor dem jüngsten großen Einbruch. Die Börse in Russland zeigt sich wegen der Kombination aus Öl- und Rubel-Vorlagen mit starken Kursgewinnen. Der marktbreite MICEX-Index in Moskau steigt um 5,4 Prozent.

Zudem unterstreicht der Anstieg im ifo-Index das gute Geschäftsklima in Deutschland. Er legte auf 105,5 Punkte zu, die Geschäftserwartungen zogen ebenfalls weiter an. Sie sind wichtig für das Investitionsverhalten der Unternehmen.

Der nächste große Termin für die Börsen ist nun der große Verfalltermin am Terminmarkt am Freitag. Händler gehen aber davon aus, dass der größte Teil der Positionen bereits bis Mittwoch geschlossen wurde. Professionelle Teilnehmer dürften daher nicht mehr für erratische Kursbewegungen und erhöhte Volatilität sorgen.

Selbst Griechenland kann bei dem guten Nachrichtenumfeld nicht belasten. Wie erwartet war dort die Wahl des griechischen Präsidenten durch das Parlament im ersten Durchgang gescheitert. Die notwendige Zweidrittelmehrheit, nämlich 200 von insgesamt 300 Stimmen, wurde nicht erreicht. An der Börse wird davon ausgegangen, dass frühestens die dritte Wahlrunde eine Entscheidung liefern wird. Ansonsten drohen im Januar Neuwahlen.

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Stärkster Bereich in Europa ist der Bau-Sektor. Hier hat sich die Deutsche Bank sehr positiv zu den Aussichten der Branche geäußert. Der Sektor-Index steigt um 2,3 Prozent. Die italienische Vinci legen sogar um 3,2 Prozent zu. Im DAX profitieren Heidelcement mit 2,3 Prozent Plus davon. Auch Banken sind dank der Entspannung der Börsen gesucht, Deutsche Bank legen um 3 Prozent zu.

Einzelaktien stehen aufgrund der marktbreiten Erholung nicht sehr im Fokus. Hier geben Hochstufungen den Ton an. Im DAX hat die Societe Generale RWE von ihrer Verkaufsempfehlung befreit, die Aktien steigen um 0,6 Prozent. E.ON wurden sogar zum Kauf empfohlen und legen 2,2 Prozent zu. adidas wurden laut Aussage von Händlern von Goldman Sachs mit einer Verkaufsempfehlung bedacht. Das drückt die Aktie gegen den starken Markt leicht nach unten.

SAP springen um 2,1 Prozent, nachdem die US-Börsen die Quartalsergebnisse von Oracle sehr positiv aufgenommen haben. Oracle legten nachbörslich um 5 Prozent zu. Auch für die anderen Technologie-Werte in Europa geht es im Schnitt um 2,2 Prozent nach oben.

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DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 17.32 Uhr
EUR/USD 1,2329 -0,0% 1,2332 1,2411
EUR/JPY 145,99 -0,4% 146,57 145,71
EUR/CHF 1,2041 +0,3% 1,2009 1,2009
USD/JPY 118,43 -0,4% 118,87 117,41
GBP/USD 1,5634 +0,4% 1,5569 1,5659
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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December 18, 2014 04:27 ET (09:27 GMT)

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