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MÄRKTE EUROPA/Warten auf den Showdown in Brüssel

20.02.2015, 18:05 Uhr

Von Manuel Priego-Thimmel

Nach einem zwischen Hoffen und Bangen schwankenden Geschäft sind Europas Börsen am Freitag mit leichten Kursaufschlägen aus dem Handel gegangen. Es war von gesteigerter Nervosität im Zusammenhang mit dem entscheidenden Treffen der Finanzminister der Eurozone um die Zukunft von Griechenland die Rede. Das Treffen begann am späten Nachmittag. Sollten die Verhandlungen scheitern, könnte dies das Ausscheiden des Landes aus der Eurozone zur Folge haben. Der DAX gewann 0,4 Prozent auf 11.051 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 rückte um 2 Punkte auf 3.491 Punkte vor.

Ein von Deutschland angeführter Block ist nach Aussagen des maltesischen Finanzministers gewillt, Griechenland aus der Eurozone ausscheiden zu lassen. "Ich denke, sie haben nun einen Punkt erreicht, an dem sie Griechenland sagen werden, 'wenn Ihr wirklich gehen wollt, dann geht'", sagte Edward Scicluna zur Nachrichtenagentur Bloomberg. "Und ich glaube, es ist ihnen ernst, denn Deutschland, die Niederlande und andere werden hart sein und darauf bestehen, dass Griechenland die Solidarität erwidert, indem es die Bedingungen respektiert", fügte der Minister hinzu.

Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet sich derweil nach einem Bericht von Spiegel Online auf den Euro-Austritt Griechenlands vor. Mitarbeiter führten zu diesem Zweck bereits interne Planspiele durch, meldete das Magazin ohne konkrete Quellenangabe. Allen Dementis zum Trotz drängten die Währungshüter die Griechen dazu, endlich Kapitalverkehrskontrollen einzuführen, hieß es in dem Bericht. Nach Erkenntnissen der EZB würden die Griechen täglich mehr als eine Milliarde Euro ins Ausland überweisen.

Sollten die Verhandlungen in Brüssel scheitern und Griechenland in der Folge aus der Eurozone ausscheiden, könnte dies nach Ansicht von Martin Hüfner, Volkswirt bei assénagon, ein größeres Beben an den Aktienmärkten auslösen als viele vermuten. Ein "Grexit" sei zwar nach wie vor nicht das wahrscheinlichste Szenario, sollte aber auch nicht unterbewertet werden. Einem Scheitern der Gespräche spricht Hüfner eine Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent zu. Auch wenn Griechenland nur für 2 Prozent der Wirtschaftsleistung des Euroraums stehe, rechnet Hüfner mit einem "Knall" an den Finanzmärkten.

Am Devisenmarkt zeigte sich der Euro sehr volatil und notierte zum Börsenschluss wenig verändert bei 1,1370 Dollar. Ob ein "Grexit" längerfristig gut oder schlecht für den Euro ist, hängt laut der Commerzbank wohl vor allem davon ab, wie es dazu kommt. Wenn es für den Markt so aussehe, als habe die Eurogruppe Griechenland aus der Gemeinschaftswährung "gedrängt", steige für ihn die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere Länder aus der Eurozone ausscheiden könnten. Gerät in Zukunft ein Land in Schieflage, dürfte das die Kosten einer Rettung tendenziell erhöhen.

Lufthansa-Papiere verloren nach Bekanntgabe vorläufiger Zahlen 4,3 Prozent. Hauptgrund für die Abgaben war der vollständige Ausfall der Dividendenzahlung für das abgelaufene Jahr, aber auch operativ überzeugten die Zahlen nicht. adidas verteuerten sich um weitere 1,4 Prozent, nachdem der Kurs am Vortag bereits um 5 Prozent gestiegen war. Die Deutsche Bank hatte die Aktie auf "Halten" von "Verkaufen" hoch gestuft. Munich Re gaben um 1,5 Prozent nach. Das Bankhaus Lampe hatte die Aktie des Rückversicherers auf "Verkaufen" gesenkt.

Für die Aktie des niederländischen SIM-Karten-Herstellers Gemalto ging es an der Börse in Amsterdam 3,7 Prozent nach unten. Laut Medienberichten sollen sich der amerikanische und britische Geheimdienst in das Netzwerk von Gemalto gehackt haben. Die Dienste hatten es offenbar auf SIM-Codes abgesehen. Falls sich die Vorwürfe bestätigen sollten, würde dies Schockwellen durch die Netzwerksicherheits-Branche senden, sagen Analysten. Laut Rabobank könnte sich Gemalto gezwungen sehen, eine große Zahl an SIM-Karten zu ersetzen, was mit hohen Kosten verbunden wäre.

Die Aktien des Autozulieferers Bertrandt gewannen 3,2 Prozent. Die bislang im SDAX enthaltene Aktie steigt demnächst in den MDAX auf und ersetzt dort die Papiere der Immobiliengesellschaft Gagfah. Diese wird von der Deutschen Annington übernommen. Der Kurs des Pumpenherstellers Pfeiffer Vacuum fiel um 7,8 Prozent. Hier bemängelte Harald Schnitzer von der DZ Bank niedrige Gewinnmargen.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.490,53 +2,45 +0,1% +10,9%
Stoxx-50 3.316,95 +8,44 +0,3% +10,4%
Stoxx-600 382,27 +0,86 +0,2% +11,6%
XETRA-DAX 11.050,64 +48,70 +0,4% +12,7%
FTSE-100 London 6.915,20 +26,30 +0,4% +5,3%
CAC-40 Paris 4.830,90 -2,38 -0,0% +13,1%
AEX Amsterdam 469,85 +0,06 +0,0% +10,7%
ATHEX-20 Athen 253,66 -0,41 -0,2% -4,2%
BEL-20 Bruessel 3.624,71 -0,26 -0,0% +10,3%
BUX Budapest 18.011,54 -68,82 -0,4% +8,3%
OMXH-25 Helsinki 3.398,80 +13,06 +0,4% +13,7%
ISE NAT. 30 Istanbul 105.391,91 -1238,38 -1,2% -0,7%
OMXC-20 Kopenhagen 853,69 +17,74 +2,1% +14,7%
PSI 20 Lissabon 5.454,82 +15,06 +0,3% +14,0%
IBEX-35 Madrid 10.879,30 -31,10 -0,3% +5,8%
FTSE-MIB Mailand 21.842,57 +52,59 +0,2% +14,9%
RTS Moskau 910,42 +3,91 +0,4% +15,1%
OBX Oslo 557,24 -1,07 -0,2% +6,4%
PX Prag 1.015,65 +8,46 +0,8% +7,3%
OMXS-30 Stockholm 1.664,33 +2,10 +0,1% +13,6%
WIG-20 Warschau 2.348,94 +0,88 +0,0% +1,4%
ATX Wien 2.450,94 +24,89 +1,0% +13,5%
SMI Zuerich 8.892,17 -8,01 -0,1% -1,0%

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.05 Uhr Do, 17.25 Uhr
EUR/USD 1,1370 0,12% 1,1356 1,1393
EUR/JPY 134,95 -0,02% 134,98 135,53
EUR/CHF 1,0713 -0,77% 1,0796 1,0797
USD/JPY 118,71 -0,16% 118,89 118,97
GBP/USD 1,5383 -0,25% 1,5421 1,5448
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com

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February 20, 2015 12:05 ET (17:05 GMT)

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