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Montag, 23. Juli 2018

Börse

Fonds sind nicht kompliziert, aber einiges sollte man wissen - wie sie funktionieren, welche Fondstypen es gibt, wo die Risiken liegen und anderes mehr. Hier finden Sie verständliche, klare Antworten.

Was sind die Risiken von Fonds?

Spiegelbildlich zu den Chancen, ist das zentrale Risiko einer Vermögensanlage in Investmentfonds im allgemeinen Marktrisiko zu sehen. So wird es auch dem besten Manager nicht gelingen, sich einer negativen Entwicklung der Assetklasse, in die er zu investieren hat, gänzlich zu entziehen. Verliert der Deutsche Aktienindex rund 40 % seines Wertes, wie es beispielsweise 2002 der Fall war, liegen auch die Verluste der meisten Standardwertefonds in diesem Bereich. Dies gilt umso mehr, als sich viele Fondsverwalter an der jeweiligen Zielmarke (Benchmark) orientieren und versuchen, deren Entwicklung nachzuvollziehen bzw. im positiven Fall zu übertreffen.

Besonders hoch fällt das Marktrisiko bei Aktienfonds aus. Weniger Risiko weisen dagegen herkömmlich Rentenfonds auf. Bei Spezialfonds, deren Investments nicht breit gestreut werden, sondern sich auf einen bestimmten Bereich beschränken, kommen zum allgemeinen Marktrisiko noch länder-, technologie- oder branchenspezifische Risiken hinzu. Welche Ausmaße diese Risiken annehmen können, mussten viele Anleger, die unmittelbar vor dem Platzen der "Neue Markt-Blase" auf Internet- oder Hightechfonds gesetzt haben, schmerzlich erfahren.

Legt der Fonds sein Geld auch in Vermögensgegenständen ausländischer Währung an, ist darüber hinaus das Währungsrisiko zu berücksichtigen. So nützt es wenig, wenn sich amerikanische Aktien positiv entwickeln, die anfallenden Gewinne durch Kursverluste des US-Dollars gegenüber dem Euro gleichzeitig aber überkompensiert werden.

Galten die bisher aufgeführten Risiken nicht nur für Fonds, sondern in sehr viel stärkerem Umfang auch für Einzelninvestments, sind abschließend noch zwei fondstypische Risiken zu beachten:

Dabei ist zunächst das Fondsmanagement zu nennen. Kein Fonds ist besser als seine Verwalter. Einen Anhaltspunkt für die Fähigkeit des Managements kann zwar die Performance in der Vergangenheit liefern, eine Garantie dafür, dass die Benchmark auch zukünftig übertroffen wird, bietet sie allerdings nicht. So besteht durchaus die Gefahr, dass das Management mit neuen Situationen an den Kapitalmärkten nicht so gut zurechtkommt, wie es bisher der Fall war, die Fondsstrategie nicht mehr passt oder das gute Management von einer anderen Gesellschaft abgeworben und durch ein unerfahrenes ersetzt wurde.

Last but not least ist das so genannte Klumpenrisiko zu nennen. Da Fondskäufer meist nicht darauf achten, welche Werte in ihren Fonds genau enthalten sind, kann es leicht zu einer Risikoballung kommen. Dies ist immer dann der Fall, wenn viele Fondsmanager auf Titel oder Branchen setzten, die gerade "hipp" oder "in" sind. Die erhoffte Risikostreuung, die der Erwerb verschiedener Fonds mit sich bringen soll, ist dann nicht mehr in erwünschtem Maße gegeben. Insofern empfiehlt es sich, die in den erworbenen Fonds enthaltenen Positionen regelmäßig zu überprüfen (z. B. mittels der Halbjahresberichte) und Sondervermögen mit sehr ähnlicher oder sogar annähernd identischer Struktur durch andere zu ersetzen.

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