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Sonntag, 23. November 2014

Börse

BDI warnt vor Stellenabbau bei Abbau von Kohlekraftwerken - Zeitung

23.11.2014, 16:11 Uhr

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) warnt vor einem gravierenden Stellenabbau und einem Preisanstieg, sollte die Regierung das Abschalten von Kohlekraftwerken anordnen, um ihre klimapolitischen Ziele zu erreichen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) vorab aus ihrer Montagausgabe berichtet, kommen das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut und die Energieberatung r2b in einem vom BDI in Auftrag gegebenen Gutachten zu dem Ergebnis, dass Zwangsabschaltungen deutscher Kohlekraftwerke die Preise steigen lassen, zehntausende Jobs vernichten und Kohlekraftwerke im Ausland besser auslasten würden.

Dem Klima würde aber nicht geholfen, denn große Teile des in Deutschland dann nicht mehr emittierten Kohlendioxids würden anderswo zusätzlich in die Atmosphäre geblasen, wenn durch eine Zwangsabschaltung in Deutschland weniger Kohlendioxid emittiert werde. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass der Börsenstrompreis bis 2020 um rund ein Fünftel steigen würde, die Strombezugskosten der energieintensiven Branchen um 15 Prozent.

Für die Dekade nach dem Jahr 2020 erwarteten sie einen Verlust an Wertschöpfung von mehr als 70 Milliarden Euro. Durch direkte und indirekte Effekte würden bis zu 74.000 Arbeitsplätze gefährdet. Um die Versorgung in Deutschland zu sichern, würde mehr preiswerter Steinkohlestrom aus dem Ausland eingeführt. Kraftwerke in Polen würden davon profitieren.

Dagegen werde der Preisanstieg an der Strombörse in Deutschland nicht ausreichen, um Gaskraftwerke wirtschaftlich zu betreiben. Der Hauptgeschaftsführer des BDI, Markus Kerber, sagte der FAZ, die Studie belege eindeutig: "Kraftwerksstillegungen schädigen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie ganz unmittelbar, ohne Nutzen für das Klima."

Nach einem Bericht des Magazins Spiegel will Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit einem Gesetz dafür sorgen, dass die fossilen Kraftwerke ihre CO2-Emissionen um jährlich mindestens 4,4 Millionen Tonnen von 2016 bis 2020 reduzieren. Den Konzernen rechne er vor, dass sie "mit mindestens 22 Millionen Tonnen CO2" zum Ziel der Bundesregierung beitragen müssen, schädliche Klimagase einzusparen. Wie sie die Minderung erzielten, bleibe den Versorgern zwar freigestellt, praktisch laufe die Vorgabe aber darauf hinaus, Kohlemeiler abzuschalten, so das Magazin.

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