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MÄRKTE EUROPA/Zurückhaltung vor Entscheid der US-Notenbank

19.03.2014, 18:22 Uhr

Von Michael Denzin

Zurückhaltung vor der Entscheidung der US-Notenbank hat zur Wochenmitte den Handel an den europäischen Börsen dominiert. Anleger fragten sich, ob die Fed ihre geldpolitische Lockerung nur um die bislang erwarteten 10 Milliarden Dollar drosseln wird. Zudem werde auf neue Prognosen zu Inflation und Wachstum gewartet. Die Krim-Abspaltung von der Ukraine rückte dagegen erst einmal aus dem Fokus. Der DAX ging 0,4 Prozent höher bei 9.277 Punkten aus dem Handel, der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,1 Prozent auf 3.076 Punkte. Das deutlichere Plus im DAX war vor allem der Kursrally der BMW-Aktie zu verdanken.

Es kann ganz klar zu einer Erleichterungsrally kommen, wenn die Fed ihre Reduzierung der Anleihekäufe nicht verschärft", sagte ein Händler. Das Szenario einer Verschärfung sei mit den starken US-Arbeitsmarktdaten vor anderthalb Wochen aufgekommen und habe für Aktienverkäufe gesorgt. Dirk Gojny von der National-Bank rechnet dagegen wie der Marktkonsens mit einer Drosselung um 10 auf 55 Milliarden Dollar. Da jedoch im Fed-Komitee die "Falken" mehr Gewicht erhalten hätten, schließt auch er nicht aus, dass die Federal Reserve den Geldhahn auch stärker zudrehen könnte. Das würde Aktien belasten und den Dollar stützen.

Die Commerzbank rechnet nach der Sitzung der US-Notenbank mit Druck auf Bundesanleihen: "Anleger sollten sich auf höhere US-Renditen vorbereiten", so Analyst Alexander Aldinger. Dies dürfte auch Bundesanleihen belasten. Der Euro trat auf der Stelle und notierte am Ende des europäisch dominierten Handels bei 1,3917 Dollar.

Auch an Europas Aktienbörsen zeigten die meisten Branchen vor der Entscheidung keine klare Tendenz. Dank einem Kurssprung von 7,3 Prozent bei BMW gehörte die Autobranche mit einem Plus von 0,7 Prozent zu den Tagessiegern. Der Autokonzern hat die Gewinnprognose deutlich über die alten Erwartungen des Marktes erhöht. "Der Markt hätte sich schon gefreut, wenn sie gesagt hätten, sie könnten die Gewinne leicht steigern", sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler.

Kräftig abwärts ging es dagegen mit 1,9 Prozent bei den rohstoffnahen Titeln, da die Branche als zinsempfindlich gilt. Der Bank-Sektor schloss unverändert. Hier stützten unter anderem Deutsche Bank, die als drastischer Underperformer im Sektor von Anlegern wiederentdeckt wurden. Die Aktien des Instituts stiegen um 1,8 Prozent.

Versicherer fielen dagegen im Schnitt um 1 Prozent, nachdem die britische Aviva wegen einer Abstufung durch Exane BNP in London über 5 Prozent verloren. Anlegern verdarb dies die Laune für den Sektor und schickte auch die Aktien der Allianz und der niederländischen Aegon um über 1 Prozent ins Minus.

Aktien aus dem Luftfahrtsektor waren dagegen europaweit gesucht. Die Aktien der Lufthansa stiegen um 3,3 Prozent und Air France-KLM sogar um 5,6 Prozent. Auch für Airbus, die ehemalige EADS, ging es um 1,6 Prozent nach oben. Hier stützten Spekulationen auf eine große Kauforder aus China. adidas fielen dagegen um 1,6 Prozent zurück; hier hatte die Berenberg-Bank das Kursziel auf 88 nach 96 Euro wegen der Abhängigkeit vom Russland-Geschäft gesenkt.

Daneben bewegten Dividenden-Ankündigungen die Kurse. In Madrid sprangen die Aktien der Bekleidungskette Inditex um 5,8 Prozent. Die Spanier wollen die Dividende für 2013 im Vergleich zu 2012 um 10 Prozent erhöhen. Die Papiere von HeidelbergCement war mit einem Minus von 1,8 Prozent größter Kursverlierer im DAX. Die vorgeschlagene Dividende von 0,60 Euro je Aktie enttäuschte hier die Markterwartung. Umgekehrtes bei Krones im MDAX: Der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen überbot mit einer Dividende von 2 Euro je Aktie deutlich die Markterwartung von 1,20 Euro. Die Aktien stiegen um 3,7 Prozent.

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Schwache Quartalszahlen des US-Kontrahenten Oracle ließen SAP kalt und die Aktie knapp im Plus schließen. Eine Kaufempfehlung der Bank of America sowie eine Hochstufung durch die Credit Suisse ließen den Kurs von Wacker Chemie um 3,4 Prozent steigen. Die Aktien von DMG Mori Seiki legten um 1,9 Prozent zu. Hier wurde eine Platzierung von 1,8 Millionen Aktien aus dem Bestand des Unternehmens gut am Markt untergebracht.

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Europäische Schlussindizes am Mittwoch, 19. März:

. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 3.076,36 2,61 +0,1% -1,0
. Stoxx-50 2.843,92 -3,20 -0,1% -2,6
. Stoxx-600 327,63 -0,30 -0,1% -0,2
Frankfurt XETRA-DAX 9.277,05 34,50 +0,4% -2,9
London FTSE-100 6.573,13 -32,15 -0,5% -2,6
Paris CAC-40 4.308,06 -5,20 -0,1% 0,3
Amsterdam AEX 388,88 -0,49 -0,1% -3,2
Athen ATHEX-20 440,87 -1,52 -0,3% 14,6
Brüssel BEL-20 3.082,98 2,56 +0,1% 5,4
Budapest BUX 17.052,51 90,63 +0,5% -8,1
Helsinki OMXH-25 2.822,64 -21,57 -0,8% -0,4
Istanbul ISE NAT. 30 79.887,03 -88,98 -0,1% -3,1
Kopenhagen OMXC-20 690,39 -3,09 -0,4% 12,2
Lissabon PSI 20 7.516,38 -3,39 -0,0% 14,6
Madrid IBEX-35 10.093,30 41,90 +0,4% 1,8
Mailand FTSE-MIB 20.976,99 -61,04 -0,3% 10,6
Moskau RTS 1.155,81 -5,45 -0,5% -19,9
Oslo OBX 498,86 -0,24 -0,0% -0,9
Prag PX 989,36 2,97 +0,3% 0,0
Stockholm OMXS-30 1.360,48 1,41 +0,1% 2,1
Warschau WIG-20 2.360,77 -18,68 -0,8% -1,7
Wien ATX 2.483,69 6,99 +0,3% -2,5
Zürich SMI 8.226,55 -13,52 -0,2% 0,3


DEVISEN zuletzt '+/- % Mi, 7.55 Uhr Di, 17.12 Uhr
EUR/USD 1,3917 -0,08% 1,3928 1,3914
EUR/JPY 141,3822 -0,01% 141,3944 141,0800
EUR/CHF 1,2168 0,00% 1,2167 1,2162
USD/JPY 101,5950 0,06% 101,5300 101,3820
GBP/USD 1,6636 0,23% 1,6597 1,6575
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Kontakt zum Autor: michael.denzin@dowjones.de

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March 19, 2014 13:22 ET (17:22 GMT)

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