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Anheuser-Busch InBev

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MÄRKTE EUROPA/Bank of Japan zündet Kursrakete und DAX fliegt mit

31.10.2014, 09:45 Uhr

Von Benjamin Krieger

Japans Notenbank hat die Geldschleusen noch weiter aufgestoßen. Sie wird künftig für 80 Billionen Yen Wertpapiere kaufen und dabei gleichzeitig die Aktienquote erhöhen. Während die US-Notenbank den Geldhahn zugedreht hat, gibt die Bank of Japan also noch einmal Gas, nicht zuletzt um deflationäre Tendenzen zu bekämpfen. Damit zünden die Notenbanker die Kursrakete. Der DAX steigt im frühen Handel um 1,4 Prozent auf 9.247 Punkte, der Euro-Stoxx-50 klettert um 1,5 Prozent auf 3.083 Zähler.

Der Nikkei sprang um fast 5 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit sieben Jahren. Schon im späten US-Handel am Donnerstag konnten die Kurse zulegen, was Europas Börsen ebenfalls "nachpreisen" dürften, wie Händler sagen. Denn nicht nur Japans Notenbank setzt auf Aktien: Der Government Pension Investment Fund, einer der größten Pensionsfonds weltweit, wird die Aktienquote ebenfalls erhöhen.

Der Weg nach oben ist der des größtmöglichen Schmerzes", sagt ein Händler. Seit Tagen schon dominierten mit der zurückhaltenden US-Notenbank, den russischen Flügen über der Ostsee, den enttäuschenden Konjunkturdaten bei Deflationssorgen in der Eurozone die aktien-negativen Nachrichten das Geschehen. "Das alte Spiel: Jeder scheint den Markt schwächer zu sehen, weil er selbst nicht investiert ist. Steigen die Kurse, nimmt der Druck auf diese Akteure noch zu", sagt der Händler.

Japans Währung leidet verständlicherweise unter der Yen-Schwemme der Notenbank. Der US-Dollar ist zum Yen erstmals seit Anfang 2008, also seit fast sieben Jahren, über die Marke von 111 Yen gestiegen. Das kommt der japanischen Exportwirtschaft entgegen, was die Aktienkurse an den Börsen in Tokio und Osaka zusätzlich nach oben trieb.

Lutz Karpowitz von der Commerzbank spricht von "Japans letzter Verzweiflungstat". Es sei zweifelhaft, ob die erhöhten Wertpapierkäufe die Teuerung wie erhofft in Schwung bringen. "Auch bisher haben die Käufe nicht die gewünschte Wirkung gehabt", sagt der Devisenanalyst. Im Großraum Tokio habe die Inflation im Oktober auf 2,5 Prozent nachgegeben von 2,9 Prozent im September.

Am deutschen Aktienmarkt legen die Kurse auf breiter Front zu und setzen damit die Erholung vom Donnerstagnachmittag fort. Gekauft werden vor allem konjunktursensible Titel wie BASF, Bayer, Lanxess und ThyssenKrupp, die zwischen 1,7 und 2,2 Prozent zulegen. Größter Gewinner im DAX aber sind Infineon mit einem Kursplus von 4 Prozent. Hier helfen gute Quartalsergebnisse des Chip-Herstellers RF Micro Devices.

Linde sind nach der Gewinnwarnung vom Vortag mit einem Minus von 2,3 Prozent der größte Kursverlierer im DAX. Bei den Nebenwerten steigen Fuchs Petrolub um 5 Prozent. Der Schmierstoffhersteller hat im dritten Quartal überraschend gut abgeschnitten. Die Mannheimer profitierten von günstigeren Wechselkursen.

In Paris profitieren Aktien der Bank BNP Paribas von guten Ergebnissen im dritten Quartal, sie steigen um 2,6 Prozent. An der Brüsseler Börse verlieren die Papiere des Brauereikonzerns AB Inbev 2,6 Prozent und sind damit das Schlusslicht unter Europas Schwergewichten. Wegen der Absatzflaute in Russland und der Ukraine sowie in den USA hat Anheuser-Busch InBev im dritten Quartal insgesamt weniger Bier verkauft.

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EUR/JPY 139,93 +1,5% 137,84 137,50
EUR/CHF 1,2057 -0,0% 1,2058 1,2054
USD/JPY 111,34 +1,8% 109,35 108,96
GBP/USD 1,5983 -0,1% 1,5992 1,6025

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