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Donnerstag, 29. Januar 2015

Börse

AURUBIS AG INHABER-AKTIEN O.N.

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MÄRKTE EUROPA/US-Daten lösen Wachstumssorgen aus

14.01.2015, 18:10 Uhr

Von Manuel Priego-Thimmel

Europas Börsen sind am Mittwoch einmal mehr ein Wechselbad der Gefühle gewesen. Nach volatilem Verlauf gingen die Aktienmärkte nach enttäuschend ausgefallenen US-Einzelhandelsdaten auf Talfahrt. Die Einzelhandelsumsätze fielen im Dezember um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Erwartet wurde lediglich ein Minus von 0,2 Prozent. Zudem wurde der Novemberwert nach unten revidiert. Bei den Börsianern kamen die schwachen Daten nicht gut an. Die US-Wirtschaft ist in hohem Maße von der Kauflust der Konsumenten abhängig. Und derzeit ist die US-Wirtschaft die Konjunkturlokomotive der Weltwirtschaft.

Der DAX verlor 1,2 Prozent auf 9.817 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 1,4 Prozent auf 3.090 Zähler nach unten. Der Rohstoffsektor brach derweil gleich um 5,2 Prozent ein. Am Terminmarkt kamen die Rohstoffpreise zeitweise unter erheblichen Abgabedruck. Zum einen hatte die Weltbank ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft im laufenden Jahr gesenkt. Zum anderen hatten große US-Häuser ihre Kursziele für Kupfer und Eisenerz reduziert. Der Kupferpreis verlor rund 4 Prozent.

BHP Billiton gaben um 5,3 Prozent nach und Rio Tinto um 4 Prozent. Die Glencore-Aktie brach sogar um 9,3 Prozent ein. Die Analysten von Numis wiesen darauf hin, dass Glencore am stärksten gegenüber dem Kupferpreis exponiert sei. Bei einer erwarteten Produktion von rund 1 Million Tonnen im Jahr 2015 könnte der Kupferpreisverfall Glencore rund 350 Millionen Dollar Umsatz kosten. Mit Abgaben von 9 Prozent hielt sich die Aktie von Anglo American kaum besser. Im MDAX verlor die Aktie von Aurubis 7,5 Prozent.

Am Devisenmarkt zeigte sich der Euro sehr volatil. Die Einschätzung des EuGH-Generalanwalts Pedro Cruz Villalón, wonach die EZB unter bestimmten Voraussetzungen Staatsanleihen von Euro-Mitgliedsländern ankaufen darf, schickte den Euro zunächst auf den tiefsten Stand zum Dollar seit Dezember 2005. Die Analysten von Berenberg schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB auf einer der beiden nächsten Sitzungen ein Wertpapierkaufprogramm verkünden wird, nun mit 90 Prozent ein.

Nach den schwachen US-Einzelhandelsumsätzen erholte sich die Gemeinschaftswährung aber deutlich von den Tiefs. Zum Börsenschluss ging sie bei knapp über 1,18 Dollar um. Bundesanleihen waren in diesem Umfeld gefragt und markierten ein neues Allzeithoch bei 157,39 Prozent. Die Rendite griechischer Benchmarktitel gab 15 Basispunkte auf 8,68 Prozent nach. Hier stützte die positive Einschätzung des EuGH zum OMT-Anleihekaufprogramm der EZB. Am 25. Januar finden in Griechenland Parlamentswahlen statt. In den Umfragen liegt die linksradikale Syriza vorn, die ein Ende der Sparpolitik ausgerufen hat.

Ironischerweise schloss der Einzelhandelssektor in Europa trotz der sehr schwachen US-Einzelhandelsdaten mit Aufschlägen von 0,6 Prozent als einziger Sektor in Europa im Plus. Im Handel war von Sektorrotation und defensiver Positionierung der Anleger wegen des sehr volatilen Marktumfelds die Rede. Carrefour gewannen 2,2 Prozent, Casino 1,9 Prozent oder Tesco 0,9 Prozent. Metro gaben dagegen um 1,1 Prozent nach - hier belastete eine Abstufung auf "Hold" durch Lampe.

adidas verloren 1,5 Prozent. Händler blieben angesichts der US-Strategie vorsichtig. Der Sportartikelhersteller will mit mehr Sponsoring Marktanteile in den USA zurückerobern. "Das kostet zunächst einmal Geld", sagte ein Marktteilnehmer. Und die Erfolgsaussichten blieben ungewiss. Hauptverlierer im DAX waren ThyssenKrupp. Die Aktie litt unter schwachen Vorgaben aus dem Rohstoffsektor und gab 5,7 Prozent ab. Für Salzgitter ging es 3,9 Prozent nach unten. Nach einer Verkaufsempfehlung durch Goldman Sachs verloren Commerzbank-Titel 4,1 Prozent.

Erneut unter Druck standen Versorgerwerte. Wie aus dem Handel zu hören war, hatten die Analysten von Bank of America-Merrill Lynch die Aktie von RWE auf "Underperform" abgestuft. Das Kursziel für E.ON sollen sie auf 17,60 Euro gesenkt haben. Seit Jahresbeginn gehören die Versorgertitel zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt. RWE büßten 3 Prozent ein, E.ON schlossen 1,6 Prozent tiefer.

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Europäische Schlussstände von Mittwoch, den 14. Januar 2015:

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.090,63 -43,23 -1,4% -1,8%
Stoxx-50 2.964,69 -53,69 -1,8% -1,3%
Stoxx-600 339,59 -5,18 -1,5% -0,9%
XETRA-DAX 9.817,08 -123,92 -1,2% +0,1%
FTSE-100 London 6.388,46 -153,74 -2,4% -2,7%
CAC-40 Paris 4.223,24 -67,04 -1,6% -1,2%
AEX Amsterdam 418,33 -5,46 -1,3% -1,4%
ATHEX-20 Athen 263,90 -4,19 -1,6% -0,4%
BEL-20 Brüssel 3.274,03 -35,61 -1,1% -0,3%
BUX Budapest 16.066,13 -74,13 -0,5% -3,4%
OMXH-25 Helsinki 2.958,06 -44,37 -1,5% -1,0%
ISE NAT. 30 Istanbul 108.399,15 -763,98 -0,7% +2,1%
OMXC-20 Kopenhagen 761,29 -7,95 -1,0% +2,3%
PSI 20 Lissabon 4.826,39 +66,44 +1,4% +2,0%
IBEX-35 Madrid 9.846,00 -120,00 -1,2% -4,2%
FTSE-MIB Mailand 18.410,68 -298,25 -1,6% -3,2%
RTS Moskau 743,06 +5,18 +0,7% -6,0%
OBX Oslo 522,79 -7,21 -1,4% -0,2%
PX Prag 958,80 -4,41 -0,5% +1,3%
OMXS-30 Stockholm 1.434,79 -30,87 -2,1% -2,0%
ATX Wien 2.122,08 -34,34 -1,6% -1,8%
SMI Zürich 9.198,20 -87,43 -0,9% +2,4%

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8.20 Uhr Di, 17.47 Uhr
EUR/USD 1,1800 0,06% 1,1793 1,1778
EUR/JPY 137,81 -0,23% 138,12 139,26
EUR/CHF 1,2009 0,00% 1,2010 1,2010
USD/JPY 116,81 -0,28% 117,13 118,22
GBP/USD 1,5235 0,44% 1,5167 1,5172
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com

DJG/mpt/flf

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January 14, 2015 12:10 ET (17:10 GMT)

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