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Mittwoch, 01. Oktober 2014

Börse

MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

01.10.2014, 07:34 Uhr

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+++++ SPRUCH +++++

"Die Asiaten haben den Weltmarkt mit unlauteren Methoden erobert - sie arbeiten während der Arbeitszeit." (Ephraim Kishon)

+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

MITTWOCH: In Schanghai und Hongkong bleiben die Börsen wegen des Nationalfeiertags geschlossen.

DONNERSTAG: In Schanghai bleiben die Börsen wegen des Nationalfeiertags, in Hongkong wegen des Chung-Yeung-Fests geschlossen.

+++++ TAGESTHEMA +++++

Die Geschäftsaktivität in der chinesischen Industrie hat sich im September stabil gezeigt, zugleich aber auch nur gedämpften Erwartungen der Unternehmen erkennen lassen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex verharrte mit 51,1 auf dem Stand von August und entsprach damit den Prognosen von Volkswirten. Die Daten zeigten ein verhaltenes Wirtschaftsvertrauen und Abwärtsrisiken für das Wachstum, sagte Zhang Liqun, Analyst bei der China Federation of Logistics and Purchasing (CFLP), die die Umfrage zusammen mit der Statistikbehörde des Landes durchführt. Während der Produktionsindex und jener für neue Exportaufträge stiegen, sanken der Subindex der Auftragseingänge wie auch der Wert für die Geschäftserwartungen.

Die Stimmung in der japanischen Wirtschaft hat sich unterdessen im September überraschend aufgehellt, obwohl die Unternehmen weiter mit den Folgen der Mehrwertsteuererhöhung von Anfang April zu kämpfen haben. Der Gesamtindex bei der vierteljährlichen Tankan-Umfrage der Bank of Japan (BoJ) erhöhte sich auf plus 13 im September von plus 12 im Juni. Damit liegt der Wert deutlich über dem von Volkswirten erwarteten Stand von plus 10.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

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Termine:

09:00 DE/Zalando SE, Erstnotiz im Prime Standard der

Frankfurter Wertpapierbörse

Im Lauf des Tages:

DE/Rocket Internet AG, Ende der Zeichnungsfrist

(Bekanntgabe Ausgabepreis)

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

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- IT
09:45 Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe
September
PROGNOSE: 49,5
zuvor: 49,8
- FR
09:50 Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe
September (2. Veröffentlichung)
PROGNOSE: 48,8
1. Veröff.: 48,8
zuvor: 46,9
- DE
09:55 Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe
September (2. Veröffentlichung)
PROGNOSE: 50,3
1. Veröff.: 50,3
zuvor: 51,4
- EU
10:00 Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe
Eurozone September (2. Veröffentlichung)
PROGNOSE: 50,5
1. Veröff.: 50,5
zuvor: 50,7
- GB
10:30 Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe
September
PROGNOSE: 53,0
zuvor: 52,5
- US
14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht September
Beschäftigung privater Sektor
PROGNOSE: +209.000 Stellen
zuvor: +204.000 Stellen

16:00 Bauausgaben August
PROGNOSE: +0,6% gg Vm
zuvor: +1,8% gg Vm

16:00 ISM-Index verarbeitendes Gewerbe September
PROGNOSE: 58,2 Punkte
zuvor: 59,0 Punkte

16:30 Rohöllagerbestände (Woche)


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+++++ AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN +++++

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11:30 DE/Auktion 1,00-prozentiger Anleihen mit Laufzeit
August 2024 im Volumen von 5,0 Mrd EUR

11:30 GB/Auktion 2,00-prozentiger Anleihen mit Laufzeit
Juli 2020 im Volumen von 4 Mrd GBP


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+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

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INDEX Stand +/- %
S&P-500-Future 1.963,70 -0,09%
Nasdaq-Future 4.038,00 -0,17%
Nikkei-225 16.135,94 -0,23%
Shanghai-Composite Kein Handel

DAX 9.474,30 +0,55%
DAX-Future 9.451,50 +0,23%
XDAX 9.448,36 +0,23%
MDAX 15.994,96 +0,69%
TecDAX 1.249,36 +0,24%
Euro-Stoxx-50 3.225,93 +1,22%
Stoxx-50 3.067,29 +0,55%
Dow-Jones 17.042,90 -0,17%
S&P-500-Index 1.972,29 -0,28%
Nasdaq-Comp. 4.493,39 -0,28%
EUREX zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 149,72% +18


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+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Leichte Kursverluste zum Handelsbeginn erwartet ein Händler angesichts der Abgaben an der Wall Street im späten Handel am Dienstag. Der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe habe im September mit 51,1 die Konsensschätzung zwar erfüllt, das kann die Kurse in Asien aber bislang kaum stützen", sagt der Händler. Zudem fehlen Vorgaben aus China und Hongkong. Dort wird wegen eines Feiertags nicht gehandelt. So dürfte sich das Interesse an Europas Börsen rasch den revidierten PMIs aus der Eurozone zuwenden. "Die Kernbotschaft ist, dass die Wachstumsaktivitäten im produzierenden Gewerbe im dritten Quartal so ziemlich überall in der Eurozone dramatisch nachgelassen haben", sagt Michaela Marcussen von der Societe Generale.

Rückblick: Nach Aussage von Händlern sprachen schwach ausgefallene US-Konjunkturdaten für eine weiterhin lockere Geldpolitik der US-Notenbank, was an den Aktienmärkten im späten Handel für Rückenwind sorgte. Größeren Kursgewinnen standen die Automobilwerte im Wege. Eine Gewinnwarnung von Ford hatte Verkäufe im Automobilsektor zur Folge. In London verteuerten sich Royal Bank of Scotland um 1,9 Prozent. Die Bank hatte mitgeteilt, dass der Gewinn in diesem Jahr weniger durch Wertberichtigungen belastet wird als ursprünglich erwartet. Eine überraschend niedrige Inflation in der Eurozone drückte den Euro zum US-Dollar im Tief bis auf 1,2571 und somit auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Die EZB wird wegen der niedrigen Inflation unter verstärktem Handlungsdruck gesehen, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. Am Donnerstag trifft sich planmäßig der EZB-Rat.

DAX/MDAX/TECDAX

Infineon litten als dem Autosektor nahes Unternehmen unter der Ford-Warnung und verloren 3,3 Prozent. Zudem litten sie unter einem gesenkten Kursziel der Bank Kepler Cheuvreux. Bayer stiegen um 1,7 Prozent. "Mit der Abspaltung von Material Science gibt es bei Bayer einen guten Grund für Käufe in vorübergehende Kursschwächen", sagte ein Händler. Kursstützend sei zudem der zum Euro feste Dollar. Bayer erwirtschafte ein Viertel des Umsatzes in Nordamerika. Bei den Nebenwerten zogen Bilfinger um 6,1 Prozent an, nachdem der Anteil des Großaktionärs Cevian Capital auf mehr als 25 Prozent gestiegen ist.

XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 UHR): 9.448 (XETRA-Schluss: 9.474) Punkte

Zalando und BMW waren nach Aussage eines Händlers die Aktivposten. Die Titel des Online-Modehändlers wurden mit 28,25 Euro getaxt. Das entspricht einem Aufschlag von 31,4 Prozent zum Ausgabepreis. BMW wurden 1,2 Prozent fester gestellt, nachdem J.P. Morgan laut dem Marktteilnehmer die Aktie auf "Overweight" hochgestuft hatte. In der dritten Reihe wurden SKW Stahl 3 Prozent höher getaxt. Das Unternehmen hatte eine "Stand-Still"-Vereinbarung über einen bestehenden Rahmenkreditvertrag mit den Banken mitgeteilt. Nach einer Gewinnwarnung wurden Splendid Medien 18 Prozent tiefer gestellt.

USA / WALL STREET

Durch die Bank enttäuschend ausgefallene Konkunkturdaten konnten der Wall Street nur wenig anhaben. Die Verluste bei den Kursen fielen nur moderat aus und änderten nichts daran, dass Dow und S&P-500 Quartalsgewinne einfuhren. Die mäßige Inflation in Verbindung mit den schwachen Daten liefere der Fed weiter Raum für niedrige Zinsen, hieß es zur Begründung. Für die Zinsspekulation sprach vor allem der Umstand, dass sich weniger US-Verbraucher als zuvor positiv zum Arbeitsmarkt äußerten. Das könne auf einen eher schwachen US-Arbeitsmarktbericht im September hindeuten, schlussfolgerte ein Händler. ZU den Favoriten gehörten eBay mit einem Plus von 7,5 Prozent. Der Plan, den Bezahldienstleister PayPal abzuspalten, kam gut an. Apple stiegen um 0,6 Prozent, nachdem das Unternehmen grünes Licht für den Verkauf des neuen iPhones in China erhalten hatte. Angesichts des Ölpreisabsturzes zählte der Energiesektor mit einem Abschlag von 1,2 Prozent zu den Branchenschlusslichtern. Ford bauten die Vortagesverluste um 2,1 Prozent aus nach einer Gewinnwarnung.

+++++ DEVISENMARKT +++++

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DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Di, 17.28 Uhr
EUR/USD 1,2616 -0,1% 1,2631 1,2626
EUR/JPY 138,63 +0,1% 138,43 138,47
EUR/CHF 1,2057 -0,0% 1,2063 1,2070
USD/JPY 109,88 +0,3% 109,60 109,67
GBP/USD 1,6189 -0,2% 1,6215 1,6224


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Der arg gebeutelte Euro erholte sich im Tagesverlauf etwas. Die Aussicht auf ein womöglich doch nicht so schnelles Ende der US-Niedrigzinsphase belastete den Dollar. Nachdem die Preise in der Eurozone so gering gestiegen waren wie seit fast fünf Jahren nicht mehr, war die Gemeinschaftswährung erstmals seit gut zwei Jahren unter 1,26 Dollar gefallen. Nach den US-Daten erholte er sich wieder auf 1,2628 Dollar im späten US-Handel nach einem Tagestief von 1,2571. Der russische Rubel hat derweil ein weiteres Rekordtief markiert, belastet von Sorgen über mögliche Kapitalkontrollen, mit denen sich Moskau gegen die Mittelabflüsse stemmen könnte.

+++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL

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Sorte/Handelsplatz aktuell Vortag (Settlmt) Bewegung % Bewegung abs.
WTI/Nymex 91,58 91,16 0,46 0,42
Brent/ICE 95,12 94,67 0,48 0,45

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(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

October 01, 2014 01:34 ET (05:34 GMT)

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