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MÄRKTE EUROPA/Leichte Gewinnmitnahmen - Kurseinbruch bei Erste Group

04.07.2014, 10:09 Uhr

Von Manuel Priego Thimmel

Nach der Rally am Donnerstag ist an den europäischen Börsen erst einmal Durchatmen angesagt. Der DAX gibt um 0,1 Prozent auf 10.021 Punkte nach, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,2 Prozent auf 3.282 nach unten. "Das Umfeld bleibt gut", sagt ein Börsianer ungeachtet der kleineren Gewinnmitnahmen und mit Verweis auf den sehr gut ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht vom Vortag. Damit bleibe ein Test des Allzeithochs im DAX bei 10.051 Punkten zum Wochenausklang im Bereich des Möglichen.

Zum Unabhängigkeitsfeiertag in den USA, an dem die US-Finanzmärkte geschlossen sind, dürfte zudem Störfeuer von den US-Zinsen ausbleiben. Der Zinsanstieg nach den guten US-Arbeitsmarktdaten war am Donnerstag eher moderat ausgefallen. Der US-Feiertag spricht allerdings für noch dünnere Umsätze als zuletzt.

Die Börsen erhalten derzeit von zwei Seiten Unterstützung. Einerseits verbessert die günstige Entwicklung am US-Arbeitsmarkt die globalen Konjunkturaussichten, andererseits hat die Europäische Zentralbank den Markt wiederholt auf noch lange niedrige Zinsen eingestimmt. "Die Ampeln bleiben bis in den Spätsommer hinein auf Grün", glaubt Jens Klatt, Analyst von Daily FX. Bis dahin sei ein Anstieg des DAX auf 10.500 Punkte möglich.

Schlusslicht sind im frühen Handel Bankenaktien mit einem Indexminus von 0,5 Prozent. Dazu trägt vor allem der Kurseinbruch der Aktie der Erste Group Bank von fast 15 Prozent bei. Wegen einer Aufstockung der Risikovorsoge rechnet die Bank nun für das laufende Jahr mit einem Nettoverlust zwischen 1,4 und 1,6 Milliarden Euro. Die Societe Generale und J.P. Morgan haben daraufhin ihre Kaufempfehlungen für die Aktie zurückgezogen, Barclays empfiehlt sie nun sogar zum Verkauf.

Aber auch andere Bankenaktien stehen unter Druck. Händler führen dies nicht nur auf Gewinnmitnahmen nach dem starken Vortag in Reaktion auf die Aussagen der EZB zu den weiter niedrigen Zinsen zurück. Grund sei auch die Drohung von Standard & Poor's (S&P), einige Banken-Ratings zu senken, wenn die Bankenabwicklungsrichtlinie der ab 2016 umgesetzt werde, mit der die EU Steuergelder schützen wolle.

Ein bis zwei Stufen aus der Gesamtbewertung einer Bank gingen auf die bisherige unausgesprochene staatliche Garantie zurück, eine taumelnde Bank im Notfall zu stützen, so die Bonitätswächter. "Bei einigen Banken könnten damit kritische Schwellen wie von A auf BBB oder ähnlich überschritten werden", sagt ein Händler. BNP und Societe Generale fallen um bis zu 1,4 Prozent zurück, UniCredit um 1,1 Prozent.

ThyssenKrupp steigen um 0,7 Prozent. Laut einem Börsenbrief kommt das Stahlwerk in Brasilien voraussichtlich bereits in diesem Jahr in die schwarzen Zahlen. Ganz neu ist die Information aber nicht. Lufthansa setzen die Erholung fort und steigen um 0,8 Prozent. Der jüngste Rückgang des Ölpreises nach einer gewissen Entspannung im Irak hilft dem Sektor. Fielman schüttet eine Dividende von 2,90 Euro je Aktie aus - das Papier gibt um 2,2 Prozent bzw. 2,30 Euro auf 101,25 nach.

Eher unbeeindruckt zeigt sich die Alstom-Aktie von Untersuchungen der französischen Börsenaufsicht. Sie wirft der Regierung vor, unwissentlich einen Aktionärspakt mit dem Alstom-Großaktionär Bouygues geschlossen zu haben, als sie im Juni vereinbarte, dem Unternehmen bis zu 20 Prozent seiner Alstom-Anteile abzukaufen. Damit besteht die eher theoretische Gefahr, ein öffentliches Übernahmeangebot an alle Aktionäre abgeben zu müssen. Alstom steigen um 0,8 Prozent.

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Am Devisenmarkt fällt der Euro weiter zurück auf 1,3588 Dollar. Der starke US-Arbeitsmarktbericht hatte ihm am Donnerstag bereits kräftig zugesetzt und scheint nun noch etwas weiter zu wirken. Im Handel sieht man indes nur beschränkt weiteres Abwärtspotenzial für den Euro, denn trotz der sehr guten Daten dürfte die US-Notenbank an ihrer Niedrigzinspolitik noch für geraume Zeit festhalten.

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DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Do, 18.15 Uhr
EUR/USD 1,3588 -0,2% 1,3609 1,3606
EUR/JPY 138,60 -0,4% 139,08 139,03
EUR/CHF 1,2157 +0,0% 1,2157 1,2160
USD/JPY 102,00 -0,2% 102,21 102,19
GBP/USD 1,7152 -0,0% 1,7152 1,7149

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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/gos

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July 04, 2014 04:09 ET (08:09 GMT)

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