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Montag, 23. Juli 2018

Börse

Fonds sind nicht kompliziert, aber einiges sollte man wissen - wie sie funktionieren, welche Fondstypen es gibt, wo die Risiken liegen und anderes mehr. Hier finden Sie verständliche, klare Antworten.

Was sind die Nachteile von Fonds?

Ein wesentlicher Nachteil von Investmentfonds ist sicherlich darin zu sehen, dass sich mit ihnen nur ganz bestimmte Markterwartungen umsetzen lassen. Von wenigen Ausnahmen, wie beispielsweise Hedge- oder Futurefonds abgesehen, spielen sie ihre Stärken insbesondere in steigenden Märkten aus. Bei fallenden Assetpreisen oder in längeren Seitwärtsphasen ist mit ihnen dagegen in der Regel keine attraktive Rendite zu erzielen. Nun mag ein guter Fondsmanager bei rückläufigen Aktienkursen zwar besser abschneiden als der Markt, für den Anleger, der mit einem entsprechenden Fonds im Jahr 2002 "nur" 35 %, statt wie der Dax über 40 % verloren hat, kann dies aber nur ein schwacher Trost sein. Hier bieten deshalb andere Anlagevehikel, wie beispielsweise Zertifikate, deutlich bessere Möglichkeiten, unter Berücksichtigung der persönlichen Risikoneigung die eigenen Erwartungen umzusetzen.

Die umfangreichen Genehmigungsverfahren, die Investmentfonds hierzulande durchlaufen müssen, sind unter Anlegerschutzaspekten sicherlich durchaus zu begrüßen. Andererseits nimmt das Procedere jedoch einen relativ langen Zeitraum in Anspruch. Der Fondsbranche ist es damit nur schwer möglich, schnell und flexibel auf neue Trends und Entwicklungen zu reagieren.

Auch der Gebührenaspekt kann als Nachteil angeführt werden. Aufgrund zum Teil recht hoher Ausgabeaufschläge ist die Fondsanlage als Mittel- bzw. Langfristinvestment zu betrachten. Für Anleger, die gerne selbst aktiv werden, eigene Ideen umsetzen und auf Marktstimmungen kurzfristig reagieren wollen, sind sie deshalb eher nicht geeignet.

Last but not least ist zudem die steuerliche Komponente zu berücksichtigen. Die Einkünfte aus Investmentfonds gehören bei Privatanlegern stets zu Einkünften aus Kapitalvermögen und unterliegen der Abgeltungsteuer. Ausgeschüttete und thesaurierte Zinsen, Dividenden und inländische Mieten sind in vollem Umfang steuerpflichtig. Unter steuerlichen Gesichtspunkten stellt die Fondsanlage vielfach damit kein optimales Investment dar.

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