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Samstag, 20. Oktober 2018

Börse

Fonds sind nicht kompliziert, aber einiges sollte man wissen - wie sie funktionieren, welche Fondstypen es gibt, wo die Risiken liegen und anderes mehr. Hier finden Sie verständliche, klare Antworten.

Welche Kennzahlen sind gebräuchlich?

Um verschiedene Investmentfonds einer Anlageklasse mit einander vergleichbar zu machen, sind folgende Kennzahlen von besonderer Bedeutung:

Die Volatilität gibt die Schwankungsbreite von Investmentfondspreisen innerhalb eines bestimmten Zeitraums wieder. Sie stellt damit die mathematische Größe (Standardabweichung) für das Maß des Risikos einer Kapitalanlage dar. Zu ihrer Ermittlung wird die durchschnittliche Kursentwicklung innerhalb einer Periode berechnet und anschließend gemessen, wie weit sich der Fondspreis im entsprechenden Zeitraum von diesem Wert entfernt hat. Je größer die Schwankungsbreite ausfällt, desto volatiler und risikoreicher ist ein Fonds.

Der Maximale Verlust bezeichnet den stärksten Wertrückgang, den ein Fonds während eines bestimmten Zeitraums (meist sechs oder zwölf Monaten) innerhalb der letzten drei, fünf oder zehn Jahre verzeichnet hat. Dabei bietet der ermittelte Wert zwar keine Gewähr dafür, dass es innerhalb eines entsprechenden Zeitraums in der Zukunft nicht zu noch stärkeren Verlusten kommt, er liefert andererseits aber einen guten Anhaltspunkt dafür, was unter Ausschluss von Extremsituationen maximal an Verlusten zu erwarten ist.

Eine der wichtigsten Kennzahlen überhaupt ist das Sharpe-Ratio (SR) oder Sharpe-Maß. Es misst die so genannte Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Unter der Überschussrendite versteht man die über die sichere Geldanlage hinausgehende jährliche Verzinsung eines Investments. Beträgt der risikolose Geldmarktzins beispielsweise 3 %, und der ausgewählte Fonds hat 7 % erwirtschaftet, liegt die Überschussrendite bei 4 %. Diese 4 % werden dann mit dem eingegangenen Risiko, ausgedrückt durch die Volatilität, ins Verhältnis gesetzt. Je höher dieses Verhältnis - also das Sharpe-Ratio - ausfällt, desto besser schneidet der Investmentfonds im Verhältnis zu seinem Risiko ab. Liegt das Sharpe-Ratio über eins (>1), konnte eine risikoadäquate Überrendite erzielt werden. Bei Werten zwischen 0 und 1 wurde bezogen auf den Geldmarkt zwar eine Überrendite erzielt, diese entsprach jedoch nicht dem eingegangenen Risiko. Fällt die Kennziffer sogar negativ aus (<0), wurde noch nicht einmal der risikolose Geldmarktzins erwirtschaftet.

Weitere Kennzahlen, wie die Elastizität, das Treynor-Ratio oder die Längste Verlustperiode werden im Fondslexikon erläutert.

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