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MAN kappt Ausblick für Nutzfahrzeug-Sparte - Konzernprognose wackelt

26.09.2014, 12:13 Uhr

Von Ilka Kopplin und Markus Klausen

Der Konflikt in der Ukraine und die nach wie vor schwächelnde Konjunktur in Europa machen dem Münchener Lastwagen- und Maschinenbauer MAN stärker zu schaffen als bisher gedacht. MAN kappte deshalb den Ausblick für die Sparte Truck & Bus und setzt hinter die Konzernprognose ein Fragezeichen. Das operative Ergebnis des Bereichs werde im laufenden Jahr "erheblich unter" dem Vorjahreswert von 228 Millionen Euro liegen, sagte ein Sprecher der Volkswagen-Tochter. Vorher waren die Münchener in dem Bereich von einem Wert "spürbar über" dem Vergleichswert ausgegangen.

Wie stark deshalb die Konzern-Prognose unter Druck kommt, ist offenbar noch unklar. Die Konzern-Prognose werde sich wegen der Kappung des Sparten-Ausblicks "voraussichtlich nicht gravierend ändern", ergänzte MAN. Derzeit halte man an der Jahresprognose fest, konkrete Details will das Unternehmen dann Ende Oktober bei Vorlage des Berichts für die ersten neun Monate mitteilen.

Konzernweit wollen die Münchener bisher ein "deutlich höheres" operatives Ergebnis erwirtschaften. Der Umsatz soll dabei "spürbar unter" dem Vorjahreswert bleiben. In der Sparte Truck & Bus sollte der Absatz und Umsatz der Sparte bisher "leicht" unter dem Vorjahr liegen, nun rechnet das Unternehmen mit einem "deutlichen" Rückgang, ergänzte der Sprecher auf Nachfrage. Zuvor hatte die Börsen-Zeitung unter Berufung auf Aussagen von MAN-Bereichschef Anders Nielsen vor Journalisten auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover darüber berichtet.

Der Manager hatte auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) schon zuvor recht düstere Marktaussichten im Zusammenhang mit dem Europageschäft gegeben. Der europäische Markt für schwere Nutzfahrzeuge dürfte in diesem Jahr zwischen 10 und 15 Prozent schrumpfen, hatte Nielsen am Dienstag in Aussicht gestellt. Der russische Lkw-Markt dürfte im laufenden Jahr sogar um rund ein Viertel einbrechen.

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MAN fährt angesichts des Umfelds seit Oktober bis Ende des Jahres in seinen Werken Steyr und Salzgitter Kurzarbeit. Rund 4.000 Mitarbeiter sind davon betroffen, hatte der Manager am Dienstag gesagt. Es bestehe zudem die Möglichkeit, die Kurzarbeit auf insgesamt sechs Monate bis Ende März auszuweiten. In beiden Werken sei man in Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern, hatte der Manager weiter gesagt. Für die Nutzfahrzeug-Sparte MAN Truck & Bus arbeiten rund 34.000 Beschäftigte.

Kontakt zum Autor ilka.kopplin@wsj.com

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