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SAP: Cloud-Geschäft weiter stark - Währungseffekte belasten

17.04.2014, 07:07 Uhr

Von Stephan Dörner

SAP kommt beim Wandel in Richtung Cloud-Geschäft weiter voran, wird aber durch Währungseffekte und eine stagnierende Entwicklung des klassischen Softwaregeschäfts belastet. Wie andere klassische Anbieter von Geschäftssoftware wie Oracle und Microsoft versucht SAP neue Kunden abseits der gesättigten Stammmärkte zu gewinnen, vor allem in den USA und in Schwellenländern. Das Unternehmen setzt dabei auf neue Produkte wie Cloud-Software, die Echtzeitdatenbank HANA und auf mobile Anwender ausgerichtete Software.

Insbesondere in den USA kam SAP zuletzt gut voran: Der US-Markt konnte mit einem Plus von 9 Prozent währungsbereinigt am stärksten zulegen. Ebenfalls stark wuchs SAP im EMEA-Raum bestehend aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika, während der Markt im Mutterland Deutschland gesättigt zu sein scheint. Enttäuschend fiel die Bilanz in Japan mit einem Minus von 3 Prozent aus, während SAP von China als "besonderem Höhepunkt" spricht, ohne dies mit Zahlen zu unterlegen.

Global allerdings schwächelt bei SAP das Kerngeschäft mit der beim Kunden installierten Software. Ohne Berücksichtigung von Währungseffekten ging der Umsatz mit klassischer Software im ersten Quartal 2014 um fünf Prozent auf 623 Millionen Euro zurück, wie das Unternehmen mit Hauptsitz in Walldorf mitteilte. Währungsbereinigt bleibt hier ein mageres Plus von einem Prozent.

Kräftiger zulegen konnte das Support-Geschäft mit klassischer Software, und zwar um währungsbereinigt 9 Prozent auf 2,21 Milliarden Euro. Die Erlöse aus Software und softwarebezogenen Serviceerlösen liegen damit währungsbereinigt oberhalb der erwarteten Spanne für das Gesamtjahr.

Weiter steil bergauf ging es mit per Internet ausgelieferter Software - sogenannten Cloud-Anwendungen. Für Cloud-Abonnements und -Support wies das Unternehmen ein Wachstum von 60 Prozent nach IFRS-Standards aus, währungsbereinigt und nach Nicht-IFRS-Zahlen, mit denen SAP selbst rechnet, bleibt ein sattes Plus von 38 Prozent auf 221 Millionen Euro. Größter Unterschied zwischen IFRS- und Non-IFRS-Zahlen ist die "Bereinigung" der Non-IFRS-Zahlen um Ausgaben für das Aktienprogramm für Mitarbeiter und Vorstand.

SAP selbst unterstreicht das starke Wachstum im Cloud-Geschäft und spricht von einer "Umstellung auf das Cloud-Geschäft." Dennoch bleibt die Basis im Cloud-Geschäft im Vergleich zu klassischer sogenannter On-Premise-Software auch nach der eigenen Prognose noch auf Jahre hinaus gering. 2013 entfielen 5 Prozent des Unternehmensumsatzes auf das Cloud-Geschäft, bis 2017 sollen es 15 Prozent werden. Damit bleibt das Geschäft mit klassischer Software und Support für SAP noch lange Kerngeschäft.

Den Ausblick für 2014 bestätigte SAP. Das DAX-Unternehmen erwartet, dass die Erlöse aus Cloud-Subskriptionen und -Support im Gesamtjahr nach den eigenen Non-IFRS-Kennzahlen 2014 in einer Spanne zwischen 950 Million und 1 Milliarde Euro liegen werden. Die Erlöse aus Software und softwarebezogenen Services sollen zwischen 6 und 8 Prozent wachsen. Den Gewinn schätzt das Unternehmen auf 5,8 bis 6 Milliarden Euro.

Um weitere Kunden anzulocken, setzt SAP besonders im US-Markt auf neue Produkte wie Cloud-Angebote, die Hochgeschwindigkeits-Datenbank HANA und eine "Mobile first"-Strategie, die Daten auch auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets zugänglich machen soll.

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Im Cloud-Geschäft konkurriert SAP dabei allerdings nicht nur gegen die beiden etablierten Größen Oracle und Microsoft, sondern auch gegen reine Cloud-Anbieter wie Salesforce.com beim Kundenbeziehungsmanagement und dem Cloud-Emporkömmling Workday bei der Personalverwaltung. SAP verweist in diesem Zusammenhang allerdings darauf, eine Komplettlösung für sämtliche Geschäftsbereiche zu bieten.

Auf Trab gebracht hat SAP die neue Konkurrenz bei der Entwicklung benutzerfreundlicher Oberflächen. Der US-Standort wurde kräftig ausgebaut und hat inzwischen den Stammsitz in Walldorf bei den Mitarbeitern überholt. Im Silicon Valley wird vor allem an der Oberfläche der Software gefeilt, um sie auf das Niveau zu bringen, das Nutzer durch Konsumenten-Software gewohnt sind.

Kontakt zum Autor: stephan.doerner@wsj.com

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