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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Börse

Fonds sind nicht kompliziert, aber einiges sollte man wissen - wie sie funktionieren, welche Fondstypen es gibt, wo die Risiken liegen und anderes mehr. Hier finden Sie verständliche, klare Antworten.

Was ist ein Immobilienfonds?

Immobilienfonds sind Sondervermögen, die mindestens 51 % des von ihnen verwalteten Kapitals in bebaute und unbebaute Grundsstücke sowie Erbbaurechte investieren. Sehen die Anlagebedingungen dies vor, ist auch die Investition in Wohneigentumsrechte sowie in Anteile bestimmter Immobiliengesellschaften möglich. Dabei wird der größere Teil des Vermögens meist in Büro- und Gewerbeimmobilien investiert, da sie in der Regel ein besseres Preis-/Ertragsverhältnis bieten, weniger Verwaltungsaufwand als Wohnimmobilien verursachen und in größerem Umfang zur Finanzierung durch Fonds zur Verfügung stehen.

Mindestens 5 % der Anlagegelder sind in täglich verfügbaren Mitteln zu halten. Der Rest des Fondsvermögens kann auch in Geldmarkttiteln, festverzinslichen Wertpapieren und anderen Investmentanteilen gehalten werden. Das Fremdwährungsrisiko ist bei deutschen Immobilienfonds gesetzlich auf 30 % begrenzt.

In der Vergangenheit glänzten viele Immobilienfonds mit relativ konstanten Wertsteigerungsraten. Parallel zu den Kursverlusten am Aktienmarkt zwischen 2000 und Anfang 2003 hat ihre Beliebtheit bei deutschen Anlegern deshalb stark zugenommen. Dies ging soweit, dass verschiedene Fonds mit der Investition der ihnen zufließenden Anlagegelder kaum nachkamen und auch in weniger attraktive Objekte investieren mussten. Insofern ist es zweifelhaft, dass die attraktiven Renditen, die mit Immobilienfonds in der Vergangenheit zu erzielen waren, auch in der näheren Zukunft zu realisieren sind.

Stärker noch als bei anderen Sondervermögen, rückt bei Immobilienfonds die breite Streuung des eingesetzten Kapitals in den Vordergrund der Betrachtung. So ist eine Direktinvestition in verschiedene Grundstücke und Gebäude dem durchschnittlichen Privatanleger faktisch nicht möglich. Über einen Immobilienfonds kann diese Anlageklasse dagegen bereits mit verhältnismäßig geringen Beträgen in der individuellen Vermögensaufteilung berücksichtigt werden. Gleichzeitig entfällt für den einzelnen Anleger der sonst mit Immobilienengagements verbundene Verwaltungsaufwand. Zumindest bei offenen Immobilenfonds besteht zudem die Möglichkeit, täglich über das investierte Geld zu verfügen.

Zu den Unterschieden zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds siehe "Was unterscheidet offene und geschlossene Fonds?"

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